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Suzuki DR 650 RSE Umbau zum Scrambler

aus Kradblatt 1/18
von Dieter Fehler

Suzuki DR 650 RSE Umbau zum Scrambler

Umbau Suzuki DR 650 RSE zum Scrambler

Beim Nachbarn in der Scheune stand eine Suzuki DR 650 RSE. Sie stand schon ein paar Jahre, der Schlüssel ging verloren und mir kam der Gedanke: mach was draus.

Es sollte kein Ausstellungsstück werden, kein Caféracer oder ähnliches sondern etwas Alltagstaugliches für die Stadt und kurze Landstraßenetappen.

Original Yamaha-Tank über ebay geschossen... Also holte ich den Plastikbomber und schraubte gleich mal alles ab, bis nur noch Rahmen, Räder und Motor vor mir standen.

Aus dem Netz holte ich mir Anregungen, wobei es mir ein Umbau besonders angetan hat. Er hatte den Tank einer Yamaha XS 400. Den gleichen wie an meinem allerersten Motorrad. Wie es der Zufall will, wurde genau so ein Tank in nagelneuem und ungebrauchten Zustand auf ebay angeboten …

Nachdem ich Halter für den Tank angefertigt hatte, kam die erste Anprobe. Passte perfekt! Die Grundplatte der Originalsitzbank wurde vorne und hinten gekürzt, neu aufgepolstert und bezogen.

Anpassungen in der Elektrik Die Elektrik musste teilweise neu untergebracht werden. Aluschutzbleche aus dem Netz bestellt, angepasst und Halter gebogen. Der Gepäckträger entstand aus einem Stück Rohr und einer Biegevorrichtung. Das Rücklicht von Polo fügte sich prima in die Wölbung des Schutzbleches. Auch da war, wie an allen Teilen handwerkliches Geschick gefragt um alles gut und sicher anzubringen.

Alle Teile kamen zum Pulverbeschichten und Stück für Stück entstand mein Stadtbike.

Zu guter Letzt wurde der Auspuff sandgestrahlt und ich lackierte ihn mit einer Spezialfarbe aus den USA, die sollte 1100 Grad aushalten.

Umbau Suzuki DR 650 RSE zum Scrambler Ein heikler Punkt war der Tacho. Da der originale in der Verkleidung untergebracht war, musste eine andere Lösung her. Die fand sich in einem Kombiinstrument der Firma T&T. Dank Stromlaufplan im Netz konnte ich die Kabel gut zuordnen. Eine Crimpzange und Japanstecker sorgten für die richtige Verbindung.

Natürlich ging nicht immer alles gleich glatt, manches musste mehrfach angefertigt und probiert werden. Und es war natürlich immer mehr Arbeit als von vornherein absehbar war. Ob man die Gabel ausbauen muss weil die obere Gabelbrücke neue Farbe braucht oder die Faltenbälge an der Gabel durch Staubkappen ersetzt werden. Das Zündschloss ausbohren hatte zur Folge, dass ich ein komplett neues kaufen musste …

Der Benzinhahn stammt von einer Yamaha XS 650 weil er den gleichen Lochabstand zum Befestigen hat. Dicht wurde er auch erst durch Motordichtmasse. Den Hebel musste ich kürzen weil er nah am Tank sitzt und so keine Reservestellung möglich wäre.

Umbau Suzuki DR 650 RSE zum Scrambler

Alles, aber auch wirklich alles musste angepasst werden. Scheinwerfer, Tank, Blinker, Rücklicht, Schutzbleche. Der hitzebeständige Auspufflack hat Auflösungserscheinungen. Die Halter für Rücklicht und Nummernschild waren zu kurz und dadurch vibrierte das Nummernschild stark – also längere fertigen und dranschrauben.

Dann kam die Stunde der Wahrheit: die Abnahme. Ich rechnete damit, erst einmal vom Hof geschickt zu werden um nachzubessern – aber nein, gleich beim ersten Anlauf an einem regnerischen Tag im März hat das gute Stück die TÜV Hürde genommen.

Bisher bin ich damit ca. 3000 km gefahren, alles funktioniert und ist noch dran. Im Lauf der letzten Monate bekam sie noch eine Stahlflex Bremsleitung, sowie eine neue Bremsscheibe und Beläge vorn. Auf Conti Trail Attac 2 rollt die Fuhre wesentlich ruhiger als auf den Stollen. Die Vorderradlager müssen getauscht werden – es ist und bleibt eine Baustelle. Mal sehen, vielleicht wird diesen Winter wieder dran geschraubt. Ideen hätte ich schon. Ein Underengine-Auspuff zum Beispiel …


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