Honda CB 550 four
Eine Honda CB 550 four namens Christine steht bei Andreas in der Garage.

aus bma 12/09

von Andreas Pfeiffer

Honda CB 550 fourEigentlich wollte ich mir eine Suzuki GT 250 X7 anschauen die zum Verkauf stand, da mich schon immer außergewöhnliche MotorrĂ€der interessierten. Also hab ich angerufen und einen Besichtigungstermin vereinbart. Kumpel (mit BMW R 65) neugierig gemacht, meine NTV aufgeweckt, und schon hatten wir unsere Feierabendtour mit einem Zwischenziel verbunden. Da ich dem Navi nur Land und Dorfstraßen erlaube, sind wir dann irgendwann im Zickzack von Bremen bis hinter Neubruchhausen gekommen.

Da stand das gute StĂŒck in silber, nicht original aber gut in Schuss. Nur der 2. Zylinder konnte partout nicht zum Leben erweckt werden. Das es nur eine Einstellungssache der Ölpumpe sein sollte, wollte ich nicht so recht glauben. HĂ€tte der VerkĂ€ufer ja selbst schon einstellen können? Und der Preis gefiel mir auch nicht wirklich. Wir einigten uns noch mal zu verhandeln, wenn sich beide Zylinder einig wĂ€ren.

Honda_CB550four_2Um den Kreis zu schließen sind wir also weiter gefahren. Im Dorf wollte die R 65 betankt werden. Die Dorfwerkstatt hatte hinten auf dem Hof zwei TanksĂ€ulen: Benzin oder Diesel (Auto oder Trecker). Die BMW wurde gefĂŒttert, ich kraulte den „Werkstatthund“, welcher ein Bein nachzog. Da kam der Meister, auch eingeschrĂ€nkt mit zwei KrĂŒcken (ob die den gleichen Arzt haben?) und wir kamen ins GesprĂ€ch. „Ich hab da was. Hat ein Bekannter schon vor lĂ€ngerer Zeit bei mir untergestellt“. Nach einer quasi Betriebsbesichtigung fiel ihm dann ein, wo er das Teil abgestellt hatte.

Ganz hinten, in der Ecke der ehemaligen Molkerei stand zwischen Bauschutt eine verkleidete rötliche Honda Ă€lteren Baujahrs. „Geht doch eben hin und fragt den Besitzer. Er wohnt da hinten, ein paar HĂ€user weiter.” Ok, wir also durchs Dorf gelatscht und die Telefonnummer hinterlassen.

Ein paar Tage spĂ€ter: „Gut, Summe X Euro. Wenn ich den Motor laufen höre, nehme ich das Motorrad sofort mit“. Und schon stand das Motorrad bei mir in der Garage.

Nun erst mal ins Netz und herausfinden, was ich nun genau erstanden hatte: Eine candy-rote Honda CB 550 F2 SuperSport mit 40 tkm seit 1979.

Da ich mit dem Motorrad zuerst nicht so richtig was anzufangen wusste, bot ich sie einem HÀndler an. Just als er den Motor hören wollte, entschieden sich Zylinder 2 und 3 zu schweigen.

Ganz klare Sache, die Honda wollte bei mir bleiben. Ich taufte sie Christine (in Anlehnung an den Autofilm) und schließlich haben wir am gleichen Tag Geburtstag.

Christine brachte ich dann zu treuen HĂ€nden von Andy’s Bike Shop in Blender, dem Spezialisten fĂŒr gute alte mechanische Motortechnik. Die Zylinder schwiegen, weil durch den Transport alter Benzinschlamm die Vergaser verstopfte. Bei Ebay hab ich dann noch eine Gaman-Höckersitzbank ersteigert, die prima zum Outfit der Maschine passt. Hat man schließlich damals auch schon gehabt.

Überholt und fit gemacht fĂŒr ein 2. Leben auf der Straße wartet sie nun auf sonnige Zeiten.

Original hatte sie riesige Blinker und ein eckiges RĂŒcklich. Ich finde Christine aber schöner mit den kleinen Ă€lteren Blinkern und dem runden RĂŒcklicht (damals war das Bremslicht noch gelb). Nicht zu vergessen, das Typenschild ist an der Seite, unterhalb der Sitzbank, weil der Steuerkopf so kurz ist.

Zu ihrer Zeit war die Honda so ausgerĂŒstet mit der ES-Verkleidung, M-Lenker, LenkungsdĂ€mpfer, Koni-Federbeinen und der Marshall Auspuffanlage voll im Trend. Und wenn die Batterie mal keine Lust hat, wird halt angetreten.

FĂŒr ein paar Tage hatte ich auch eine Honda CB 750 F2 aus 1979. Aber die 550er lĂ€sst sich viel leichter hĂ€ndeln, weil der Radstand, bzw. das Fahrwerk scheinbar viel kĂŒrzer ist.

Ein paar Änderungen musste ich dann doch noch machen: Weil bei jeder Inspektion, bzw. Ölwechsel, das Unterteil abgebaut werden muss, hab ich die Leitungen der Seitenblinker mit Steckverbinder versehen. Und meine Beine sind scheinbar zu kurz geraten. Ich habe die Verkleidung unten etwas verbreitert und jetzt passen sie in die Verkleidung hinein ohne das ich mich verkante und bei jedem Stop stumpf umfalle.

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