Der Dauerläufer …
aus Kradblatt 3/25 von Wolfgang „Wolly“ Finger

Wie bin ich eigentlich zum Motorradfahren gekommen? Mit Motorradfahren hatte ich eigentlich nie was am Hut, aber das sollte sich ändern, als ich mit 57 ½ Jahren in den vorzeitigen Ruhestand wechselte.

Ich musste nach meinem Eintritt in den Ruhestand mein Diensthandy abgeben. Also war ich auf der Suche nach einem neuen Handy. Ich stieß dabei auf einen Vertrag, wo es neben einem Handy einen Motorroller (45 km/h, da reicht der Autoführerschein) kostenlos als Beigabe dazu gab. Also abgeschlossen und nach ein paar Wochen stand das Teil vor der Tür.
Ich bin dann in den nächsten Wochen von zu Hause nach Lübeck zu einem Motorradhändler gefahren, um mir einige Klamotten zuzulegen. Leute, noch nie habe ich auf der Landstraße so geschwitzt! Jeder Trecker hat mich überholt.
Zu Hause angekommen, sagte ich zu meiner Frau, mit der Kiste fahr’ ich keinen Kilometer mehr. Dann fiel mir ein, du hast doch einen alten Führerschein und kannst die 125er Klasse fahren. Also nix wie rauf auf den Roller und ab nach Oldenburg/Holstein. Dort wurde ich fündig und habe mir einen Piaggio X7 125 zugelegt. Den Beigaben-Roller hat der Händler zu einem guten Kurs in Zahlung genommen. Von da an ging’s ab.
Mit dem neuen Roller habe ich im ersten Jahr schlappe 10.900 km zurückgelegt. Dann meinte meine Frau, wieso machst du keinen Motorradführerschein. Gesagt, getan und mit 59 Jahren hatte ich den Schein in der Tasche.
Einen Tag später habe ich erst mal einige Händler abgeklappert und nach Motorrädern geschaut. Letztlich bin ich bei Motorsportservice Kiel fündig geworden. Hier hat mir der Service von Anfang an gefallen. Nach einer Tasse Kaffee und einer guten Beratung wurde der Vertrag für die Suzuki Intruder C 800 unterschrieben. Der Roller wurde in Zahlung genommen. Und, das muss ich lobend erwähnen, das Motorrad wurde mir kostenlos vor die Haustür gestellt (120 km entfernt von Kiel). Der Händler meinte: „ich lass dich von Kiel mit der neuen Maschine nicht nach Hause fahren. Lerne erst mal das Motorrad langsam kennen.“

Tja, was soll ich sagen? Von 2010 bis heute war ich jährlich bis zu 30.000 km on the Road und die Maschine hat jetzt 263.090 km auf der Uhr abgespult. Regelmäßige Inspektionen und anfallende Reparaturen (1x Radlager vorne, 1x Lenkkopflager, 1x Kupplung, 1x Benzinpumpe) und Bremsen sowie die Reifenwechsel wurden bei meinem Händler durchgeführt. Reifen habe ich Metzeler ME880 WW (auf nasser Straße eine Katastrophe) und danach Metzeler ME888 WW (damit war ich hochzufrieden) gefahren. Wegen Lieferschwierigkeiten fahre ich jetzt Shinko WW (WW = „Weißwand“) und bin damit auch sehr zufrieden. Die Laufleistung lag im Schnitt zwischen 18.000 bis 24.000 km. Zur Laufleistung der Shinko Reifen kann ich noch nichts sagen, sie haben jetzt 13.000 km gelaufen und sind noch gut.

Natürlich wurden auch einige Umbauten am Bike vorgenommen. Ausgeliefert wurde es mit Windschild oder besser gesagt mit Rentnersegel. Weitere Extras: • Nebellampen • Sturzbügel vorne und hinten • Auspuffanlage Falcon Double Groove • Lederkoffer • Kühlerabdeckung • Fahrer Sissybar mit Gepäckträger • Brems- und Kupplungspedal Cover • Bremssattelabdeckung • Fußrasten am Sturzbügel • Kardan Cover • Skelet-Rückspiegel • Sitz- und Rückenlehne wurden neu gestaltet in Moped Farbe grau.
Beim Benzinverbrauch hält sich die 800er trotz des recht hohen Gewichts angenehm zurück. Im Alltag verbraucht sie zwischen 4,12 und 4,86 Liter/100 km, 2024 waren es im Schnitt 4,67 Liter. Getankt wird Super E5.
Für den Winter hatte ich mir eine gebrauchte Honda Deauville 700 zugelegt, die leider nach gefahrenen 30.000 km mit 90.000 km einen wirtschaftlichen Totalschaden erlitt. Eine Reparatur hätte sich nicht gelohnt. Jetzt fahre ich als Zweit-Moped eine QJ Motor SRT 700 X Pro. Mit dieser Reiseenduro bin ich mittlerweile mehr „on the Road“ als mit der Suzuki. 24.113 km waren es 2024 und der Verbrauch der QJ liegt bei 4,71 Liter/100 km.
Mit meinen 74 Jahren hoffe ich auf weitere schöne Jahre mit meinen Maschinen. Im Übrigen gibt es viele Videos von meinen Touren auf meinem YouTube-Kanal zu sehen. Schaut dort einfach mal vorbei: www.youtube.com/@WolfgangFingerWolly.

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Kommentare
3 Kommentare zu “Suzuki Intruder C 800 – über 260.000 km”
Ich fahre die C50 als auch die 800er Intruder. Meine ist Baujahr 2016 und läuft auch immer problemlos. Ich fahre damit in Thailand herum und gelegentlich auch in Kambodscha wo sie sich auch auf Dirt-Roads ganz gut schlägt. Ich hatte vorher eine Harley-Davidson Electra Glide und muss sagen die Suzuki ist besser und zuverlässiger. Nur die schwachen Bremsen und der fehlende 6 Gang sind zu bemängeln.
Ich fahre die C50 als auch die 800er Intruder. Meine ist Baujahr 2016 und läuft auch immer problemlos. Ich fahre damit in Thailand herum und gelegentlich auch in Kambodscha wo sich auch auf Dirt-Roads ganz gut schlägt. Ich hatte vorher eine Harley-Davidson Electra Glide und muss sagen die Suzuki ist besser und zuverlässiger. Nur die schwachen Bremsen und der fehlende 6 Gang sind zu bemängeln.
Hallo Wolly!
Unglaublich wie ähnlich deine und meine Motorrad Historie verlaufen ist. Bei mir war’s 2008 mit dem „vor 1980/125er Führerschein, 2010 dann der Große Lappen ( da war ich 55) Erste Große die VX 800. Wie Du habe ich dann pro Jahr mindestens 25000 runtergeschrubbt.Immer von der M 800 geträumt und jetzt gehört sie seit 4 Wochen mir und passt gut zur Nc 750s. Nur geil! Hab vor noch mindestens bis 80 Motorrad zu fahren. Vielleicht begegnet man sich ja mal irgendwo. Und ja, auch noch mein Vorname ist tatsächlich der gleiche 😉
Grüße Wolfgang