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SW-MOTECH Legend Gear

aus Kradblatt 6/17
von Marcus Lacroix

Coole Taschen für Oldschool-Bikes

Function follows form, so kann man kurzgefasst die Legend Gear Gepäckserie von SW-MOTECH aus dem hessischen Rauschenberg beschreiben. Das mag funktionsorientierte Motorradfahrer jetzt abschrecken, für die gibt es aber auch genug sinnvollere Gepäckalternativen auf dem Markt. Mit dem Legend Gear (engl. soviel wie „sagenhafte Ausrüstung“) werden Motorradfahrer angesprochen, die eine zum Bike stilistisch passende Ausrüstung suchen und da steht die Handhabung frühestens an zweiter Stelle.

Zählen wir also erst mal die Defizite der Legend Gear Packtaschen LC2 (13,5 Liter) und LC1 (9,8 Liter) auf: Die Taschen sind nicht abschließbar, nicht wasserdicht, nicht mit einer Hand zu bedienen, nicht besonders groß, nehmen also keinen Helm auf und fangen auch keine Stürze ab. An der abgebildeten Ducati Desert Sled schränkt die LC2 die Soziustauglichkeit deutlich ein und das Öffnen und Schließen mit drei Haken je Tasche sowie dem packsackbekanntem Ein-/Ausrollen erfordert mehr Muße als jeder Schnapper an einem Hartschalenkoffer.

Der Tankrucksack LT2 ist mit 5,5 Litern Inhalt auch überschaubar klein, ebenfalls nicht wasserdicht und er hat kein Kartenfach.

ABER – und jetzt kommt das Killer-Argument für das legendäre Zeug (auch eine Übersetzungsvariante): die Gepäckserie sieht einfach richtig cool aus! Und das ist es was zählt, wenn man Café Racer, Scrambler, Bobber oder ähnliche Eisen fährt. Wer praktisch will, kauft sich eine der bekannten Eierlegendenwollmilchsäue in All-inclusive-Ausstattung.

Alle Legend Gear Sachen sind, wie bei SW-MOTECH generell gewohnt, ordentlich verarbeitet. Der textile Materialmix aus robustem Napalon-Kunstleder und gewachstem Canvas-Gewebe macht einen guten, haltbaren Eindruck. Patina bekommt er mit der Zeit, gepflegt wird mit Wasser, Seife und Wachs. Jeder Seitentasche liegt ein wasserfester Innenbeutel bei, der auch bei leichtem Regen tunlichst genutzt werden sollte. Im Test war transportierte Kleidung ohne den Innenbeutel nach nicht mal einer Stunde arg feucht. Die Gepäckstücke verfügen über zahlreiche Laschen, an die weiteres Equipment „angerödelt“ werden kann – der Designer war sicher mal beim Bund …

Für Alleinreisende ohne Campingkomplettausrüstung dürften 2 × 13,5 Liter auch im Urlaub allemal ausreichen. Im Alltag langt meist eine kleine Tasche, z.B. für Regenklamotten. Die Taschen LC2 und LC1 kann man auch gemischt oder einzeln verwenden. Angenehm ist auch das geringe Gewicht der Taschen – die LC2 wiegt pro Stück nicht mal 1200 Gramm. Neben der Träger-Version, die wir montiert haben, gibt es sie auch zum Überwerfen, dann wirken sie noch mehr wie klassische Pferde-Satteltaschen. Der Träger SLC ist passgenau für verschiedene Motorräder verfügbar, dank ordentlicher Anleitung einfach zu montieren und nimmt das Taschen-Schnellverschluss-System aus glasfaserverstärktem Polyamid sicher auf.

Für die Ducati Scrambler-Modelle gibt es übrigens auch Taschen ab Werk. Durch das Trägersystem mit dem Schnellverschluss, das größere Volumen und die coolere Optik fiel unsere Wahl aber auf die SW-MOTECH Taschen.

Der Tankrucksack LT2 ist neben der abgebildeten, universellen Riemenversion auch in einer Variante mit Magneten lieferbar, das sieht dann eleganter aus. Da unsere Desert Sled aber auch mal durch Feldwege hoppelt, sind wir auf Nummer sicher gegangen – was angebunden ist, fliegt nicht weg! Unter dem Klappdeckel befindet sich ein praktisches Fach für Kleinkram. An den Rödellaschen am Deckel kann z.B. die Smartphone Tasche LA3 befestigt werden. Die Navi-App ersetzt dann die Straßenkarte – mittlerweile ja nicht nur im Großstadtdschungel ein gewohnter Anblick. Auch dem LT2 liegt ein wasserfester Innenbeutel bei.
Und der Preis? Naja, Schönheit hat bekanntlich den ihren, aber die Freude ist um so mehr wert: Tankrucksack LT2: 130 Euro, Seitentaschenträger SLS je 60 Euro, Seitentaschen LC2 je Seite 160 Euro, Seitentasche LC1 je 145 Euro.

Für alle anderen erhältlichen SW-MOTECH Legend Gear Produkte schaut mal bei eurem Motorradhändler oder online unter www.legend-gear.de vorbei.

Die LC 2 erfordern bei der Desert Sled kleine Sozia-Füße.

Mit der LC 1 ist Platz genug.

Den LT 2 gibt es auch magnetisch, statt mit Riemen.

Schneller Zugriff über ein Extra-Fach.



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