Warum? Warum nicht? Welches Gespann?
aus Kradblatt 9/25 von Michael Schmitz
Ihr interessiert euch für Motorrad-Gespanne? Michael Schmitz hat da ein paar Infos für euch.

Motorrad Gespanne sind eigentlich unfahrbar, so rein physikalisch gesehen. Da hängt – zumindest auf dem europäischen Festland – auf der rechten Seite eine träge Masse und die will beim Beschleunigen immer nach rechts und beim Verzögern will uns das Ding überholen. Da bist du ständig am arbeiten. Ja, das stimmt, Gespannfahren ist Arbeit, die aber richtig Spaß macht.

Viele, die schon einmal – und das habe ich aus einigen Gesprächen herausgehört – völlig unbedarft mit einem Gespann losgefahren sind, haben meist schlechte Erfahrungen damit gemacht, die in der Regel aber glimpflich ausgegangen sind. Wenn ich so an meine erste Fahrt denke … als Mechaniker sollte ich eine Probefahrt mit einer URAL machen – 30 km, die nicht enden wollten. Allerdings hatte mich mein Chef auf ein paar Sachen aufmerksam gemacht, die man beim Gespannfahren beachten sollte. Geh mit Bedacht und langsam an die Sache ran, ist hier die Kernaussage.
Nun fahre ich schon mehrere Jahre Gespanne, mit jedem Kilometer mehr bekommt man mehr Erfahrung, im wahrsten Sinne des Wortes: Erfahrungen er-fahren. Und was macht für mich die Faszination Gespannfahren aus? Mal abgesehen davon, dass man jede Menge Stauraum hat, ist es die Art der Fortbewegung. Es entschleunigt, das bringt es eigentlich auf den Punkt. In der heutigen, hektischen Zeit wünschen wir uns doch alle etwas Entschleunigung.
„Warum“ Mann/Frau Gespannfahren sollte, habe ich aus meiner Sicht mit wenigen Worten geschildert. Es ist wie immer ein Zusammenspiel vieler Faktoren, die das Gespannfahren so faszinierend macht. Nun die Frage: „warum nicht?“
Sorry, ich versteh’ die Frage nicht! Nein, Spaß beiseite. Sicher gibt es Beweggründe, kein Gespann zu fahren. Ich kann mir vorstellen, dass Knieschleifer eher nicht Gespann fahren, obwohl es auch Renngespanne gibt. Auch können gesundheitliche Gründe gegen das Gespannfahren sprechen. Aber letztendlich muss sich jeder selbst ein Bild machen, was möglich ist.

Welches Gespann ist das Richtige für mich? Diese Frage stellt sich eigentlich erst, wenn der Entschluss für das Gespannfahren getroffen ist. Da Gespannfahren aber nichts mit Motorradfahren zu tun hat, empfehle ich: macht euch erst ein genaues Bild darüber. Eine Möglichkeit sind diverse Bücher zum Gespannfahren, die andere wäre, ihr meldet euch bei uns: Schmitz Motorrad Service Classic in 27616 Bokel. Wir bieten euch einen individuellen Schnuppertag mit begleiteter Probefahrt an. Nur so ist in meinen Augen eine ehrliche Entscheidung zu finden.
Wir stellen unsere URAL in den Dienst der Sache, bei Kaffee und Keksen erklären wir euch gerne das Fahrzeug, die Bedienung, die Tücken und das Verhalten eines Motorradgespanns im Allgemeinen. Anschließend fahren wir in ein ruhiges Gewerbegebiet in der Nähe und ihr dürft unter Anleitung eure ersten Gehversuche mit dem Gespann machen. Nur so, und das ist meine Überzeugung, die sich auch in der Vergangenheit bewahrheitet hat, könnt ihr herausfinden, ob das Gespannfahren etwas für euch ist. Auch für Motorradfahrer, die ein Handicap oder Einschränkungen haben, können wir gerne einen solchen Tag ermöglichen – natürlich nur wenn ihr euch traut, eure Einschränkungen es erlauben und ihr im Besitz einer gültigen Fahrerlaubnis seid.
Was müsst ihr mitbringen? Kekse oder Kuchen (Kaffee haben wir), ca. 4 Stunden Zeit, Motorradklamotten, gültige Fahrerlaubnis (A2, A), eure/n Partnerin/Partner, wenn diese mitfahren möchten und gute Laune.
Wir sind leidenschaftliche Gespannfahrer und teilen gerne unsere Erfahrungen. Es könnten ruhig mehr Gespanne unterwegs sein, die Gespannszene ist ja im allgemeinen recht überschaubar und der Altersdurchschnitt relativ hoch.
Wir haben euer Interesse geweckt? Dann besucht uns an einem der monatlichen Schau- & Klöntage, dort könnt ihr uns und viele Gleichgesinnte kennenlernen, die euch gerne von ihren Erfahrungen erzählen. Infos: www.schmitz-msc.de, Anfragen per E-Mail an: buero@schmitz-msc.de.
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Die Bilder zum Artikel entstanden bei dieser Ural-Tour:
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