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Südafrika auf Harley-Davidson

aus Kradblatt 09/22 von Susanne & Frank

Organisierte Reise mit Cape Adventure

Cape Adventure auf Harley-Davidson


Das Gefühl, in Südafrika zu sein, lässt sich schwer beschreiben. Vielleicht: eine Mischung aus Freiheit, Klarheit, Abenteuerlust und wahrem Ankommen. Hier ticken die Uhren anders, die Lebenslust der Menschen steckt an und die atemberaubende Natur ist wie Balsam für die Seele. Once in a Lifetime – diese Gegend mit ihren atemberaubenden Aussichten aufs Meer, frischem Wind, schroffen Bergen und unendlichen Weiten im Landesinneren muss man einmal im Leben gesehen haben. Doch Achtung: Dieses Land kann süchtig machen. Nicht wenige sind für immer hier geblieben … 

Ankunft. Am frühen Morgen werden wir am internationalen Flughafen Kapstadt mit einem Kleinbus von unseren Tourguides abgeholt und auf geht’s nach Hout Bay. Ein schönes Fischer Städtchen im West-Kap am Atlantischen Ozean einige Kilometer von Kapstadt entfernt. Hout Bay bedeutet übersetzt Holzbucht. Wir werden in einer komfortablen, afrikanisch angehauchten Lodge deutscher Inhaber unterbracht, am ersten Tag erkunden alle die nähere Umgebung, genießen ein kleines Nickerchen am Pool mit Blick auf die umgebenden Berge oder starten eine Shopping Tour in der Waterfront in Cape Town. Zum Abendessen und Kennenlernen treffen sich alle in einem der Restaurants in Hout Bay.

Tag 1 – Kap der guten Hoffnung. Der erste Tag startet mit einem Treffen am Harley-Shop, jeder bekommt die passende Maschine und Ausrüstung und dann geht’s los auf den Chapman’s Peak. Achtung Linksverkehr! Unter Anleitung unserer erfahrenen Guides weiß jeder schnell, was „Großes Rechts“ und „Kleines Links“ bedeutet. 

Die erste Tour heute geht auf die Kaphalbinsel, Cape Peninsula, zum Kap der guten Hoffnung. Wir fahren über den spektakulären, kurvenreichen Chapman’s Peak Drive bis zum ersten Fotostopp. Die Aussicht über die ganze Bucht von Hout Bay ist atemberaubend. Die Sonne scheint, der Himmel ist blau. Weite, wilde, raue Landschaft rechts und links, viele Kurven, bis zum Kap der guten Hoffnung. 

Gefiederte Begegnung auf der Straße
Gefiederte Begegnung auf der Straße

Fynbos nennt sich die Vegetation, Protea-Gewächse verschiedenster Art. Kurz vorm Kap sehen wir im Naturreservat einige freilaufende Antilopen und Vogelstrauße. Auf dem Parkplatz am Cape Point tummeln sich Baboons (Paviane), denen man mit Respekt und Vorsicht begegnen sollte. Niemals sollte man in ihrer Nähe etwas essen,
denn sonst reißen sie es einem direkt aus der Hand! Wir machen einen kleinen Fußmarsch zum Leuchtturm hinauf. Vom Plateau eröffnet sich eine atemberaubende Aussicht auf die gesamte False Bay, mit den Bergen im Hintergrund und unter uns das tosende Meer. 

Die Fahrt geht weiter am Meer entlang bis Simons Town zu einer Pinguin-Kolonie. Die kleinen Kameraden watscheln genüsslich am Strand entlang und stören sich nicht an den Besuchern. Spätestens jetzt ist klar: wir sind am anderen Ende der Welt.

Cape Agulhas - links ist das Wasser etwas wärmer …
Cape Agulhas – links ist das Wasser etwas wärmer …

Tag 2 – Von Hout Bay in die alte Kolonialstadt Montagu. Am nächsten Morgen starten wir unsere Tour ins Landesinnere. Der Kleinbus wird mit unserem Gepäck beladen, es ist auch eine Kühlbox mit Softdrinks dabei. Auf einen Trailer werden 2 Motorräder geladen, für den Fall einer Panne. Es kann los gehen, unser Tagesziel ist Montagu. Frank und Pierre, unsere beiden Guides, sowie 8 Teilnehmer steigen auf die Bikes. Der Bus mit dem Trailer bildet das Schlusslicht, gefahren von Tourguide Wolfgang. 

Wir fahren im gemächlichen Tempo entlang der Küstenstraße, durch die beliebten Urlaubsorte Camps Bay und Greenpoint nach Cape Town. In der Stadtmitte geht es dann auf die Autobahn. Der Verkehr ist zunächst stark, doch es wird entspannter, je weiter wir Kapstadt hinter uns lassen. Wir fahren Richtung Berge, bekommen ein Gefühl für Afrika und seine wilde Natur, dann fahren wir den Du Toitskloof Pass und genießen erste Ausblicke auf das weite Land. 

In Montagu beziehen wir unsere Zimmer in der Mimosa Lodge, einem Haus aus der Kolonialzeit, das ein Schweizer Pärchen liebevoll restauriert hat, und trinken ein kaltes Bier. Der alte Holzboden knarzt bei jedem Schritt, man fühlt sich in andere Zeiten versetzt. Der Nachmittag wird von einigen für einen Spaziergang durch das malerische Dorf genutzt, und Abends treffen sich alle im Restaurant, das weit bekannt ist für seine ausgezeichnete Küche. Südafrika hat nicht nur touristisch, sondern auch kulinarisch sehr viel zu bieten.

Kurios: Pub und Coffee Shop "Ronnies Sex Shop"
Kurios: Pub und Coffee Shop „Ronnies Sex Shop“

Tag 3 – Über die Route 62 nach Oudtshoorn ins Luxus-Zelt. Nach dem Frühstück cruisen wir gemütlich auf der Route 62, der längsten Weinstraße der Welt, durchs Karoo bis nach Oudtshoorn. Die beliebte Strecke für Tourenfahrer bietet eine spektakuläre Landschaft und urige Raststätten. Obligatorisch ist der Stopp bei Diesel & Cream, diesen Laden mit 50er Jahre Deko und Sammelsurium aus alten Zeiten sowie Milkshakes von Weltklasse muss man erlebt haben. Auch an Ronnies Sex Shop wird gestoppt. Dieser Pub und Coffee Shop mitten in der Karoo zeichnet sich aus durch jahrelang gesammelte BHs und Höschen, die von der Decke hängen. Perfekt für eine entspannte Tasse Kaffee.

In der Game Lodge Oudtshoorn beziehen wir unsere Luxus-Zelte, heute Nacht gönnen wir uns Glamping (=Glamour-Camping). Am Nachmittag können wir Elefanten füttern oder es uns in der Badewanne im Zelt mit Blick auf die Savanne und grasenden Tiere gemütlich machen. Nach dem Abendessen mit Afrikanischen Köstlichkeiten, sitzen wir noch ganz entspannt am beleuchteten Wasserloch und beobachten das Treiben der Antilopen und Zebras.

Faszinierende Landschaften - Cape Adventure auf Harley-Davidson

Tag 4 – Von Oudtshoorn nach Graaff Reinet und ins Valley of Desolation. Auf dem Weg nach Graaf Reinet, dem Valley of Desolation fahren wir durch atemberaubende Landschaften. Hohe, beindruckende Felsen säumen die kurvenreichen Straßen. Immer wieder sehen wir einen Bach an unserer Seite fließen, bis zu einem Stopp. Dort geht es einen kleinen Fußmarsch hoch zum Meiringspoort Wasserfall. Einige der Teilnehmer haben vorsorglich ein Handtuch eingepackt und erfrischen sich in dem kristallklaren Wasser.

Die Fahrt geht weiter, bis uns eine Schafherde den Weg versperrt. Sie überqueren die Straße und laufen kreuz und quer durch die Motorräder. 

In Graaf Reinet angekommen geht es am Spätnachmittag zum Valley of Desolatin. Von dort oben genießen wir den Sonnenuntergang mit wieder einmal unglaublich schöner Aussicht auf das Tal.

Cape Adventure auf Harley-Davidson Tag 5 – Von Graaff Reinet nach Addo und Abendsafari. Wir verlassen Graaff-Reinet in Richtung Süden auf der R75 Richtung Port Elizabeth bis zur rustikalen Dungbeetle River Lodge am Sundays River. Der Tourguide wartet schon. Alle Mann auf das Safari Fahrzeug und los geht es in ein nahegelegenes „Game Reservoir“. Wir sehen Antilopen, Zebras, Giraffen, Erdmännchen und vieles mehr. Nach der Safari freuen wir uns auf ein kühles Bier. Wir sitzen in der Dämmerung am Lagerfeuer und lassen uns einen leckeren afrikanischen Poitjie aus Antilopenfleisch schmecken. (Poitjie, aus dem Afrikaan­sen, ist ein Eintopf aus Fleisch, Kartoffeln und Gemüse) Nebenan beginnen die Löwen ihre Jagdsaison. Wir haben Glück: zwei junge Löwen versuchen sich an einem Flusspferd und merken schnell, dass sie sich einen zu mächtigen Gegner gesucht haben. Wir genießen das Schauspiel. Abends fallen alle todmüde ins Bett. 

Fotosafari im Addo Elephant Park
Fotosafari im Addo Elephant Park

Tag 6 – Addo Elephant Park. Am frühen Morgen genießen wir ein herzhaftes Frühstück direkt am Ufer des Sunday River. Mit dem Safari Wagen geht es in den ADDO Elephant Park. Wir sehen alle „Big Five“ und unsere Kameras knipsen was das Zeug hält. Es ist heiß! Aber durch den Fahrtwind des offenen Geländewagens ist die Hitze gut auszuhalten. Am späten Nachmittag zurück in der Lodge, springen ein paar aus unserer Gruppe in das erfrischend kühle Nass des Flusses. 

Unsere Gastgeber der Lodge überraschen uns mit einem typisch afrikanischen Braai (Grillabend) es gibt Kudu Filets, Hähnchen Spieße, Miellie Pap (Maisbrei) und Salate. Trotz eines heftigen Regenschauers lassen wir uns nicht die Laune verderben.

Tag 7 – Von Addo nach Tsitsikamma. An diesem Tag fahren wir hauptsächlich auf der N2 Richtung Kapstadt im Garden Route National Park mit dem Ziel Tsitsikamma. Wir machen einen kleinen Stopp in Jeffreys Bay, welches als der beste Surfer Spot in Südafrika gilt, und beobachten die Surfer bei einem leckeren Eis. In Tsitsikamma bewundern wir den Big Tree – den größten, 800 Jahre alten Baum von Südafrika mit 9 Metern Umfang und 37 Metern Höhe.

Nicht vergessen: hier herrscht Linksverkehr!
Nicht vergessen: hier herrscht Linksverkehr!

Tag 8 – Von Tsitsikamma über die Lagunenstadt Knysna nach Mossel Bay. Weiter geht es auf der N2 in Richtung Kapstadt, über die 208 Meter hohe Bloukranz Bridge. Von dieser Brücke haben sich schon Teilnehmer früherer Touren in Form von Bungee-Jumping hinuntergestürzt, wir verzichten allerdings darauf. Von Knysna geht’s dann weiter durch den Wilderness National Park zu unserem nächsten Stopp nach George und anschließend über den Outeniqua Pass die N9 entlang Richtung Oudts­hoorn, von dort Richtung Mossel Bay über den Robertson Pass.

Tag 9 Von Mossel Bay über Swellendamm nach Arniston. Von Mossel Bay fahren wir die R329 wieder Richtung Oudtshoorn und von dort über den landschaftlich beeindruckenden Tradouw Pass nach Swellendamm. Hier machen wir besonders viele Fotostopps und können uns kaum sattsehen an der wunderschönen Natur. Weiter geht’s bis an die Küstenstadt Arniston. 

Tag 10 – Von Arniston nach Hermanus: Whale Watching. Von Arniston fahren wir direkt zum Kap Agulhas, dem südlichsten Punkt Afrikas. Hier treffen sich Atlantischer und Indischer Ozean und es herrscht eine ganz besondere Stimmung. Es lohnt sich, die Stufen des Leuchtturms zu erklimmen und den Blick weit über die beiden Ozeane zu richten. 

Von hier geht es ein Stück zurück Richtung Bredasdorp und durch leicht hügelige Landschaften weiter nach Hermanus, einem Erholungsort mit vielen Geschäften und Restaurants. Sehr beliebt für Seafood und zum Whale Watching, vor allem im südafrikanischen Frühling. Die Wassertemperatur ist hier in den hiesigen Wintermonaten wärmer und somit ideal für die Wale, ihre Jungen zu gebären. 

Tag 11 – Von Hermanus nach Stellenbosch zur Weinprobe. Von Hermanus fahren wir direkt nach Betty’s Bay, machen dort einen kurzen Besuch bei den Pinguinen und dann weiter entlang der Whale Coast Route bis nach Gordon’s Bay und die R44 nach Strand und zu unserem Tagesziel, dem Spier Weingut in Stellenbosch, wo wir den Abend mit einer Weinprobe ausklingen lassen 

Der Franschhoek Pass oberhalb von Kapstadt
Der Franschhoek Pass oberhalb von Kapstadt

Tag 12 – Letzte Etappe: Stellenbosch bis Hout Bay. Vom Spier Hotel fahren wir durch die Weinbauregion Stellenbsoch Richtung Hout Bay. Zwischendurch kommen wir an Kapstadts wichtigstem Wasserspeicher, dem Three Waterskloof Damm, vorbei und betrachten das beeindruckende Bauwerk. Von dort geht es weiter über den Franschhoek Pass nach Franschhoek, übe Wellington, und die Hügel von Durban Ville zum Blouberg Strand. Von hier hat man eine fantastische Aussicht auf den Tafelberg, und wir knipsen, was das Zeug hält. Letztes Ziel ist der
Harley-Dealer in Kapstadt. 

Tolles Erlebnis: Cape Adventure auf Harley-Davidson
Ein tolles Erlebnis: Cape Adventure auf Harley-Davidson

Am späten Nachmittag treffen wir wieder in unserer Lodge in Hout Bay ein. Zum Abschied schlendern wir Abends alle zusammen über den Hout Bay Market mit Street Food und Lifemusik und stoßen auf die Reise an. Es gibt viel zu erzählen, wir schwelgen in schönen Erinnerungen und fühlen uns ein wenig wehmütig, die ersten unserer Gruppe fliegen morgen schon wieder gen Heimat. Alle sind sich einig, es gibt ein Wiedersehen! Ob in der Heimat auf einen Besuch oder zu einem Harley Treffen. Oder auf einer erneuten Tour im nächsten Jahr durch Südafrika!

Weitere Infos:

Neugierig auf mehr? Cape Adventure bietet einmal im Monat eine virtuelle Info-Tour an. Zwei Stunden am Abend online – für einen Vorgeschmack, am besten bei einem Glas Wein. Die nächste Live-Tour, wie hier beschrieben, findet im März 2023 statt. Mehr Infos gibt es online unter www.cape-adventure.info. 

Vor Ort gibt es noch weitere Tour-Angebote, z.B.: eine Tour zum südafrikanischen Nordkap, eine Frühlingsreise nach Namaqualand zur Blütezeit im September oder Golf-Touren. Harley-Vermietungen (auch halbtags- oder tageweise) sowie Tourinfos für Selbstfahrer, Chauffeur Rides und mehr gibt’s bei Amakhaya American Bikes Rentals & Tours unter www.cuincapetown.co.za.


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Ein Kommentar zu :
“Südafrika auf Harley-Davidson”


  • Wir haben diese Traumreise im Dezember 2021 mit Cape Adventure gemacht und können sie jedem leidenschaftlichen Motorradfahrer als Krönung des Bikerlebens nur bestens empfehlen. Dieser Reisebericht kann nicht annähernd die Herzlichkeit der Bevölkerung, die Schönheit der Landschaft, die Perfektion der Tour-Organisation und die Passion der Tourguides widerspiegeln, die wir hier erleben durften. Und eines ist sicher: wir kommen wieder, denn der Suchtfaktor Südafrika ist überwältigend.