Kawasaki KLE 500

Kawasaki KLE 500

aus bma 03/05

von Axel Rahlfs

Kawasaki KLE 500Mein Bikerleben begann bereits in den 70er-Jahren. Mein älterer Bruder kaufte sich damals eine Ossa Trialmaschine, mit der wir bereits vor Führerscheinerwerb unseren Umgang mit motorisierten Zweirädern auf der benachbarten Wiese meiner Eltern übten.
So war es verständlich, dass früher oder später auch ein Motorrad sich mein Eigen nennen sollte. Die erste Maschine war eine Suzuki GS 750 E. Als dann nach einigen Jahren das Familienleben drohte, beging ich einen gravierenden Fehler: Ich verkaufte mein Motorrad!
Nach 15 langen Jahren der Enthaltsamkeit und Entbehrungen brach das Fieber jedoch eines Tages wieder aus. Zuerst lieh ich mir die eine oder andere Maschine bei Zweirad-Harm in Bad Bramstedt. Dies riss immer tiefere Wunden der Leidenschaft mit der Folge, dass ich unbedingt wieder ein eigenes Moped haben musste.
Es stellte sich die Frage, welches Motorrad war für einen mittelalterlichen Biker wie mich das Richtige? Der Waschbrettbauch von einst war mit Wäsche gefüllt, die nicht auf einem Supersportler dauernd eingeklemmt werden wollte. Und bei den schönen großen Tourern oder bei „Wenn-schon-Chopper-dann-bitte-auch-Original” (Harley) streikte mein Finanzminister.
Bei meiner Mieterfahrung von Motorrädern hatte sich eine gewisse Vorliebe für so genannte Funbikes wie die F 650 herauskristallisiert. Bei der Suche nach einer preisgünstigen Gebrauchten aus dieser Kategorie landete ich schließlich bei Kawasaki -Händler Weber in Neumünster. Dort fand ich meine jetzige „Geliebte”: die Kawasaki KLE 500. Ich hielt die Maschine damals aufgrund des hervorragenden Pflegezustands zunächst für ein Neufahrzeug. Sie war aber bereits vier Jahre alt, war jedoch erst 7.000 Kilometer gelaufen.
Kawasaki KLE 500Nach kurzer überzeugender Probefahrt des kernig klingenden, vibrierenden Twins mit seinen 50 PS griff ich zu. Die türkise Farbe der Maschine mit der violetten Sitzbank hatte mich konservativen Biker zunächst, ehrlich gesagt, doch etwas schaudern lassen. Heute finde ich diese Lackierung wirklich so toll, dass ich extra für meine KLE eine Gartenhütte in dieser Farbe für unsere Schäferstündchen zu zweit im Winter gebaut habe.
Heute ist meine Kawa acht Jahre alt und hat 35.000 km auf dem Tacho, davon 28.000 affengeile, freudespendende Kilometer mit mir als Reiter. Überwiegend scheuche ich mein, mit gut haftenden Dunlop-Pneus bestücktes heißes Eisen, auf asphaltiertem Terrain um die Kurven. Aber nicht ausschließlich. Den Vorteil, mit meiner Maschine auch mal abseits der Teerstraßen auf Feldwegen, durch Wälder und auch durch so manche Kieskuhle „crossen” zu können, wusste ich bisher immer wieder zu nutzen.
Bei längeren Touren über ein bis zwei Wochen quer durch ganz Deutschland, hat mich die KLE auch voll beladen nie im Stich gelassen und ihre Allround-Qualitäten bewiesen.
Für das Fehlen jeglicher Ausfälle mache ich nicht zuletzt die alljährliche winterliche Wartung in meiner Gartenhütte verantwortlich. Dabei zerlege ich das Motorrad und reinige auch Innenteile gründlich, an die man sonst nicht heran kommt. Die Schmierung der Bowdenzüge, neue Zündkerzen, ein Ölwechsel und ein neuer Luftfilter gehören eben falls zum Winter-Check. Gewechselt wurde der Gaszug, die Bremsbeläge werden bei Bedarf ausgetauscht. Der Kettensatz wurde bei Kilometerstand 20.000 komplett erneuert. Die Ventile stellte ich bei 30.000 km neu ein. Alle 11.000 Kilometer wird im Schnitt ein neuer Dunlop-Trail-Max Hinterreifen fällig, der Vorderreifen wurde nach 22.000 Kilometern gewechselt. Ich bin überzeugt, dass meine ca. 180 km/h schnelle KLE bei einem leider nicht ganz günstigen durchschnittlichen Durst von sechs bis sechseinhalb Litern Normalbenzin auf 100 Kilometer mich auch auf meiner geplanten Ostseetour durch Mecklenburg wieder zuverlässig überall hin tragen wird.

 

 

 


Kommentare

Kommentar hinzufügen

* Pflichtfelder

Keine Kommentare zu :
“Kawasaki KLE 500”