Titelbild-A1-Fuehrerschein-Madeira_26-08-2021_c56df

Erfahrung: der A1 und meine Yamaha YZF-R125

aus Kradblatt 9/21 von Belana Schütz

Neue Freiheiten …

Juhu - A1 Führerschein bestanden!
Juhu – A1 Führerschein bestanden!

Ich bin Belana und ich bin 18 Jahre alt. Im Juli 2020 habe ich meinen Motorradführerschein der Klasse A1 bestanden. Im Folgenden werde ich meine Erfahrungen zu dem Führerschein und zu meinem ersten eigenen Motorrad teilen. 

Meine Wahl fiel auf ein Motorrad statt einen Roller, da ich zum einen von Freunden und meinem Vater inspiriert wurde, die auch Motorrad fahren. Zum anderen ist ein Motorrad generell sportlicher und hat mich optisch mehr angesprochen.

Als ich im April 17 geworden bin, durfte ich mir ein Motorrad aussuchen. Mein größter Wunsch war es immer die Kawasaki Ninja 125 zu fahren, wogegen ich mich im Endeffekt jedoch entschieden habe, da sie für mich zum einen viel zu klein war und ich von der Leistung her dann doch eine andere im Blick hatte. 

Erste Fahrübungen für den A1
Erste Fahrübungen für den A1

Mit meinen 1,78m hatte ich es zunächst schwer etwas passendes zu finden, da die meisten Motorräder zu klein waren. Ich habe mich letztendlich für die Yamaha YZF-R125 entschieden, da sie von der Sitzhöhe perfekt passt und vor allem weil sie mehr Leistung als viele anderen 125er hat. Außerdem haben mir Supersportler vom Aussehen her schon immer gefallen und auch vom Fahrgefühl komme ich damit besser zurecht. Meine Maschine musste dann leider noch einen Monat stehen, da ich erst die Theorieprüfung machen musste um mit der Praxis anfangen zu können.  

Meine Schutzausrüstung habe ich zusammen mit meinem Vater bei Börjes Bikers Outfit gekauft, wo es nicht schwer war passende Textilkleidung zu finden. Insgesamt haben wir dafür ungefähr 650 Euro ausgegeben. Ich bin damit bis jetzt relativ zufrieden, jedoch ist meine Kleidung nicht 100%ig wasserfest. Am Kragen und den Bündchen kommt aber auch bei anderen wohl leicht Wasser rein. Dies stellte oft ein Problem dar, da es immer mal anfangen kann zu regnen. Hier ist eine Regenkombi zum drüberziehen aber auch eine Lösung. Ein eigenes Intercom besitze ich noch nicht, habe jedoch eins getestet und kann sagen, dass es sehr sinnvoll ist um mit anderen in einer Gruppe zu kommunizieren, Navigation oder Musik zu hören. Da mir hauptsächlich die Navigation wichtig ist, trage ich meistens Apple Airpods. Diese sind jedoch nur bei Geschwindigkeiten bis zu 90 km/h zu hören. Die Airpods Pro sind auch bei höheren Geschwindigkeiten noch gut hörbar.

A1-Fahrstunde mit eigener Maschine
A1-Fahrstunde mit eigener Maschine

Im Juni ging der Spaß dann los, wobei ich sowohl die Fahrstunden als auch die Prüfung mit meinem eigenen Motorrad machte. Das ist natürlich kein Muss, jedoch wollte ich mich direkt an eine Supersportler gewöhnen. Ich habe meinen Führerschein angefangen, bevor ich meinen Auto Führerschein hatte, was das Fahren etwas anspruchsvoller machte, da ich mich noch nicht im Straßenverkehr auskannte. 

Dementsprechend war ich vor meiner ersten Fahrstunde super aufgeregt, weil ich nicht viel vom Motorrad fahren wusste und großen Respekt davor hatte. 

Tour in den Harz
Tour in den Harz

Angefangen haben wir dann mit drei Übungsstunden am Stück, in denen wir zunächst das Fahren an sich und die Grundfahraufgaben geübt haben, bevor es dann richtig in den Straßenverkehr ging. Am Anfang war ich noch sehr unsicher und gerade den Slalom habe ich mir nicht zugetraut. Doch einige Fahrstunden und viel Übung später hatte ich alle Grundfahraufgaben gut drauf.

Um die Sicherheit zu stärken und die Grundfahraufgaben gut zu können, ohne viel Geld in die  Fahrstunden zu investieren, bietet sich der Übungsplatz an. Ich war jedoch nur einmal dort, da der nächste für Motorrad zugelassene Übungsplatz, in Papenburg ist. Grundsätzlich würde ich aber das Üben außerhalb der Fahrstunden empfehlen. 

Schicker Sportler - meine Yamaha YZF-R125
Schicker Sportler – meine Yamaha YZF-R125

Im Straßenverkehr bin ich am Anfang meinem Fahrlehrer hinterher gefahren, wodurch ich vor allem das Kurvenfahren gut lernen konnte. Außerdem hat es mir Sicherheit gegeben, dass ich nur hinterher fahren musste. Nach ca. 5 Fahrstunden musste ich dann vorne fahren, was am Anfang natürlich auch erst mal ungewohnt war. Doch auch daran habe ich mich schnell gewöhnt. Ich hatte das Glück, dass es so gut wie jede Fahrstunde geregnet hat und ich somit auch das Fahren bei nasser Straße kennenlernen konnte. Als die Prüfung immer näher kam, hab ich Angst gekriegt und in den Fahrstunden davor wegen dem Druck noch viele Fehler gemacht. Die Prüfung lief jedoch sehr gut und ich war froh, dass ich es beim ersten Mal geschafft habe.

Seitdem ich Motorrad fahre bin ich viel mobiler und unabhängiger. Ich kann überall hinfahren, neue Orte entdecken und einfach mal weg wenn alles zu viel wird. Obwohl ich es auch sehr mag, in der Gruppe mit Freunden zu fahren, da man dort viel lernt durch das Beobachten des Fahrverhaltens, fahre ich überwiegend alleine, um in meinem eigenen Tempo zu fahren und einfach mal den Kopf frei zu kriegen. Es macht mir einfach krass viel Spaß. Gute Spots, an denen meist auch andere Motorradfahrer sind, ist der Hafen Oldenburg, Dangast und in Harp­stedt bei der Eisdiele. Durch das Motorradfahren habe ich Freunde gefunden und es macht immer wieder Spaß zusammen zu fahren. Außerdem kann ich mir jetzt auch im Ausland ein Motorrad mieten und so die Gegend erkunden. 

Motorradfahren auf Madeira
Motorradfahren auf Madeira

Anfang des Jahres haben mein Vater und ich uns auf Madeira zwei Motorräder geliehen und sind durch die Berge gefahren – auch das ist eine neue Freiheit.

Zu Anfang war das Motorrad für mich neben dem Fahren weil es Spaß macht, vor allem ein Alltagsfahrzeug. Da ich mit 17 noch nicht alleine Auto fahren durfte, machte mir das Motorrad fahren es um einiges leichter. Ich fuhr zu Anfang mit den Motorrad zur Schule, zu Freunden. Auch heute fahre ich, obwohl ich mittlerweile ein Auto habe manchmal mit dem Motorrad zur Schule oder zum Fitnessstudio. Da mir das Motorradfahren viel Spaß macht und ich gerne mit mehr Leistung fahren würde, ist der Aufstieg zu A2 für nächstes Jahr geplant. Als nächstes Motorrad habe ich wieder eine Yamaha in Sicht, habe mich aber noch nicht entschieden. 

Ich habe meinen Führerschein jetzt ungefähr ein Jahr, wobei mir auffällt, dass ich mit der Zeit gelernt habe, sicherer zu fahren, Situationen besser einzuschätzen und mehr Selbstvertrauen entwickelt habe.

Für diejenigen, die sich überlegen den A1 Führerschein zu machen kann ich nur sagen: Macht es! Es hat mein Leben um einiges besser gemacht und war die beste Entscheidung, die ich treffen konnte. Falls ihr euch dazu entscheidet, habe ich hier noch ein paar Tipps. Sucht euch eine Fahrschule, in der der Fahrlehrer auch mit dem Motorrad fährt. Das hat mit sehr geholfen, zu sehen, wie genau ich die Kurven anfahre und allgemein kann man das Fahrverhalten so sehr gut lernen. Zur Prüfung kann ich sagen: Macht euch nicht so viele Sorgen und habt keine Angst. Sie läuft ab wie eine ganz normale Fahrstunde, ist wie im Flug vorbei und lief bei mir viel besser als die Fahrstunden zuvor, da man automatisch konzentrierter ist. 

Insgesamt kann ich sagen, dass ich so froh bin, meinen Führerschein gemacht zu haben, es mir Riesen Spaß macht und ich es jedem nur empfehlen kann. Mein Bruder hat seinen A1 kürzlich auch bestanden.


Kommentare

Kommentar hinzufügen

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

Keine Kommentare zu :
“Erfahrung: der A1 und meine Yamaha YZF-R125”