Elektromotorrad Zero

Zero Elektromotorräder

aus bma 9/09

von Jens Riedel

Elektromotorrad ZeroNein, schön sind sie nicht gerade, aber sehr sauber, extrem sparsam, super leise, schön leicht und ziemlich stark. Fünf Argumente mit denen die auspuff- und getriebelosen Motorräder von Zero Motorcycles künftig auch in Deutschland überzeugen wollen.

Rund 250 Exemplare der Elektromotorräder aus dem kalifornischen Santa Cruz sind via Direktvertrieb im Internet in den vergangenen zwei Jahren weltweit an Kunden ausgeliefert worden. Bislang vor allem die Enduro X, zu der sich nun die Motocross-Version MX gesellt. Wermutstropfen bei beiden Batterieträgern: Sie sind nicht für den öffentlichen Straßenverkehr zugelassen. Anders die Zero S und DS, die jetzt als weitere Modellvarianten den Verfechtern emissionsfreier Mobilität hierzulande ebenfalls zum Kauf angeboten wird.

 

Elektromotorrad ZeroDie S ist als Supermoto konzipiert. Besondere Kennzeichen sind die wegen des fehlenden Benzintanks extrem lange und weit nach vorne gezogene Sitzbank und die mächtige Batterie darunter, die zum Großteil unverkleidet im Rahmen steckt. Letzterer ist aus besonders leichtem Flugzeug-Aluminium gefertigt, damit eine Zero nicht schwerer als unbedingt nötig ist. Der mächtige Akku der S mit seinen 360 Lithiumionen-Batteriezellen bringt 36,3 Kilogramm auf die Waage. Der Rest der Maschine wiegt noch einmal knapp doppelt soviel. So hat es der 22 kW / 31 PS starke Elektromotor mit dem kalifornischen Leichtgewicht nicht allzu schwer. In vier Sekunden sprintet die Fuhre von null auf 80 km/h – um wenig später knapp vor 100 km/h weiterer Beschleunigung ein Ende zu setzen. Damit muss der Zero-Fahrer ebenso leben wie mit einer Reichweite von derzeit noch maximal 100 Kilometern. Danach muss die S bis zu vier Stunden an die Steckdose. Doch wo bekommt man schon eine 31-PS-Maschine mit mehr als 84 Newtonmetern Drehmoment, die zudem schon beim ersten Dreh am Gasgriff kontinuierlich anliegen? Und Fahrtkosten von unter einem Cent pro Kilometer muss man auch erst einmal nachmachen.

Einfach aufsteigen, Zündschlüssel umdrehen und den Killschalter auf On stellen – und schon kann es losgehen. Ein grünes Lämpchen im Cockpit verrät, dass die Zero S startklar ist, denn hören kann man das nicht. Erst wenn Fahrt aufgenommen wird, meldet sich der Motor durch ein leichtes Surren. Die vielen ungefederten Massen bringen es allerdings mit sich, dass der Ritt auf dem Elektro-Bike recht hart ist, bei dem zudem die Batterie leicht klappert. Dafür ist das Handling tadellos. Spielerisch leicht lässt sich die Zero S über den Asphalt dirigieren und der beeindruckend starke Vortrieb ungetrübt genießen, denn geschaltet werden muss ja nicht.

Elektromotorrad ZeroBestellbar ist die Zero ausschließlich über das Internet im Onlineshop von www. zeromotorcycles.com. Der Preis für den Stromer aus Santa Cruz beträgt 9950 Euro. Darin enthalten sind zwei Jahre Garantie und kostenloser Batterieaustausch, falls es einmal Probleme mit dem Akku geben sollte. Zudem werden 50 Prozent Preisnachlass auf Ersatzteile, etwa bei einem Unfall, gewährt. 40 Prozent Preisnachlass gibt es auf eventuelle Upgrades der Technik, denn die Batterieentwicklung geht im Augenblick weiter.
In Kürze wird der S die bereits bestellbare DS (Dual Sport) zur Seite gestellt. Sie soll zum gleichen Preis mit veränderter Federung und anderen Reifen eine Mischung aus Straßenmotorrad und Enduro bilden. Die Höchstgeschwindigkeit und die Reichweite liegen wegen des höheren Gewichts etwas unter der Zero S.

Elektromotorrad Zero2500 Euro und 1700 Euro weniger als S und DS kosten die Enduro Zero X und die von ihr abgeleitete Crossmaschine MX. Sie haben mit 17 kW bzw. 23 PS weniger Leistung, aber immerhin auch noch über 60 Newtonmeter und wiegen unter 70 Kilogramm. Das reicht für den Sprint von 0 auf 50 km/h in zwei Sekunden und ca. 80 km/h Spitze. Wegen der kleineren Batterie liegt die Reichweite bei 60 Kilometern. Dafür dauert das Nachladen aber auch nur maximal zwei Stunden. Der Akku lässt sich zudem bei Bedarf schnell wechseln – vorausgesetzt man hat etwa 2000 Euro in einen zweiten Energiespender investiert. Damit der Saft nicht mitten im Gelände ausgeht, schaltet das Motormanagement bei kritischem Ladezustand der Batterie in ein Notlaufprogramm, das die Leistung um zwei Drittel zurücknimmt. Damit soll es dann sicher zum Ausgangspunkt zurückgehen.

Damit bei der Online-Bestellung nicht die Katze im Sack gekauft werden muss, soll in den kommenden zwölf Monaten ein Netz von bundesweit 50 bis 70 lokalen Servicepartnern aufgebaut werden. Dort werden die Bikes aus Kalifornien dann eines Tages auch für Probefahrten bereitstehen.

Die aktuellen Vertriebspartner findet man auf der Zero Website http://www.zeromotorcycles.com/de.

 

 

 


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