Vespa Sprint

Vespa Sprint Modell 2014

 

aus Kradblatt 5/14
von Felix Hasselbrink, www.motalia.de

 

Vespa ist ein Synonym für Roller, aber auch ein Kult. Seit vielen Jahrzehnten repräsentieren die „Wespen“ eine Lebenseinstellung, gleichzeitig sind sie ideale Stadtfahrzeuge. Die Erfolgsstory begann nach dem Zweiten Weltkrieg und noch heute erfreuen sich Vespas weltweit großer Beliebtheit – mehr als je zuvor. Alleine 2013 wurden 190.000 dieser Roller produziert.

Zwei neue Modelle
Vespa Sprint Neu für das Jahr 2014 sind die Modelle Primavera und Sprint. Beide Namen hat es früher schon einmal im Vespa-Programm gegeben. Diese Scooter gehören weltweit zu den letzten, die komplett aus Blech gefertigt werden, so wie es sich für einen klassischen Roller gehört – Plastik nein danke. Klassisch orientiert sind auch die Fahrwerke mit Schwinggabel vorne und Triebsatzschwinge hinten. Der technisch entscheidende Unterschied der beiden Typen sind die Räder. Die Sprint hat mit 12 Zoll Durchmesser etwas größere Felgen, als die mit 11-Zoll-Gummis ausgestattete Primavera. Das bringt besseren Geradeauslauf und etwas mehr Bodenfreiheit. Die weiteren Unterschiede sind eher optischer Natur. Bei der Sprint ist der Scheinwerfer eckig und nicht rund, Spiegel, Sitzbank und Haltegriffe sind etwas anders gestaltet, und ein paar rot lackierte Teile sollen Sportlichkeit suggerieren.

Dabei ist die Motorisierung bei beiden Modellen identisch. Die 125er-Ausführung wird von dem modernen Dreiventil-Viertakt-Motor angetrieben, bei dem eher Sparsamkeit als Spitzenleistung das Ziel der Entwickler gewesen ist.

Primavera und Sprint lösen die Vespa LX und S ab. Der neue Rahmen soll deutlich stabiler sein. Eine neue Zweiarmlagerung der Triebsatzschwinge sorgt zusätzlich für mehr Stabilität und eine Verringerung der Vibrationen. Durch eine geänderte Stoßdämpferaufhängung arbeitet die Vorderradführung reibungsärmer, und gleichzeitig spendierten die Ingenieure den neuen Modellen größere Bremsen. Vorne hat die Scheibe nun einen Durchmesser von 200 Millimetern, hinten greift eine 140er-Trommel unterstützend ein. Ein ABS ist noch nicht an Bord, aber das soll ab Herbst diesen Jahres als Einkanalsystem für das Vorderrad erhältlich sein.

Rollerpräsentation in Rom
PresserummelDie ewig junge Vespa in der ewigen Stadt mit unzähligen Denkmälern und einer langen Geschichte. Heute vielleicht das größte Rollerzentrum Europas. In diesem Verkehrshochofen, der kurz vor dem Kollaps steht, kommt man nur auf zwei Rädern zügig voran. Und genau hier zeigt Piaggio der versammelten Presse den neuen Scooter Sprint, der mit drei Motoren angeboten wird. Die 50er-Version gibt es sowohl als Zwei- wie auch Viertakter. Die 125er ist ausschließlich mit vier Takten und drei Ventilen im Angebot, und die dürfen wir jetzt fahren.

Sprint-Sightseeing
Sprint heißt das Modell, und hier in Rom ist der Name Programm: In diesem Verkehr zählt nur der Sprint von einer Ampel bis zur nächsten Ampel. Dann heißt es wieder, durch die Autoschlangen vordrängeln und das Spiel geht wieder von vorne los. Automatische Fliehkraftkupplung und CVT-Getriebe unterstützen das Treiben, also einfach nur Gasgeben und los.
Für die Einheimischen der normale Wahnsinn – die telefonieren dabei noch mit dem Handy – wir Deutschen müssen uns erstmal an diesen Fahrstil, der uns zu Hause sofort den Führerschein kosten würde, gewöhnen. Da muss man sich schon auf den Verkehr konzentrieren und hat kaum Zeit, einen Blick auf die berühmten Bauten am Straßenrand zu werfen. Vorbei geht es an dem Monumento Nazionale a Vittorio Emanuele II, im Volksmund auch „die Schreibmaschine“ genannt. In dem großen Kreisel davor muss man schon aufpassen, wie man erst rein und dann wieder raus kommt. Vorbei geht es an dem weltberühmten Colloseum, den Vatikan sehen wir nur aus der Ferne – das könnte man auch Sprint-Sightseeing nennen.

Vespa-SprintWir sind mehr oder weniger damit beschäftigt, dem Touristenführer bzw. Tourguide zu folgen. Das heißt anders ausgedrückt: beschleunigen, bremsen und immer wieder Vollgas über Kopfsteinpflaster und Schlaglöcher. Und hierbei schlägt sich die Vespa Sprint wacker. Sicher kann sie nicht den Komfort eines Rollers mit großen Rädern und Telegabel bieten. Aber das ist ja auch ein anderes Konzept. Die Sprint ist ein klassischer Scooter mit knapp acht bzw. sieben Zentimetern Federweg, die das Gröbste wegdämpfen, aber aus dem Roller keine Sänfte machen.
Die 10,7 PS genügen für eine Spitzengeschwindigkeit von etwa 90 km/h, das reicht, um ungefährdet im italienischen Stadtverkehr mitzuschwimmen. Die Bremsen sind für dieses Tempo ausreichend dimensioniert. Handlich und wendig lassen sich die 130 Kilogramm zwischen den Autoschlangen dirigieren. Das macht richtig Spaß, an den Fahrstil könnte ich mich gewöhnen.

Ausstattung
Im Vergleich zum Vorgängermodell wuchs das Volumen des Staufachs unter der Sitzbank von 14 auf 17 Liter, dadurch, dass die Batterie nun in der Nähe der Fahrerfüße platziert ist, was gleichzeitig den Schwerpunkt verbessert. Jetzt passen auch Helme in den „Kofferraum“, der bequem elektrisch entriegelt wird. Für den Fall einer leeren Batterie gibt es auch einen mechanischen Öffner im abschießbaren Frontfach – sicher ist sicher.
Komplett neu ist das elektronische Cockpit, das sich aber mit wenigen Anzeigen begnügt. Mehr als Geschwindigkeit, Kilometerzähler, Tankanzeige und Uhr wird nicht geboten. Die acht Liter Tankinhalt sollen übrigens für 300 Kilometer Fahrspaß reichen.

Preise und Farben
Die Farbauswahl für das neue Vespa-Modell umfasst neben Schwarz und Weiß auch knallige Töne wie Gelb, Rot und Blau. Die Sprint 125 3V i.e. kostet 4.250 Euro, die Primavera ist 200 Euro billiger.

 

 

 


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