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Interview mit Dr. Stefan Blank #275

aus Kradblatt 6/16
Text: Jogi / penta-media.de
Fotos: Stefan Blank

Stuntfahrer Dr. Stefan Blank #275

Stefan Blank 275 2Wirklich fähige Stuntfahrer sind rar. Es gibt nicht viele, die es bis in die Profi-Liga schaffen und die in der Lage sind ihre Motivation und Ausdauer für den langen Weg bis dahin aufrecht zu erhalten. Sie bringen uns zum Staunen und zeigen uns, was mit dem Motorrad bzw. ATV möglich ist, aber auch was wir besser nicht versuchen sollten nachzumachen. Dabei steht besonders der Wunsch im Vordergrund neue Tricks und Stunts zu zeigen, die vorher noch keiner präsentiert hat. Abgesehen von der körperlichen Fitness und den nötigen finanziellen Mitteln für das Material, benötigt man zusätzlich eine gehörige Portion Kreativität und Talent, um ein eigenes Profil zu entwickeln. Wir haben Stefan Blank auf den HMT getroffen, nachdem er in der Action-Halle einige Stunts vorgeführt hatte. Aber auch schon früher ist er uns bei einigen Veranstaltungen, wie dem MoGo in Hamburg aufgefallen. Grund genug, um ihn um ein Interview zu bitten.

Stefan Blank 275 3KB: Magst du dich einmal kurz vorstellen?

Stefan: Ich bin Stefan Blank 49 Jahre „jung“ und komme aus Bilsen, aufgewachsen bin ich in Norderstedt, im Norden des Hamburger Speckgürtels.

KB: Wie bist du zum Motorradfahren gekommen und welche Bedeutung hat es für dich?

Stefan: Ich habe so ca. mit 10 Jahren angefangen auf einer Koppel herumzufahren, damals noch mit einer Yamaha PW50 und wer einmal den Virus Motorrad in sich hat, wird diesen auch nicht mehr so einfach los. Motorradfahren ist für mich nicht nur ein Hobby – Motorradfahren bzw. Motorsport bedeutet für mich „leben“. Ich lebe das durch und durch.

KB: Wie entstand bei sir die Idee Stuntfahrer werden zu wollen?

Stefan: Ich bin auf den Hamburger und Berliner Motorradtagen bei den Quad Show Rennen mitgefahren. Zu der Zeit war ich gerade im Offroad Sport vom Zweirad aufs Quad gestiegen. Mein Buddy Marco Heinrich, der die Moderation in der Action Halle macht, sagte zu mir, dass sie jemanden brauchen, der eine gute Quad Show präsentieren kann. „Gesagt – getan“, dachte ich mir und bereitete mich über das Jahr vor, um ein paar Tricks zur kommenden HMT zeigen zu können. So fing das an.

KB: Wie und wo hast du angefangen zu üben?

Stefan: Angefangen zu üben habe ich bei mir zuhause in Bilsen, in einem Rondell, was aber schnell zu klein wurde. So suchte ich mir etwas Weitläufigeres und nutzte die Zufahrtsstraße, wo am Tag höchstens zwei Autos entlangfahren. Natürlich nur mit zugelassenen Fahrzeugen versteht sich (zwinkert mit einem Auge).

KB: Welches waren die größten Probleme mit denen du am Anfang zu kämpfen hattest?

Stefan: Ja, das ist eine gute Frage. Natürlich ist es so, dass man die erste Zeit sehr hart an sich und den Skills arbeiten muss. Wenn es nach 2–3 Monaten immer noch nicht klappt, muss man sich immer wieder neu pushen und darf nie ans Aufgeben denken. Dazu kommt noch, dass ich mit einem Quad angefangen habe. Es ist in der Motorrad dominierten Szene nicht ganz einfach damit Fuß zu fassen. Man muss schon sehr hart arbeiten um sich in der Motorrad Welt mit einem Quad zu etablieren.

Stefan Blank 275 1KB: Wie trainierst du heute?

Stefan: Heute fahre ich fast jedes Wochenende Shows in ganz Deutschland und in der Woche bereite ich die Fahrzeuge vor, damit sie immer zuverlässig laufen. Innerhalb der Woche ist sehr wenig Zeit zum Trainieren. Abends im Wohnzimmer mache ich ein wenig Stretching oder ich fahre mit dem Mountain Bike ein paar Kilometer. Es ist wichtig die körperliche Fitness und Beweglichkeit zu erhalten.

KB: Du fährst deine Stunts nicht nur mit Quads, sondern auch mit Motorrädern und Wenck­stern Hot Rods. Wie ist es dazu gekommen? Waren dir Motorräder alleine nicht Herausforderung genug?

Stefan: Doch das schon, aber es ist doch die Vielfalt an Fahrzeugen, die meine Show ausmacht und die auch das Publikum gerne sehen möchte. Ein Fahrzeug alleine ist nicht so mein Ding. Ich möchte das Publikum mit meiner Show richtig gut unterhalten und nicht mit nur einem Fahrzeug ein Programm abspulen.

KB: Mit welchem Fahrzeug hast du am meisten Spaß bei deinen Auftritten und auf welches reagiert das Publikum am besten?

Stefan: Wenn ich mein 450er GasGas SuperMoto Quad richtig im Drift bewege und die Reifen anfangen zu qualmen, dann rasten die Leute förmlich aus. Außerdem macht auch mir das Fahrzeug einen Mega Spaß.

Stefan Blank 275 4KB: Jeder Stuntfahrer benötigt Leute, die ihn im Hintergrund unterstützen um die Technik zu warten und Ideen umzusetzen. Natürlich auch für die Planung der Termine, Hotelbuchungen usw. Möchtest du uns dein Team einmal vorstellen?

Stefan: Oh ja, ganz wichtig. Ohne mein Team und die Sponsoren würde es wohl sehr sehr schwer für mich werden. Da ist zum einen natürlich Marco Heinrich, der mich immer wieder nach vorne treibt, um neue, verrückte Sachen zu probieren. Dann sind da noch Danica Schwemler, die meine ganze Terminplanung und Buchungen managet und Melanie Lorenz, die aktiv in meiner Show die Stunts mitfährt, sowie die anderen Mädels, Julia und Silke. Ohne ein paar hübsche Mädels geht so eine Show nicht. Schraubarbeiten an den Fahrzeugen mache ich fast alle noch selber, aber ohne Sponsoren würde der ganze Fuhrpark trotzdem nicht funktionieren. Ganz wichtig ist für mich das „MS Kart & Event Center in Kerpen“, Autohaus Peter von der Geest, HotRod Tour Koblenz, Point of Sign, „Das Blechwerk Norderstedt“ und die 4-ZylinderCrew, der ich an dieser Stelle besonders danken möchte. Sorry, das musste sein.

KB: Gibt es für dich Vorbilder, die dich für deine Stunts inspirieren?

Stefan: Es gibt für mich keine besonderen, außer Chris Pfeiffer, den ich von seiner Art her sehr mag. Jeder der Show fährt guckt mal links und rechts, was die anderen so machen. Natürlich versucht man einzelne Passagen einer Show, die einem gut gefallen haben und beim Publikum gut ankamen, bei sich etwas abgeändert auch einzubauen. Ich möchte das nicht unbedingt „klauen“ nennen, denn irgendwie ähneln sich die meisten Shows ein wenig. Außerdem ist es eine Frage der persönlichen Fähigkeiten, was geht und was nicht geht. Direkte Vorbilder aus dem Stuntbereich habe ich keine.

KB: Gibt es einen besonderen Stunt an dem du gerade arbeitest?

Stefan: Ja gibt es, aber den werde ich euch nicht verraten. Sorry (lacht).

KB: Wo kann man deine Stunt- shows ansehen und wer bucht dich?

Stefan: Ich bin deutschlandweit überall zu finden, sei es eine Autohaus Eröffnung, Kindergeburtstage, Messen, Hochzeiten, Tag der offenen Tür oder Stadtfeste. Jeder kann mich buchen. Ich brauche nur ausreichend Platz für meine Show.

KB: Deine Stunts sind nicht ungefährlich. Hast du dich schon einmal beim Training oder einer Show verletzt?

Stefan: Verletzungen bleiben leider beim Training nicht aus. Zum Glück hatte ich bisher keine großen Stürze und nur kleine Sachen wie Muskelverletzungen. Bei den Shows ist bis heute noch nie was passiert (klopft auf Holz) und das darf auch gerne so bleiben. Die Erholungsphasen finde ich in der Woche. Am Wochenende ist Show Time.

Stefan Blank 275 5KB: Sicher braucht man als Stuntfahrer spezielle Versicherungen um sich selbst und auch das Publikum abzusichern. Wie hast du das geregelt?

Stefan: Ja, leider gibt es immer noch zu wenig Stuntfahrer die überhaupt versichert sind, aber ich habe mich beim Versicherungsvertreter meines Vertrauens beraten lassen und bin deshalb sehr gut abgesichert im Falle eines Falles.

KB: Was hat es mit der #275 auf sich? Die meisten Rennfahrer, z.B. bei der Moto GP, haben sich eine Raute (Hashtag) mit ihrer Startnummer zu eigen gemacht. Einige unserer Leser können damit allerdings nichts anfangen. Kannst du bitte kurz erläutern, was dahinter steckt?

Stefan: Ja, viele haben eine Wunsch Startnummer die sie schon lange begleitet, z.B. das Geburtsdatum, Hochzeitstag oder Ähnliches. Bei mir ist es die #275 die mich schon seit Jahren begleitet. Diese Nummer gehört zu einer ganz besonderen Person in meinen Leben und ich habe damit 2005 mal den Klassensieg in der Offroadscramble nach Hause fahren können. Deshalb bedeutet mir persönlich diese Nummer sehr viel.

KB: Was hast du dir persönlich für deine Zukunft vorgenommen?

Stefan: Auf jeden Fall noch sehr lange Spaß am Show fahren haben, gesund bleiben und dabei natürlich eine schöne Zeit mit meinen Fans und Freunden zu haben.

KB: Wir drücken dir die Daumen dafür und wünschen dir weiterhin viel Erfolg. Danke, dass du dir für dieses Interview Zeit genommen hast.

Stefan: Ich sage auch Danke und dass ich euer Gesprächspartner sein durfte. Vielleicht sehen wir uns 2016 ja noch bei dem einen oder anderem Event.

Mehr Infos:
www.stefanblank275.de


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