Honda NC750X DCT 2016 rechts

Honda NC 750 X DCT

aus Kradblatt 7/16
von Torsten Thimm
 

Honda NC 750 X und die Sache mit der doppelten Kupplung.
Erlebnis beim Honda-Pressetag …

Honda NC750X DCT 2016 linksAnfang Mai hatte ich die Chance, auf den Honda Fun & Safetytagen in Rüsselsheim die verschiedenen Modelle des Herstellers einmal fürs Kradblatt Probe zu fahren. Die Honda-Verantwortlichen hatten sich wirklich ins Zeug gelegt und ca. 80 Maschinen für uns Pressemenschen bereitgestellt. Diese konnten sowohl Onroad rund um Rüsselsheim als auch Off­road auf einem eigens dafür bereitgestellten Parcours des ADAC getestet werden. Natürlich allen voran die neue African Twin sowie die neuen Mittelklassemodelle, die mit und ohne Doppelkupplungsgetriebe zur Verfügung standen.

Der Begriff DCT, durchzieht mittlerweile seit 6 Jahren die Modellpalette des Herstellers. Anfangs von vielen belächelt ist es heute, laut Honda, eine gut ausgereifte Alternative zum konventionellen Schaltmotorrad. Wobei natürlich die Meinungen, auch meine eigene, immer etwas auseinander gehen was die Schaltleistungen angeht, wenn man selbst das Zepter in Form eines Kupplungs- und Schalthebels nicht in der Hand bzw. Fuß hat. Es galt also herauszufinden was dran ist an der Behauptung!

Honda VFR1200 DCTDa bei meiner Ankunft die meisten anderen Maschinen schon fleißig getestet wurden, startete ich mit der VFR 1200 meinen Testtag. Auch sie hatte das oben genannte Doppelkupplungsgetriebe an Bord, allerdings die erste Version davon. Mit einer D- und einer S-Stufe war somit die Auswahlmöglichkeit in diesem Fall begrenzt. Jedoch ist das nur die eine Seite der Medaille, denn wenn man es möchte, können die Gänge per Schalttaster an der linken Lenkerarmatur auch manuell durchgeschaltet werden. Der Vortrieb jedenfalls war auf beide Arten sehr vehement. Das Getriebe schaltete zwar hör- und spürbar jedoch in keinster Weise nervig. Auch wenn es beim Überholen mal schnell gehen musste war schnell der passende Gang parat. Sichtlich überrascht stellte ich die VFR nach meiner Testrunde wieder ab und hielt nach einem der neuen Modelle Ausschau.

Honda CB1100Da von denen bis dato aber immer noch keine von den Testfahrten zurückgekommen war, nutzte ich die verbleibende Zeit bis zur Mittagspause dazu, Hondas altehrwürdigen luft-/ölgekühlten Reihenvierzylinder in Form der CB1100 zu bewegen. Ein Erlebnis, das aufgrund der Sitzposition auf der Maschine, sowie dem einmaligen Klang und Fahrerlebnis des Vierers noch lange in meinem Gedächtnis bleiben wird. Honda hat hier ein echt toll gestaltetes klassisches Nakedbike im Programm, das jeden Wunsch des interessierten Kunden erfüllt, ja sogar übertrifft. Auf jeden Fall mal Probefahren wenn es ins eigene Beuteschema passt!

Honda CRF1000 DCTNach der Runde mit der CB stand noch der Besuch im Off­road­parcours mit der African Twin an. Für jemanden wie mich, der sich im Gelände nur bedingt auskennt waren die geführten Runden sehr lehrreich. Dass es so gut lief lag aber auch an der sehr gut ausbalancierten African Twin und ihrer überaus leichtfüßigen Beweglichkeit auf und in diesem Terrain. Mit diesen neu errungenen Erfahrungen ging es in die Mittagspause und in den Dialog mit den Kollegen. Der Hof füllte sich zusehends denn nach und nach liefen alle Motorräder mit ihren mittlerweile anscheinend hungrigen Fahrern ein.

Irgendwann kam auch die neue, schön gezeichnete Honda NC 750 X zurück, die das reihenzweizylindrige Mittelklassesegment anführt. Ob im futuristischen Design als NM4 Vultus, rollermäßig als NC 750 D Integra, ob als Chopper/Cruiser mit dem Namen CTX 700 N, sportlicher als NC 750 S, oder höher und eben mehr als Crossover gedacht als NC 750 X lassen die Maschinen auf der NC-Plattform nur wenige Wünsche der Kundschaft offen. Zudem sind sie neben den großen Modellen die Honda im Programm anbietet, wie die VFR, African Twin, Crossrunner und Crosstourer der Einstieg in die Welt des Doppelkupplungsprogramms.

Honda NC750X DCT 2016 rechtsUm die Verkaufszahlen weiter zu forcieren wurden daher die aktuellen Modelle zur Saison 2016 noch einmal ordentlich geliftet. Am Beispiel der NC 750 X betrachtet, sieht man höchst moderne LED Lichttechnik vorne und hinten. Es wurde ein um 70 mm höheres, im späteren Testverlauf sehr gut funktionierendes Windschild montiert und auf die anstehende Euro4 Norm umgestellt. Das zugleich praktische wie ebenso pfiffige Staufach, bei Honda Utility-Box genannt, vor dem Fahrer wuchs um einen, auf jetzt 21 Liter Fassungsvermögen, an und schluckt problemlos einen kompletten Integralhelm. Der eigentliche Tank blieb wie gehabt schwerpunktgünstig unter dem Fahrersitz montiert und wird auch weiterhin etwas umständlich über den unter dem Soziussitz liegenden Einfüllstutzen befüllt.

Honda NC750X DCT 2016 TankstutzenAuch rund ums Fahrwerk hat sich bei der NC einiges getan, denn sie verfügt nun über eine Dual-Bending Gabel von Showa, die das Dämpfungsverhalten beim Aus- und Einfedern spürbar verbessern soll. Einstellbar ist sie indes wie üblich in diesem Motorradsegment immer noch nicht. Der Endschalldämpfer wurde ebenfalls optisch retuschiert und das neueste DCT Getriebe mit drei Sport Fahrstufen eingebaut. Bei den anderen oben genannten Modellen der Serie wurden ähnliche Veränderungen vorgenommen. Daneben gibt es natürlich auch noch die konventionellen Varianten, die auch verbessert wurden. Hier legte man großen Wert auf eine bessere Schaltbarkeit des eh schon guten Getriebes und erleichterte zudem die Kupplungsbetätigung, so die Honda Verantwortlichen. Weiter stehen fünf verschiedene Farbvarianten der NC 750 X zur Verfügung.

Nach der Pause schnappte ich mir also die 55 PS starke und aufgrund des Doppelkupplungsgetriebes 230 kg schwere NC 750 X. 

Die Sitzposition war von Beginn an, dank der komfortablen Sitzbank, der schmalen Taille und des gut in der Hand liegenden Lenkers, sehr angenehm. Die Cockpitfunktionen des digitalen Gerätes vor mir waren gut ablesbar.

Schon beim Anfahren und den ersten darauffolgenden Metern fiel mir auf wie geschmeidig dieses überarbeitete Getriebe im Gegensatz zur VFR vorher funktionierte. Auf der gleichen Strecke wie vorher mit der VFR unterwegs, zeigte sich zudem die Handlichkeit der schmal bereiften NC. In Verbindung mit dem DCT und dem breiten Lenker konnte ich mich gefühlt viel besser und mehr auf den Verkehr und aufs Fahren konzentrieren.

Honda NC750X DCT 2016 StaufachDer im Stadtverkehr gewählte D-Modus schaltete flink, kaum spürbar alle Gänge durch um möglichst spritsparend voranzukommen. Beim Switch auf die neu integrierte S1-Stufe änderte sich am Verhalten der Maschine nur wenig, da man sie knapp über der D-Stufe platziert hat. Im weiteren Verlauf der Fahrt probierte ich natürlich auch die S2-Stufe aus. Die Schaltintervalle kamen später und das Drehzahlniveau stieg an. Sie entspricht am ehesten der alten S-Stufe, die die vorherige Serie hatte. Der deutlichste Unterschied aber besteht, wie könnte es anders sein, zwischen der D- und S3-Stufe da diese das Drehzahlniveau noch einmal spürbar anhebt. Natürlich immer unter der Berücksichtigung des Hubraums und der Leistung der Maschine.

Honda NC750X DCT 2016 CockpitMeine zuvor noch bestehende Skepsis nach der Fahrt mit der VFR, war mittlerweile komplett verflogen, so überzeugend arbeitete dieses System. Gut für die Individualität des Marktes, dass Honda den Mut hat diesen Weg konsequent zu gehen, denn es ist bisher der einzige Hersteller, der hier klassenübergreifend nicht nur halbe Sachen macht. Als ich die NC wieder geparkt hatte wandte ich mich zum letzten Test des Tages der straßenbereiften African Twin zu. Nach dem Erlebnis auf dem Offroadparcours, wollte ich wissen wie sie sich Onroad und ebenfalls mit DCT Getriebe fahren lässt. Funktionierte das Getriebe bei der NC 750 schon klasse, konnte die African Twin in jeder Hinsicht dem Ganzen noch das Krönchen aufsetzten. Auch bedingt durch den größeren Hubraum und die höhere Leistung. Ein durch und durch gelungenes Motorrad, dass sich hinter keiner anderen auf dem Markt angebotenen Enduro zu verstecken braucht.

Honda NC750X DCT 2016 BremseMein Tipp als Fazit zum Schluss! Für jeden der nun zu Honda kommt um sich ein neues Motorrad zu kaufen oder auch nur einmal Probe zu fahren. Nehmt die Chance wahr und testet eines der Modelle mit Doppelkupplungsgetriebe. Wenn ihr offen für Neues seit findet ihr damit ein tolles Spaßgerät das stets Laune macht und zudem noch im Falle der NC 750 X sehr sparsam unterwegs ist.

Für alle die es nicht wollen stehen immer noch die konventionellen Maschinen zur Verfügung, die sich ebenso toll und einfach bewegen lassen.


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