Suzuki-UH200-Burgman

Suzuki UH 200 Burgman

 

 

aus bma 5/13
von Lars Godejohann

Suzuki-UH200-BurgmanAls Saisonchopperfahrer musste etwas als Autoersatz und „Betriebsschleuder“ her. Von den Benzinpreisen und Parkplatznöten ganz zu schweigen. Es fahren ja schon so viele „Klosettschüsseln“ rum – wie ist das so als eingefleischter Biker? Das wollte ich ausprobieren.
Beim Stöbern nach einem solchem Gefährt gab es einen Preisschock nach dem anderen. Man sind die Dinger teuer! Schließlich fand ich einen 200er Burgman mit nur 1000 km zum sehr günstigen Preis. Jetzt nach zwei Jahren bin ich vom Rollerfahren genauso begeistert wie vom V-2 Gehämmer unterm Gesäß!

Um es vorweg zu nehmen: an die größeren Burgmänner kommt der 200er vom Platz und Komfort nicht heran! Hier die Pluspunkte und Negativpunkte des UH 200: Die Fahrleistungen sind sehr spritzig, Höchsttempo mit hoher Scheibe 145 km/h nach Tacho. Ergonomisch gut gebogener Lenker, breite Trittbretter, sehr großer Stauraum unter der Sitzbank, großes Ablagefach in der Verkleidung, geringer Verbrauch von 3-4 Litern, guter Wind- und Wetterschutz, sehr wendiges handliches Fahrwerk mit straffer Federung, gute Bremsen, praxisgerechte Ausstattung, gute Verarbeitung der Plastikteile.

Suzuki-UH200-Burgman Sitzbank umgepolstertDie nun folgenden Negativpunkte können mit etwas Geschick teilweise abgestellt werden: die Scheibenbefestigung ist armselig! Von den 6 Gummilagern halten nur zwei die Scheibe am Rahmen, der Rest wird in Plastik gelagert. Ich habe die Scheibe direkt starr verschraubt und mit zwei Streben am Rahmen gestützt. Der Vorbau fängt bei einer Notbremsung mit nur der vorderen Bremse an zu pendeln. Desweiteren sollte ein ABS vorhanden sein, denn die kleinen Räder blockieren schnell auf nasser Straße (beim Neukauf unbedingt drauf achten!) Außerdem musste ich das Blinkrelais erneuern und der Roller reagiert sehr empfindlich auf zu niedrige Batteriespannung. Unruhiger Leerlauf mit fettem Gemisch und rot aufleuchtender Kontrolllampe sind die Folge. Genauso wie die sehr enge Sitzposition, die ab 1,75 cm einfach zu knapp ist. Abhilfe: die Lendenstütze entfernen, Lücke aufpolstern und Sitzbank neu beziehen. Auch bei der Topcaseträgerbefestigung hat Suzuki sich nicht mit Ruhm bekleckert. Befestigungspunkte sind nur im vorderen Bereich. Ich habe mir eine Strebverbindung zum Rahmen gebaut, die auch etwas als Sturzbügel dient. Nach einigen Fahrten auf nasser Straße im Winter sind einige Schrauben und der Auspuff rostig.

Trotz dieser kleineren Mängel: Es ist einfach saubequem und praktisch, Roller zu fahren. Das macht sich in der Stadt, bei der Parkplatzsuche, schlechtem Wetter und nicht zuletzt bei den Unterhaltskosten bemerkbar. Jetzt weiß ich warum so viele „Kloschüssel“ fahren.


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