63.500 km mit der Diesel
aus Kradblatt 9/25 von Gerhard Herzing

Ich habe in den 1960ern auf einem Porsche Bulldog das Fahren gelernt, auf dem Bauernhof meiner Eltern, denn die Verkehrsanbindung in der Fränkischen Schweiz war eine Katastrophe. Na ja, da musste man halt frühzeitig einen Führerschein machen, mit 14 und einer Beschränkung bis zum 16. Geburtstag: „Fahrten auf Heimatlichen Fluren“. Ab 15 dann Mofa 25, Mokick 45, Moped 50, ab 18 Auto & Motorrad. Mein erstes Motorrad war Yamaha XS 360, es folgten das Bundeswehr-Krad Hercules 125, Yamaha XJ 900, Honda 650 Dominator, Honda CBR 600, BMW R 1100 GS.

Da ich in die BMW, nach einem Sturz mit 130 km/h, einen rechten Winkel gebogen hatte – ich war oft zu sportlich unterwegs, mein 7. Sturz, meine Frau schwanger – habe ich von 1996 bis 2017 kein Motorrad gefahren. Meiner Frau zuliebe! Ich fuhr in dieser Zeit viel Mountainbike, ca. 6.000 bis 10.000 km im Jahr. Alpen-Überquerung, in 6 Tagen von Nürnberg zur Nordsee, Butjadingen, Bremerhaven, in 7 Tagen 1.116 km usw. Unsere Tochter war inzwischen 21 Jahre alt, ich bekam Herz-Probleme durch Vorhofflimmern und sollte nicht mehr Mountainbiken.
Also suchte ich wieder nach einem Motorrad. Ich hatte eine Triumph Rocket III in Aussicht … aber die als Wiedereinsteiger? Ich wollte ja nur ein paar Café-Fahrten machen.
Im Motorrad-Katalog sah ich dann unter „Exoten“ die Sommer Diesel. Da rufe ich mal an, dachte ich mir.Gesagt, getan. Jochen Sommer, ein freundlicher Mensch, sagte „komm vorbei, erklären ist immer etwas schwierig“. Er wusste, wenn man das Ding mal fährt, das bleibt im Kopf. Ich bin dann nach Geyern bei Weißenburg gefahren, mal anschauen …
Als ich die Werkstatt und Jochen gefunden hatte, sagte er „willst’ sie mal fahren? Da, ist meine!“. Ich hatte keinen Helm dabei, aber für Jochen kein Problem: „welche Größe hast’ denn?“ Und schon saß ich mit Helm auf einer Sommer Diesel. Man sitzt gut!

Kurze Erklärung von Jochen, Schaltung rechts, erster Gang nach oben, zwischen jedem Gang ein Leerlauf. Na ja, gewöhnungsbedürftig! Aber nach den ersten Kilometern wollte das Grinsen aus dem Gesicht nicht mehr weichen.
Im Juni 2017, gekauft, Farben, Felgen und Einzelheiten besprochen, nach der Handfertigung im September 2017 abgeholt, Preis: 11.000 € … ok, ist ja handgemacht …
Bis Jahresmitte 2025 habe ich 63.500 km mit meiner Sommer Diesel gefahren – es waren doch nicht nur ein paar „Café-Fahrten“. Es ist einfach ein schönes entspanntes Fahren mit einen Verbrauch von ca. 1,8 Liter Diesel auf 100 km. Auf Geraden ist sie bis zu 105 km/h schnell.
Da ich viele Kilometer fahre und öfter auch in Gruppen, habe ich mir im März 2024 dann doch ergänzend eine Triumph Rocket 3 GT gekauft. Die hat jetzt im Sommer 2025 auch schon 26.010 km auf dem Tacho.
Es ist erstaunlich: sitze ich auf meinem „Dieselross“, stellt sich eine entspannte Fahrweise ein! Sitze ich auf meiner Rocket 3 „Hummel“ ist es auch so – nur schneller. Die ist bei „bescheidenen“ 250 km/h abgeriegelt. So schließt sich der Kreis.
Fazit: Nach acht Jahren Dieselross Sommer – denn es gibt keinen Winter – bin ich immer noch begeistert und immer wieder gerne bei Jochen Sommer in Geyern zum Kundenservice, für Verschleißteile usw. Dort fand in diesem Jahr auch wieder ein Sommer Diesel Treffen statt. Schaut mal auf YouTube nach dem Kanal „das mo“, dort findet ihr Impressionen und Fahrerinterviews vom Treffen. Evtl. ruft ihr ja auch mal bei Jochen an …
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