aus Kradblatt 7/26 von Alexandra Frauen
In Kradblatt Ausgabe 2/23 berichtete Alexandra von ihrer „Verpieseltour“ nach Tschechien. Die Tour Nr. 2 führte sie nach Italien auf die Insel Sardinien. Da ihre Erlebnisse den Rahmen der gedruckten Ausgabe gesprengt hätten, gab es im Heft ein gekürzte Version und hier die komplette Story. Viel Spaß beim Lesen …

Arrivederci Hamburg, Ciao Italien
Es beginnt wie immer: mit einer Idee, die zu lange im Kopf bleibt, bis sie endlich raus muss. Sardinien. Zehn Jahre Gladius. Zeit, loszufahren.
Ich ließ meine Gladius noch einmal bei Frank und seinem Team in der Werkstatt durchsehen. Motorrad Technik Hamburg. (www.motorrad-hamburg.de). Seit über 14 Jahren bin ich dort Kundin. Sie kennen mein Motorrad, sie kennen meine Macken. Als ich losfuhr, wusste ich: Wenn etwas schiefgeht, liegt es an mir, nicht an der Maschine.
Die letzte Verpieseltour nach Tschechien war ein Erfolg gewesen. Diesmal sollte es größer werden. Sardinien, endlich. Fünfmal hatte ich die Reise schon verschoben. Jetzt nicht mehr. Zehn Jahre Gladius, das ist mehr als Blech und Schrauben. Es sind Pässe. Splügenpass. Erste Serpentinen in Italien. Schotter, den wir ohne Sturz überlebt haben. Die kleine Suzuki hat mich nie im Stich gelassen.
So etwas muss man feiern.
Die Planung sieht folgendermaßen aus: Im Juni geht es mit der GNV-Fähre von Genua nach Olbia. Ich werde eine Woche lang sowohl an der Küste entlang als auch ein wenig im Hinterland entlangfahren. Dann bleibe ich zwei Tage in der Nähe von Porto Torres, weil ich auf die Insel Asinara möchte, um dort das Schildkrötenhospital zu besuchen, habe dort eine Schildkröte adoptiert und geplant ist auch tauchen zu gehen. Eine Woche ist knackig und reicht bei weitem nicht aus, um dieser Insel gerecht zu werden.
Unterkünfte
Quinto tronco, Elini
New Ca’Mea, Villasimius.
B&B Le Mura, Iglesias
La Piazzetta, Austis
B&B La Perla Bianca, Sassari
Hotel Plazza, Porcari
Von Hamburg nach Italien
Gepackt hatten wir am Vortag. Also: mein Freund.
Ich selbst hatte schon Wochen vorher angefangen. Eine Tasche für die Motorradreise. Einen Rucksack für die Fähre. Eine weitere Tasche für die Autofahrt von Hamburg nach Cremona. Es war zu viel Gepäck, aber so ist es, wenn man meint, auf alles vorbereitet sein zu müssen.
Am Mittwoch um 08:15 Uhr fuhren wir los. Auto, Anhänger, die Gladius hinten drauf. Quer durch die Stadt, dann die A24, später die A9. Nach 500 Kilometern stoppten wir an einem Campingplatz an der Bleilochtalsperre. Ein schöner Platz am Wasser.
Auf Campingplätzen dauert es nie lange, bis jemand redet. Ein älterer Herr, um die achtzig, kam vorbei. Er fuhr ein ähnliches Auto wie wir. Er erzählte, dass er durch den Stausee geschwommen sei. Ohne Flossen. Und dass er mit dem Fahrrad Steigungen mit 15 % gefahren ist. Ein zäher Typ. Ich hatte Respekt vor ihm.
Wir tranken ein, zwei Bier und ließen den Tag ausklingen. Am nächsten Morgen fuhren wir weiter nach Italien.
Mein Freund hatte sich mit einem Kumpel in Cremona an der Rennstrecke verabredet. Drei Tage Rennstreckentraining. Die Etappe von Thüringen nach Cremona war lang. 36 Grad, die Luft stand, 700 Kilometer, die abgerissen werden mussten. Wir kamen rechtzeitig zur Pizza-Zeit an. Wir aßen Pizza, tranken Ichnusa, das Bier von Sardinien, und luden alles für die Rennstrecke aus.

23.06.: Anfahrt nach Olbia – 236 km
Der Start der Tour: Circuit Cremona.
Mein Freund blieb mit den anderen auf der Rennstrecke. Ich sollte von hier aus allein losfahren.
Die Sonne stand gut. Es ging über Landstraßen entlang des Po, über die SP10 Richtung Fidenza. Durch die Berge bei Bettola. Kein Platz für Trödelei, die Fähre wartet nicht.
Ab Piacenza nahm ich die SS45 bis Genua. Eine Straße wie gemalt. Frischer Asphalt, glatte Kurven, Übergang an Übergang. Wenig Verkehr. Gute Linie, leichtes Motorrad, ruhiger Kopf. So soll Motorradfahren sein.

Ein kurzer Tankstopp, dann der Weg zum Fährhafen. Ich hatte mir das schlimmer vorgestellt. Die Gedanken vorab: Chaos. Hupen. Schreiende Männer in Warnwesten. Öl auf dem Boden. Sturz auf der Rampe.
In Wirklichkeit war es anders. Alles war gut ausgeschildert, das Personal war sehr freundlich. Es gab eine eigene Spur für Motorräder. Wir standen vielleicht 30 Minuten. Dann winkten sie uns an Bord. Mein Motorrad wurde fest verzurrt. Kein Drama.
Ich nahm meine Sachen und suchte die Kabine. Die Karte funktionierte erst nicht, jemand half.
Ich hatte vorher viele negative Bewertungen der GNV gelesen. Dreck, Chaos, schlechte Organisation. Aber als ich meine Kabine betrat, war sie sauber. Kein Luxus, kein Kreuzfahrtschiff. Aber in Ordnung.
Ich lief über das Schiff. Italiener überall. Ich liebe das Land. Das Essen. Die Lebensart. Aber wenn mehrere hundert Menschen durcheinanderreden, wird es laut in einem Kopf, der Ruhe sucht. Kurz vor dem Ablegen fand ich einen Platz an Deck. Ich sah zu, wie Genua kleiner wurde.
Diese Reise stand unter einem Motto: 100.000 km Gladius auf Sardinien.
Das spannende an diesem Tripp ist, dass es ganz viele erste wundervolle, vielleicht auch herausfordernde Momente geben wird. Der erste Eindruck ist der erste Eindruck und der lässt sich nicht nochmal erleben. Und da ich mich auf diese Reise schon seit vielen Jahre freue, ist es noch eine Spur aufregender.
Am Abend ging ich ins Bordrestaurant. Es war laut und hektisch. Die Nudeln mit Meeresfrüchten waren heiß und gut. Das Personal freundlich, die Tische wurden abgeräumt. Ich lernte an diesem Tag, dass Bewertungen im Internet nur die halbe Wahrheit sind.
Ich ging früh schlafen. Draußen der Seegang, innen die Müdigkeit. Ich schlief gut genug.
Um 04:30 Uhr war ich wach. Duschen, Sachen packen, ein Frühstück, das okay war.
Wir liefen mit 30 Minuten Verspätung in Olbia ein. Im Bauch der Fähre war es eng. Die Autos rollten vor uns von Bord. Als ich zu meiner Gladius kam, stand sie noch genau da, wo ich sie zurückgelassen hatte. Die Gurte lösten sich, der Motor sprang an.
Ich konnte dann alles in Ruhe festmachen und konnte dann entspannt die Fähre runterfahren. Dadurch dass der Hafen von Olbia klein und schnuckelig ist, war man mit dem Motorrad schnell draußen.
Oh Mann, endlich setzten meine Gladius und ich die Reifen bzw. Füße auf sardischen Boden und das Abendteuer konnte beginnen.
24.06.: Olbia – Elini
Ich will nicht zu viel vorwegnehmen. Aber an diesem Tag war alles dabei.
Abfahrt um 07:30 Uhr. Ankunft in Elini gegen 17:30 Uhr.
Aus Olbia kam ich schnell hinaus. Ab dann begann der Traum aus Kurven.
Die SS125 führte an der Küste entlang. Das Meer lag rechts von mir, tiefblau. In Budoni, am Spiaggia Sant’Anna, hielt ich zum ersten Mal an. Die Bar Sa Capanizza lag mit Blick auf das Meer. Ein Getränk, ein Stück Schatten, der Blick auf das Meer. Ich ging noch nicht ins Wasser. Die Insel würde mich noch früh genug locken.
Der Parkplatz kostete zwar Geld, aber es war in Ordnung. Danach ging es weiter nach Süden, wieder die SS125. Die Sonne brannte, der Fahrtwind kühlte ein wenig.
Es ist auch noch zu erwähnen, dass man in Sardinien aufpassen muss, wenn man in den Bergen unterwegs ist. Es kann auch mal passieren, dass hinter der nächsten Ecke gerade Ziegen über den Weg laufen oder Kühe am Wegesrand stehen. Die für mich anspruchsvollste Passage war von Orosei bis Santa Maria Navarese. Auf dieser Strecke war kein normaler Asphalt, sondern Betonplatten, die getrennt waren. Erschwerend kam hinzu, dass die Serpentinen schon sehr eng und steil waren und ich ein wenig meine Mühe hatte und ich bin da ein wenig an meine Grenzen gestoßen. Solche Kurven ist man in Norddeutschland nicht gewohnt.
Gegen 17:30 Uhr erreichte ich Elini. Die Hitze klebte an mir. Ich stellte das Motorrad ab und bestellte zuerst ein kaltes Ichnusa. Die Bar gehörte zur Unterkunft. Der Besitzer sprach Englisch und zeigte mir das Zimmer. Für 32 Euro war es mehr als gut.
25.06.: Elini – Villasimius

Ich hatte gut geschlafen. Alles wieder einpacken, Gurte festziehen, Helm auf. Heute wollte ich zum ersten Mal an den Strand.
Die Tour hatte ich von 300 auf 150 Kilometer gekürzt. Die Etappe am Vortag hatte gezeigt, wie trügerisch Kilometerangaben sind, wenn die Straße aus Kurven und Höhenmetern besteht. In den Bergen zählt Zeit mehr als Strecke und die Kilometer spulen sich nicht so schnell ab.
Bei einer Durchfahrt in Lanusei sah ich eine Gruppe traditionell gekleideter Sarden, die zur Kirche gingen. Eine Szene, die man sich merkt, auch wenn man die Hintergründe später erst nachschlägt.
Es ging dann immer weiter entlang die SS 125 entlang. Es war einfach unbeschreiblich schön. Nach Villaputzu, einem kleinen feinen Ort, der auf jeden Fall einen Besucht wert ist, machte ich eine Eispause in Muravera. Eigentlich wollte ich noch zur Costa Rei, aber ich entschied mich doch dafür auf den direkten Weg nach Villasimius zu fahren.
Das Hotel, welches ich gebucht habe, hat mich sehr positiv überrascht. Ein großer Parkplatz ist vor der Haustür und die Dame an der Rezeption konnte Englisch und war sehr nett und zuvorkommend. Sie gab mir auch ganze tolle Tipps wegen einem Strand zum Schnorcheln.
Zimmer beziehen, Motorradklamotten aus, Badesachen an. Ich fuhr zum Spiaggia Timi Ama. Sardische Zufahrtsstraßen können tückisch sein, sandig und tief. Ich hatte vorher einen Blick in Google Street View geworfen. Die Zufahrt war machbar, die Parkplatzgebühr von 2,50 Euro schnell vergessen.
Der Strand bedarf keiner großen Worte. Dieser hatte den feinsten Sandstrand und ich habe bis dato noch nie so etwas Schönes gesehen. Zum Glück hatte ich Tauchmaske und Schnorchel dabei, sonst wäre mir sehr viel entgangen.
Ich hätte nicht gedacht, dass Wasser so klar sein kann und dass so viele Fische im teils flachen Wasser anzutreffen sind. Ich bin ja sonst nicht so die Strandgängerin aber dieser Besuch hatte so viel Magie, dass ich es nicht in Worte fassen kann. Ich hätte gerne die Zeit angehalten. Wenn Du nur dasitzt und aufs Meer schaust und feststellst, Du hast alles richtig gemacht und all die Strapazen haben sich gelohnt.
Was auch noch zu erwähnen ist, dass es am Strand einmal einen freien Strand gibt und einmal das Bagno. Dort kann man Liegen und Schirme mieten, dies habe ich aber nicht gemacht und bin auch froh darüber. Links seitig vom Bagno war der freie Strand. Was ein ganz bisschen störend war, waren die Strandverkäufer, die man auch von Mallorca kennt. Aber sie waren zwar zahlreich vertreten, aber nicht aufdringlich.
Es meldete sich dann aber ein kleines Hüngerchen und ich mich machte mich wieder auf dem Weg zum Hotel. Schnell geduscht und umgezogen und es ging zum Abendessen ins Terra Enogastromia. So zuvorkommend wurde ich schon lange nicht mehr bedient. Das nenne ich absoluten Service am Gast. Meine Spaghetti mit Scampis waren ein Traum und das Dessert eine sardische Spezialität ebenso. Zum Abschluss gab es dann noch Mirto und dann ging es satt und glücklich wieder ins Hotel, wo ich sehr schnell eingeschlafen bin.
26.06.: Villasimius – Cagliari – Iglesias – 259 km

Jeden Morgen dasselbe Ritual. Gepäck aufs Moped. Verzurren. Helm, Handschuhe, los. Das ist der Preis für das Unterwegssein.
Das Frühstück auf der Terrasse war reichhaltig. Es gab sogar ein gekochtes Ei. In Italien ist das eine kleine Sensation. Normalerweise gibt es Kaffee und etwas Süßes. Kuchen. Croissant. Nichts, das den Kilos hilft.
Das Hotel kann ich absolut uneingeschränkt empfehlen, auch wenn es ein wenig teurer war. Ich habe 86,00 € die Nacht bezahlt für eine Nacht. Dies war aber jeden Cent wert.
Ich fuhr bei Hitze los. Villasimius zu verlassen tat fast weh. Es ist eine schöne Stadt. Die SP17 führte mich Richtung Cagliari. Am Hafen hielt ich kurz an. Cagliari ist schön, aber laut, voll, hektisch.
Weiter ging es auf der SS195. Sie trennt das Meer vom Stagno di Cagliari, einem Naturschutzgebiet mit Flamingos. Rosa Vögel in der Hitze, die auf einem Bein stehen können, während Menschen schwitzen.
Als meine Wasservorräte zu Neige gingen, denn das sollte immer beachtet werden, gerade bei heißen Temperaten: Immer genügend Wasser dabeihaben und ein aufgeladenes Handy, machte ich einen Stopp bei Coop. Da mich die Verkäuferin nicht verstand holte sie ihre Kollegin, die fließend Deutsch sprach, weil sie in Wolfsburg gelebt hat und der Liebe wegen nach Sardinien ausgewandert ist. Oh was für ein lustiger Zufall.
Ein paar Souvenirs und eine kleine sardische Flagge konnte ich mein Eigen wobei letzteres auf der Motorradtasche als Glücksbringer angebracht werden musste.
Weiter ging es dann wieder immer entlang der SS 195, dem Pondon zur B 195, eine feinste Kurve nach der anderen, vorbei an der Caserna Pisanodi Copo Teulade ein sehr interessantes riesengroßes Militärareal.
Da der kleine Hunger sich bemerkbar machte, machte ich halt in Sant Anna Aresi, einer kleinen süßen Stadt. In einer kleinen Bar wie soll auch anderes sein sprach die Bedienung auch Deutsch, weil sie jahrelang in Deutschland gelebt hat. Ich finde es immer wieder unglaublich, dass man noch so weit reisen kann und feststellt, die Welt ist ein Dorf. Kurioserweise kamen die Carabinieri auch in diese kleine Bar. Mein Bike stand zwar nicht so optimal, aber anscheinend ist ihnen das gar nicht aufgefallen. Dann folgten auch noch mehrere Autos mit italienischen Militärsoldaten. Ich finde schon, dass die von Ihrer Erscheinung was her machen und strahlen eine gewisse Präsenz aus und man hat auch gehörigen Respekt. Da ich ein wenig getrödelt habe beim Fahren bin ich von der Bar direkt nach Iglesias gefahren.
Froh an der Unterkunft angekommen zu sein, zeigte mir der sehr freundliche Besitzer das Zimmer. Er konnte zwar kein Englisch aber dank Übersetzer haben wir es hinbekommen. Alles schnell ausgepackt und einen Spaziergang durch die Stadt gemacht. Iglesias ist ganz zauberhaft und eine Reise wert. Man sollte aber nicht nur so wie ich so kurz in der Stadt sein, sondern ein paar Tage einplanen. Italienisch untypisch war ich Crêpe essen, der sehr lecker war und die Besitzerin war auch sehr nett. Ich muss auch sagen, dass ich bis zu diesem Zeitpunkt dieser Reise nur nette hilfsbereite Menschen kennengelernt habe. Es sollte aber noch besser werden, aber das ahnte ich zu diesem Zeitpunkt noch nicht.
27.06.: Zur Düne Piscinas – nach Austis – 246 km
Diese Tour sollte meine erste große Prüfung werden.
Morgens früh fuhr ich los. Die Familie des Besitzers verabschiedete mich freundlich. Voll bepackt ging es Richtung Buggeru. Erst SS126, dann SP83.
Diese dann immer weiter entlang. Dann wurde wechselte die Straße von einem super Zustand auf einmal in Schotter und Sand. Ein paar Kilometer zuvor war auch ein Schild zu sehen, aber habe es nicht so ernst genommen, hätte ich es mal gemacht. Oh, dachte ich, das wird schon gehen.
Es ging vorbei an der Laveia Brassey einer stillgelegten Mine bzw. Waschanlage mit der Quarzsand gewaschen wurde, um die Mineralien aus dem Gestein zu gewinnen. Seit 1960 ist die Mine geschlossen. Gewundert habe ich mich natürlich schon, dass ich das einzige Motorrad und viele Jeeps und Wohnmobile unterwegs waren. Da umdrehen keine Option mehr war, ging es dann weiter bis der Weg sich gabelte: geradeaus ging es zur Düne di Piscinas und rechts ging es den Weg weiter. Ich fuhr rechts.

Vor mir tat sich ein Wasserloch auf. Es ging steil bergab durch das Wasserloch und auf der anderen Seite musste man wieder steil hoch. Ich war kurz vorm Heulen, weil ich dachte, da komme ich auf gar keinen Fall durch. Dann kam von vorne ein Wohnmobil, das hupte und ich manövrierte mein feststeckendes Motorrad wieder raus. Das Wohnmobil fuhr ohne Probleme durch dieses Wasserloch und der Fahrer stieg aus. Mein Retter. Zum Glück konnte er Englisch und nach kurzer Beruhigung und Beratschlagung fuhr dann der nette Italiener meine Gladius durch das Wasserloch. Sah schon sehr spektakulär aus. Mein Herz ist kurz stehen geblieben, aber bis auf einen Handschuh und einer Wasserflasche die weggeflogen sind, ist alles heil geblieben. Ich musste dann nur noch meine Tasche und meinen Helm rüber tragen. Nur gut, dass ich in neue Stiefel investiert habe, die wasserdicht sind. Hätte nie gedacht, dass meine Gladius solche Enduro Qualitäten hat. Kurz ausgeruht und tausendmal bei meinem Retter bedankt (ich glaube der Deutsche hätte mir nicht geholfen) ging es auf die letzte holperige Etappe. Diese hatte es zwar auch ein wenig in sich, aber war dann auch echt stolz auf meine Gladius und mich, wie wir das gemeistert haben.
Nach einigen Kilometern tat sich dann eine Art Oase auf und in Sant Antonio di Santandi war ein Hotel wo ich das erste Mal in meinem Leben Octopus gegessen habe und diese war so sensationell lecker. Direkt an der Terrasse war der Pool des Hotels und ich musste nicht lange überlegen. Ich war fix und fertig und meine Gladius und ich hatten uns eine Pause verdient. 6,00 € für eine Liege mit Schirm war jetzt kein Schnapper aber die Abkühlung im Pool tat so gut und ein wenig mal auf der Liege auszuruhen, weil Balsam auf meiner Seele. Die Batterien aufgeladen ging es dann auch wieder weiter Richtung Austis.
Es ging vorbei am wunderschönen Amodeo Oasis See (Lago Omeideo) ist der größte Stausee Italiens und Sardiniens. Der Stausee erstreckt sich über 20 km Länge. Dann erreichte ich endlich nach weiteren wundervollen Kurven Austis. Vor der Unterkunft angekommen erwarteten mich mehrere ältere Damen, die mich gleich absolut herzlichst begrüßten. Man muss auch wissen, dass Austis ein wirklich kleines schnuckeliges Bergdorf ist und ich glaube, dass Touristen sich dorthin nur selten verirren. Ich habe die Damen nicht verstanden, aber mit Google Übersetzers Hilfe konnte ich mein Zimmer beziehen. Die ältere Dame, die mir den Schlüssel übergab, wollte mir noch die Taschen hochtragen, na das geht ja mal gar nicht 😊
Nach einiger Zeit kam dann auch Guiseppina und erkläre mir wie auch die ältere Dame zuvor, bloß ich habe sie nicht verstanden, dass ich doch bitte mein Motorrad nicht direkt an der Straße parken mögen sondern auf dem eigenen Parkplatz. Dieses Mysterium ist mir bei allen Unterkünften aufgefallen. Bitte nicht an der Straße parken, sondern lieber in der Garage oder auf dem eigenen Parkplatz. Also fix umgeparkt, duschen gegangen und ab ins Bett. Die heutige Tour hat doch schon seinen Tribut gezollt.

28.06.: Von Austis die Küstenstraße entlang, Bosa Alghero – Sassari – 251 km
Ausgeruht ging es dann weiter auf das Highlight dieser Route. Die vielgelobte Küstenstraße von Bosa nach Alghero. Es ging erst einmal wieder den gleichen Weg zurück wie am Vortag, entlang dem schönen Stausee. Durch Zufall landete ich beim Carabineri Squadrone Eliporto Caccialtori Sardegna Abbasana. Es waren Hundegebell und Schüsse zu hören in den Gebäuden. Laut Wikipedia handelt es sich hierbei um eine Spezialeinheit der Polizei und diese sind auf dem Hubschrauberstützpunkt stationiert und sind für die Bekämpfung der organisierten Kriminalität zuständig.
Es ging wieder so schöne Straßen entlang der SS 292 durch Tresnurggghes. In diesem Ort war die Straßenführung ein wenig verwirrend, sodass ich 3 x an der gleichen kleinen Bar vorbeifuhr, wo drei ältere Herren saßen, und beim dritten Mal haben die Herren schon ein wenig belustig geguckt. Aber dann ist wenigstens mal was los in dem Dorf 😊 Durch Santa Maria del Mare Richtung Bosa gab es einen Vorgeschmack auf die schöne Küstenstraße. Bosa hat mir auch sehr gut gefallen, so sehr, dass ich ein wenig abwesend war, sodass mir die Guardia di Finanzia mit Lichthupe entgegenkamen und mir sagte, dass ich durch die Einbahnstraße in den Gegenverkehr fuhr. Sie haben auch noch gewartet, ob ich auch wirklich umdrehe.
Dann raus aus Bosa auf die SP 49. Eine absolut herrliche Küstenstraße.
Was ein wenig schade ist, dass es ein wenig neblig und trüb war, dies tat aber dem Spaß keinem Abbruch. Nach ca. 50 Kilometern kam ich dann in Alghero an. Da ich vorher ein wenig getrödelt habe, konnte ich hier nicht anhalten, was aber nächstes Jahr nachgeholt wird. Von der SP 55 ging es dann zum Parco Naturale Regionale di Porto Conte Caccia. Allein die Anfahrt war ein absoluter Traum, jede Kurve ein Genuss. Oben angekommen gibt es die Grotta di Nettuno. Diese habe ich diesmal ausgelassen, weil es zu warm war und mit den Motorradklamotten kein Vergnügen wäre.
Dann ging es die schönen Kurven wieder zurück ab zur Unterkunft bei Sassari. Diese Unterkunft hat noch einmal alles getoppt. Ich wurde auch hier so was von herzlich gegrüßt, hatte erst ein paar Meter weiter von der Unterkunft geparkt und die Besitzerin und Freundin des Hauses sagten auch hier, ich soll mein Moped vorm Haus parken. Gesagt, getan. Dann erstmal das Zimmer gezeigt bekommen. Es war alles total liebevoll eingerichtet unten im Frühstücksraum fehlte es an nichts und es war für alles gesorgt.
Einen Balkon hatte ich auch. Als ich die Sachen nach oben bringen wollte haben die beiden Damen mir geholfen, obwohl ich es überhaupt nicht erwartet hatte. Iga die nette Nachbarin sprach auch Englisch und es sollte sich herausstellen, dass sie mir noch einige Male hilft. Zeitig ging es ins Bett, denn morgen sollte das Highlight dieser Reise sein: Asinara.
29.06. – 30.06. – Asinara

Ich hatte ja gar keine Ahnung wie toll dieser Tag werden sollte. Früh aus den Federn, getreu dem Motto: Der frühe Vogel fängt den Wurm ging es ab nach Porto Torres. Dort kurz Halt gemacht an einer Tankstelle und das liebe ich ja an Italien. Dort gibt es eine Bar und frühst morgens treffen sich alle Arbeiter, LKW-Fahrer usw., um einen Espresso oder Cappuccino zu trinken. Ein wildes Stimmengewirr und diese Atmosphäre finde ich grandios.
Dann ging es aber am zum Hafen. Dort traf ich auf Sergio. Der vorherige Kontakt war auch sehr nett. Das kuriose ist, dass genau einen Monat vorher er mir schrieb, dass er am Hafen ist und das Schiff abgelegt hat ohne mich und er stand da mit dem Fahrrad. Da musste ich ihn doch erst einmal aufklären, dass ich doch erst in einem Monat komme. In echt war er auch genauso sympathisch und hat mir alles erklärt.
Ich hatte viel zu viele Sachen mit und er lieh mir seinen Rucksack und ich konnte meine Motorradtaschen bei ihm lassen. Klar will er Geld verdienen und er lebt vom Tourismus, aber man hat gespürt, dass er von Herzen, das macht, was er macht und einfach ein netter Mensch ist. Das geniale ist auch, dass er mich noch auf der Fähre anrief, weil mein Helm am Motorrad war und er sagte, dass er ihn in seinen Transporter gepackt hat. Also ging es ab auf die Fähre, die Überfahrt empfand ich als ganz angenehm, klar es ist ein altes Schiff, aber das Personal war auch hier sehr nett.
Nach 1 ½ Stunden waren wir endlich auf Asinara angekommen. Auf aufs Rad und erstmal zur Schildkrötenauffangstation CRAMA. Ich hatte dort vor einigen Monaten eine Schildkröte adoptiert, die zwar leider nicht da war, aber die Führung durch die Station war sehr interessant und eine Schildkröte, die aus einem Fischernetz befreit wurde, hatten sie sogar vor Ort. Ein wunderschönes Tier. Es war auch schockierend zu sehen mit welchen Dingen wie Plastik, Fischernetzen, Angelhaken das Leben der Schildkröten schwer gemacht wird und sie in Gefahr geraten oder daran sterben. Weiter ging es dann mit dem Fahrrad Richtung Osten. Nicht vergessen zu erwähnen ist, dass auf Asinara wilde Esel und wilde Pferde leben. Tolle Tiere, die einfach auf diese Insel passen. Während der Tour begegnete ich einigen Eseln auch weiße und einem Babyesel.
Total interessant und beeindruckend fand ich auch den Carcere di Trabuccato. Man muss wissen, dass Asinara eine alte Gefängnisinsel ist. Bis 1999 wurden diese auch als solche genutzt. Die Gefängniswärter haben auch auf dieser Insel gewohnt, jetzt zeugen nur noch die verfallenen Häuser von dieser einstigen Zeit. Weiter ging es dann immer entlang gen Osten. Der Weg ließ sich sehr gut fahren, dort sind auch nur Fahrräder gestattet oder man mietet sich einen E-Golf-Caddy, einen Jeep oder bucht eine Tour. Eigentlich war mein Ziel der Strand Cala Sabina.
Auf dem Weg dorthin machte ich Halt in einem kleinen Hafen. Dort ging gerade ein Tauchlehrer mit seinen Schülern ins Wasser. Ich schaute mir das Treiben an, ich hatte ja Zeit. Das Schiff fuhr erst um 18 Uhr wieder zurück nach Sassari. Irgendwie juckte es mir doch in den Fingern und ich fragte einen von den Tauchlehrern, ob ich auch eventuell tauchen gehen könnte. Da der Tauchlehrer aber gerade im Wasser war und es noch eine Weile gedauert hätte, habe ich mich doch dagegen entschieden.

Ich schaute mir das muntere Treiben noch eine Weile an und erkundete weiter die Insel. Es waren mittlerweile gefühlte 35 Grad und ein wenig Fahrtwind tat ganz gut. Mein nächster Stopp sollte also Cala Sabina sein, die schönste Bucht von Asinara. Es ging einen kleinen Weg rein und dieser war eine regelrechte Schotterpiste. Es ging bergauf, bergab nur über Schotter auch über kleine Serpentinen weswegen ich nach einiger Zeit und es wären noch 1 km gewesen umgedreht bin. Und zumindest konnte man den Weg zurück ein wenig die Abkühlung durch den Fahrtwind genießen.
Bei der Hinfahrt ist mir schon ein kleines Fleckchen Paradies aufgefallen. Mehrere Picknicksitzgruppen im Schatten samt Eselsbesuch. Auf einem Steg entlang konnte man dann von einer Holzplattform aus ins kristallklare Wasser steigen. Mit Schnorchel und Maske ausgestattet ging es ab ins Meer und es war absolut faszinierend. Das Wasser war so klar und man konnte jedes kleine Lebewesen erkennen. Das Wasser war auch sehr angenehm warm. Es war traumhaft schön aber nach der Abkühlung wollte ich noch ein wenig die Insel weiter erkunden. In der Nähe von der Schildkrötenstation entdeckte ich durch Zufall eine zauberhafte Bucht und keine Menschenseele nur ein kleiner Esel und ich. Also ab ins Wasser und ich konnte mein Glück kaum fassen. Wunderschöne Fische, kristallfarbenes Wasser und einfach traumhaft schön. Oh, man am liebsten würde ich auf dieser Insel bleiben.
Aber jeder schöne Tag hat auch irgendwann ein Ende, also schnell umgezogen und aufs Fahrrad geschwungen Richtung Hafen. Noch umgedreht und Tschüss dieser wundervollen Insel gesagt mit dem Versprechen nächstes Jahr wiederzukommen. Nach 1 ½ Stunden völlig groggy aber total happy sind wir wieder in Porto Torres angekommen. Sergio stand wie verabredet am Hafen und nahm das Fahrrad und ich wieder meine Taschen entgegen. Hatten uns noch sehr nett unterhalten und er erzählte mir auch noch, dass er auch Motorrad mit dem gleichen Motor wie meine, eine Suzuki V Strom 1000 fährt. In meinem Klischeedenken habe ich ja immer gedacht, dass Italiener nur italienische Motorräder fahren, mitnichten. Total glücklich ab aufs Bike Richtung Unterkunft.
Ich hatte großen Hunger und wollte gerne einmal in diesem Urlaub typisch sardisch essen. Ich fragte die Dame unten in der Unterkunft, ob sie mir einen Tisch in Sassari reservieren kann. Sie war so zuvorkommend und lieb und hat alles gegeben und obwohl eigentlich die Küche bald schließen wollte, habe ich einen Tisch bekommen in der Trattoria da Gian Lucca. Es ging mit dem Bike durch Sassari, welche sehr enge Straßen und Serpentinen für mich parat hatte. Es hat sich aber gelohnt und ich wurde nicht enttäuscht. Gegessen habe ich originale Gnochetti alla Sarda und als Dessert Panna Cotta. Weltklasse. Satt und glücklich also ab wieder in die Unterkunft aber huch:
Wo ist mein Motorrad? Hatte es doch an einer Baustelle geparkt, wo ist die Baustelle bitte schön? Die Straße hoch und runter gelaufen, kein Motorrad weit und breit. Aber dann dämmerte es mir: Ich musste ein paar Stufen runter und da stand sie und wartete auf mich. Noch fix getankt und ab in die Unterkunft. Morgen geht es ja leider wieder auf die Fähre.
30.06.: Leider wieder zurück mit der Fähre
Wie schnell doch so eine Woche wieder rum ist? Heute geht es wieder zurück. Da ich erst um 10 Uhr aus der Unterkunft raus musste habe ich in Ruhe alles eingepackt und es war selbst am frühen Morgen auch schon wieder unerträglich warm. In Etappen dann das Gepäck wieder auf dem Motorrad festgeschnallt und es war Zeit Tschüss zu sagen. Zum Frühstück ging es dann Richtung Porto Torres, wo ich ein nettes zwar auch ein Touristenrestaurant entdeckt habe, wo ich aber gut frühstücken konnte. Gegenüber gab es einen kleinen zauberhaften Laden, wo es sardische Sachen gab. Da konnte ich natürlich nicht widerstehen und deckte mich mit Nudeln und Deko ein. Als alles wieder verstaut war und die Taschen waren mittlerweile gut gefüllt drehte ich noch eine kleine Runde an der Küste entlang, da ich noch Zeit hatte, bis die Fähre ablegt.
Am Hafen in Porto Torres durften wir noch nicht reinfahren und mussten am Parkplatz warten. Als auch nach einer Stunde die Einfahrt nicht freigegeben war, fragte ich eine deutsche Familie und sie boten mir ein Eis an, weil sie es sonst weggeschmissen hätten. Dies sind so die kleinen netten Begegnungen auf solch einer Reise, die ich mag.
Endlich öffnete sich das Tor und wir mussten vorm Schiff noch eine Weile warten. Ich kam mit einer netten deutschen Männer-Motorradgruppe ins Gespräch und dabei kam heraus, dass sie auf dem Hinweg schon hinter mir standen. Zufälle gibt es 😊 Haben die Wartezeit verkürzt mit Geschichten unserer Sardinienreise und ehe wir uns versahen, durften wir auch schon aufs Schiff. Da es ein anderes Schiff war, wie auf der Hinreise, war ich ein wenig aufgeregt, weil die Rampe recht steil war und der Boden recht rutschig und man möchte ja nicht, als einzige zu Fall kommen. Aber wieder von der Crew sehr gut eingewiesen und meine Gladius hatte wieder einen sehr guten Platz. Das ist der Vorteil für uns Motorradfahrer, dass wir immer als erste aufs Schiff dürfen.

Die Männer-Motorradgruppe war auch total nett und haben mir geholfen meine Taschen zum Fahrstuhl zu tragen. In der Kabine hatte ich auch nichts auszusetzen, nur dass vom Kapitän die Durchsage kam, dass Sturm vorausgesagt wurde und es eine sehr stürmische Überfahrt werden würde. Und das wurde sie tatsächlich. Es schaukelte nur so hin und her und ich hatte schon Angst, dass wir von unserer Route abgetrieben werden. Da ich vorm Zubettgehen zwei Biere getrunken habe und mir Oropax in die Ohren gemacht habe, habe ich es relativ gut überstanden und bin irgendwann auch eingeschlafen.
Am nächsten Morgen wieder alles eingepackt und nach dem Frühstück auf gepackten Taschen auf das Einlaufen in den Hafen von Genua gewartet. Dort habe ich eine Frau kennengelernt, die mit Ihrer Familie unterwegs war und die auf Sardinien ein Haus hat und Sardin ist. Die Zeit ging ganz gut rum beim Plaudern und endlich liefen wir in Genua ein. Was mir aber bei der Überfahrt gefallen hat, war, dass jedes Parkdeck hintereinander aufgerufen wurde und der Stau sich ein wenig in Grenzen hielt. Bis ich dann alles wieder auf dem Motorrad verstaut habe (die Jungs hatten mir wieder beim Tragen geholfen) und die ersten Autos die Fähre verließen verging wieder einige Zeit, konnte ich dann auch die Fähre verlassen.
Da für den Tag Regen angesagt war und ich noch einiges an Kilometer zu fahren hatte bis zur Unterkunft ging es durch Genua, was sich teilweise ganz schön gezogen hat, immer weiter Richtung Corso Europa auf die SP 67. Ein kleiner Ort reihte sich nach dem anderen. Die Strecke führte Richtung Cinque Terre und dadurch war viel Verkehr auf diesen Teil der Strecke. Der Asphalt war grandios, eine Kurve nach der anderen zauberte mir ein breites Grinsen ins Gesicht. Mein heutiges Etappenziel und Hotel für diese Nacht Hotel Plazza in Porcari erwartete mich.
Vor Ort wurde ich herzlich empfangen. Zum Glück hatte dieses Hotel einen Fahrstuhl, diese Schlepperei ist zum Ende der Reise doch ganz schön kräftezehrend. Das Gepäck verstaut und frisch gemacht ging es zum hoteleigenen Restaurant Ristorante Le Camelie wo ich mit wundervollen italienischen Essen und herzlichen Service überrascht worden bin. Glücklich und satt ging es ab ins Bett. Am nächsten Morgen sollte es dann weiter Richtung Mondaino (Rimini) gehen, wo mein Freund bereits auf mich wartete.
Nach einem sehr guten Frühstück und nachdem alles verstaut war, sollte es losgehen. Die Gladius hat mich bis zu diesem Zeitpunkt auch noch nicht ein einziges Mal in Stich gelassen. Aber was war das? Als ich sie startete hatte sie Zündaussetzer, es knallte aus dem Auspuff und im Leerlauf beschleunigte sie von allein und ging dann aus. Das Spiel wiederholte sich ein paar Mal und sah mich schon den ADAC anrufen. Aber ich wollte nicht aufgehen also nochmal die Gladius angemacht und langsam losgefahren bis zur nächsten Tankstelle. Auf dem Weg habe ich meiner Gladius nochmal „gesagt“, dass sie aufhören soll rumzuzicken, ansonsten wird sie verkauft. Nach dem Tanken habe ich sie wieder angemacht und was soll ich sagen: Sie lief 😊 Das man immer auch erst meckern muss.
Ich wollte unbedingt noch einen kurzen Stopp in Florenz einlegen, deswegen wurden die ursprünglichen Pausenpunkte ausgelassen. Mein Ziel war der Piazzale Michelangelo in Florenz. Hier konnte ich mein Motorrad mitten auf dem Platz parken und hatte einen grandiosen Ausblick auf Florenz. Schnell noch ein paar Erinnerungsfotos gemacht und weiter ging die Reise.
Aus der Stadt heraus ging es dann gen Osten auf die SS 67 und dann auf die SR 70 auf eine grandiose Passstraße. Der Asphalt war wieder vom Feinsten. Hervorheben möchte ich an dieser Stelle den Bikertreff in Consuma – Chalet Il Valico. Man kommt direkt daran vorbei und kann es nicht übersehen. Bei dem schönen Wetter war es leider nicht möglich etwas dort zu essen aber für einen Stopp und zum Genießen der schönen Aussicht ins Tal hat es gereicht. Ganz fasziniert war ich auch davon, dass der Pavillon auf dem Platz mit gehäkelten Bienen unter anderem verziert, war von Lucia Santorelli, die 2018 in Trivento den längsten Häkelteppich der Welt gefertigt hat. Jetzt aber ging es weiter denn jede wundervolle aufregende Reise ist leider irgendwann mal zu Ende.
Das Ziel dieser beeindruckenden Reise sollte Mondaino sein – ein bezaubernderes Örtchen bei Rimini. Klein, unscheinbar aber mir herzlichen Menschen, eine tolle Pizzeria und Eisdiele mit leckerem selbstgemachtem Eis und mein Freund, Grazia, Marco und Atilla warteten auf mich. Die letzten Kilometer spulte ich nur so ab und als ich auf den Hof der B&B La Fenice endlich ankam erwarteten mich alle und mit einem kalten Bier beendete ich diese wunderbare Reise.

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