Marokko

Endurotour Marokko – aus einer anderen Perspektive

aus Kradblatt 1/18
von Petra Probst

Endurotour Marokko – als Beifahrerin im Begleitfahrzeug

Geführte Endurotour Marokko mit Motorrad-Adventure-Travel Der Bericht, den ich als Begleiterin meines Freundes und Tourguides Rainer geschrieben habe, soll zum einen Lust machen, auch als nicht motorradfahrende/r Tourteilnehmer/in an einem Sport gefallen zu finden, der besonders attraktiv in Marokko betrieben werden kann, andererseits den Freiraum für Gedanken lassen, die man so in zivilisierteren Ländern und Gegenden gar nicht hat.

Natürlich sehen die Motorradfahrer in erster Linie die sportliche Herausforderung und nehmen sich nicht so viel Zeit, links und rechts neben den Pisten den Blick schweifen zu lassen, dennoch sind sie auch mitunter sprachlos und angetan von der Schönheit des Landes. Wenn man ein Land auf diese Weise abseits der Touristenpfade kennenlernt, kann man vieles besser einordnen und verstehen. Ich beziehe mich also bei meinen Ausführungen eher auf persönliche Betrachtungen, denen jeder aber dennoch etwas laienhaft formulierte Fähigkeiten und Fertigkeiten entnehmen kann, die während der Tour abgefordert werden.

Lasst euch nicht zu sehr davon beeinflussen, dass mein Bericht so „negativ“ beginnt, ich war gesundheitlich etwas angeschlagen in dieses Abenteuer gestartet. Heute, mit Abstand betrachtet, kann ich mir eine erneute Teilnahme durchaus vorstellen!

Marokko, April 2016

Im Begleitfahrzeug - Geführte Endurotour MarokkoEine Enduro-Tour ist zu Ende, die einige Spuren hinterlässt. Es war wahrscheinlich die letzte Tour für mich in einem 4×4 Begleitfahrzeug als Beifahrerin. Warum?

Während die Endurofahrer sicher ihren Spaß – mal mehr, mal weniger – hatten und jeden Tag tapfer den Widrigkeiten des Geländes trotzten, wurde mir immer wieder vor Augen geführt, wie mühsam sich unser marokkanischer Fahrer Youssef seinen Verdienst erfahren musste. Was zwei Räder locker schaffen, wurde für vier Räder oft ein Ritt auf dem Vulkan. Und während sich Youssef zwischen Geröll, Sand und Steinen seinen Weg suchte, wurde ich hin und her, hoch und runter, vor und zurück geschüttelt! Oft wäre ich zu Fuß schneller gewesen und so musste die Gruppe immer auf das schwächste Glied ihrer Kette warten, um sich dann ruck zuck wieder aus dem Staub zu machen – im wahrsten Sinne des Wortes. Gott sei Dank hat unser Guide Rainer oft genug auf uns gewartet.

Bei manchen Streckenabschnitten kam dann aber wieder das Kind im Manne zum Vorschein. Betonharte, ausgedörrte, völlig ebene Flächen verführten zu einer hemmungslosen Raserei. Da sträubten sich mir wieder die Nackenhaare, denn es ist nie ausgeschlossen, dass irgendeine Bodenwelle aus dem Nichts auftaucht und uns einen riesen Satz machen lässt, um dann hart aufzuschlagen, ohne nicht vorher noch mit dem Kopf an das Dach zu krachen, denn das Anschnallen praktizierten wir nur auf Asphalt in größeren Ortschaften. Als gelernte, ordentliche Autofahrerin hatte ich natürlich am Anfang immer vorschriftsmäßig den Gurt angelegt. Aber nachdem ich durch die dauernde Schüttelei an der Schulter eine wunde Stelle hatte, tat ich es meinem Fahrer gleich und ließ den Gurt, Gurt sein. Wie sagte Rainer: „… ein Restrisiko bleibt!“

Geführte Endurotour Marokko mit Motorrad-Adventure-Travel Und so setzte ich mich jeden neuen Tag wieder in das total verstaubte Auto und erwartete jeden Moment, dass die Offroad-Strecken mich wieder verzweifeln ließen. Unabhängig, oder auch bedingt durch die Streckenführung, ereilten uns auch oft genug Reifenpannen an den Motos oder am Auto. Das Schlauchwechseln wiederum dauerte natürlich seine Zeit und komischerweise hatten wir diese Pannen natürlich immer da, wo weit und breit kein Baum hätte einen Schatten spenden können oder wenn uns die Zeit im Nacken saß.

Jeglicher „genauester“ Planung der Tracks zum Trotz, kamen am Ende eines Tages dann auch immer wieder Kilometerstände zustande, die selten mit den angesagten übereinstimmten. Und es erklärt sich von selbst, dass es natürlich immer mehr waren. Deshalb waren wir auch selten genug rechtzeitig vor Ort, um denselben mal zu erkunden. Meist ging es sofort unter die ersehnte Dusche und anschließend zum Essen. Irgendwie mussten zwischendurch dennoch auch Wartung und kleinere Reparaturen erledigt werden und dann fielen alle schnell in die Betten.

Geführte Endurotour Marokko mit Motorrad-Adventure-Travel Insofern war es schade, denn die meisten Unterkünfte waren sehr schön und man hätte manche warme Abende gern in netter Runde weintrinkend verbringen können. Das passierte zwar auch, aber die Müdigkeit machte dem Treiben immer schnell ein Ende. Und das muss ich natürlich besonders hervorheben, dass wir wiedermal eine total tolle Truppe waren.

Unser Charmeur Paul und sein Schäferfreund Franz waren Balsam für meine geschundene Seele. Mit schönen Worten und Handauflegen bauten sie mich immer wieder auf. In den Dünen vom Erg Chebbi fanden bei traumhaften Sonnenuntergängen, Gedankenaustausche mit Franz statt, die sicher noch lange Zeit nachwirken.

Beim Fahren tänzelte Paul (77) scheinbar ohne jedwede Anstrengung durch alle Queds, durch den Sand, über Steinwüsten oder über die Pässe. Franz, mein persönlicher Fels in der Brandung, hatte es sich dankbarerweise zur Aufgabe gemacht, sich um unsere Newcomer Erich und Manfred zu kümmern, die sich teils mit Kraft, Naturtalent oder Geschicklichkeit genauso auszeichneten, wie unsere unerschrockenen Erfahrungsträger Chris und Gabi.

Vor Gabi ziehe ich meinen nichtvorhandenen Helm! Als Frau ist es doch noch etwas besonderes, ruhig, ausgeglichen und ohne Murren mitzuhalten, bzw. immer vorne mitzufahren. Wenn Gabi genauso gut ihre Kunden und Kundinnen behandelt, wie sie Motorrad fährt, muss sie sich keine Sorgen machen um ihr Auskommen.

Geführte Endurotour Marokko mit Motorrad-Adventure-Travel Chris war mir sofort sympathisch und enttäuschte mich die gesamte Tour nicht, weil er ziemlich genaue Angaben machen konnte, wenn man wissen wollte, wo wir sind oder wie weit wir noch fahren müssen. Erich, unser gutaussehender, fescher Naturbursche sah immer aus, wie aus dem Ei gepellt, machte nicht viele Worte, aber er traute sich Vieles zu und wurde dafür belohnt, indem er seine Fahrkünste in rasanter Geschwindigkeit verbesserte und stabilisierte. Nebenbei bekam er zwei kostenlose Lehrgänge, wie man einen Plattfuß behebt, musste es dafür aber auch selbst machen – mit Unterstützung von Franz, versteht sich. Guide Rainer war mit Rat und Tat an seiner Seite, konnte sich aber nicht verkneifen, die schadhaften Schläuche zu untersuchen, um dann an Hand der Spuren zu belehren, welche Fahrfehler zu solchen Pannen führen. Nun ja, wenn’s hilft …

Sehr spektakulär war auch die Rolle rückwärts die Erich Stuntman-mäßig hinlegte, als sich ihm plötzlich ein großer Stein in den Weg warf. Das ist nicht ganz korrekt formuliert, denn es gab weit und breit nur diesen Aufstieg am Berg über mehr oder weniger große Steine. Ich war schon vorsichtshalber aus dem Auto ausgestiegen, denn diesen Balanceakt, das Hindernis zu überwinden, wollte ich Youssef allein überlassen und mir lieber von außen anschauen, wie er zirkelt.

Geführte Endurotour Marokko mit Motorrad-Adventure-Travel Manfred hat sich genauso tapfer geschlagen. Auch er durfte zweimal den Schlauch wechseln, hatte auch einen Sturz, der ihm eine satte Schürfwunde am Unterarm einbrachte, und der trotzdem seine Herausforderung durch die Strecke annahm, und von Tag zu Tag sich selber beweisen konnte, dass der Mensch mit seinen Anforderungen wächst.

Am 8. Fahrtag, als alle anderen den Weg nach „Lost City – die verlorene Stadt“ durch ein recht anspruchsvolles Gebiet mit tiefen Sand nahmen, wollte er lieber dem 4×4 folgen, weil wir außen rum auf einer Schotterpiste das Areal umfahren sollten, um uns dann mit den anderen wieder zu treffen. Gedacht, getan, ließ sich das auch ganz gut an, bis zu dem Zeitpunkt, als Youssef meinte, er müsste abkürzen. Er lenkte also abrupt das Auto scharf rechts und navigierte sich im Niemandsland immer tiefer ins immer schlechter werdende Gelände. Wir tigerten durchs Unterholz in einem Qued voller Steine, „schwammen“ durch jede Menge Sand, fuhren durch einen breiten Wasserlauf und kamen dann an eine Art See, den wir weder um- noch durchfahren konnten. Während Yuossef die Gegend zu Fuß erkundete, versuchten Manfred und ich mittels Karte und GPS herauszufinden, wo wir sein könnten. Das alles spielte sich natürlich wieder einmal bei Mittagshitze und aufkommendem Wind ab, der immer wieder den Sand aufwirbelte. Hier draußen gibt es natürlich auch keinen Handyempfang um uns mit den anderen kurzzuschließen und die Funkgeräte waren ohnehin ziemlich nutzlos, weil sie eine zu geringe Reichweite hatten. Also beschlossen Manfred und ich: „Die einzig richtige Entscheidung ist der geordnete Rückzug zum Ausgangspunkt und den richtigen Einstieg zu suchen“.

Geführte Endurotour Marokko mit Motorrad-Adventure-TravelDiese Entscheidung drängten wir unserem Youssef auf und so kamen wir auf dem gleichen katastrophalen Weg zurück und Manfred war weiß Gott nicht zu beneiden. Insgesamt gesehen, hat er sicher mehr fahrerisch leisten müssen, als wenn er mit den anderen mitgefahren wäre. Ich war freilich froh, dass er bei mir war, denn allein hätte ich Youssef sicher nicht zum Umdrehen überreden können.

Letztendlich konnten wir uns eine Stunde später doch mit dem Rest der Gruppe wiedervereinen.

Meinem Rainer kann ich natürlich auch nur Gutes nachsagen und ich denke, da spreche ich für die ganze Gruppe. Bewundert habe ich ihn für seine Geschicklichkeit und sein technisches Verständnis. Mehrfach konnte er uns damit aus mancher misslichen Situation retten.

Was hat mir diese Tour gegeben?

Geführte Endurotour Marokko mit Motorrad-Adventure-Travel Landschaftlich ist Marokko wunderschön. Schönheit liegt natürlich immer im Auge des Betrachters und es gibt sicher Viele, die für diese Schönheit nichts übrig haben oder nicht verstehen, was an dieser Landschaft den Reiz ausmacht.

Grüne Wälder, blaues Wasser, weiße Strände, schneebedeckte Berge – es gibt viele Panoramen, die dem menschlichen Auge schmeicheln und von Zeit zu Zeit genieße ich diese Momente an Urlaubsorten oder auf Fahrradtouren oder manchmal auch etwas schlichter zuhause im Garten auf der Terrasse.

Die beeindruckende Schönheit hier ist aber etwas Anderes, Größeres. Wenn man im Hohen Atlas, in Sandwüsten, in riesig ausgedehnten Steinwüsten unterwegs ist, stundenlang keiner Menschenseele begegnet, Sandstürmen trotzt, wird man demütig, staunt über Weiten, nimmt man seine Umgebung mit anderen Augen wahr. Man weiß, dass alles was man sieht war schon vor tausend Jahren da und in weiteren tausend Jahren wird es hier noch genauso aussehen. Der Mensch hat hier eigentlich nichts zu suchen und hat sich doch ein Bleiberecht abgetrotzt.

Geführte Endurotour Marokko mit Motorrad-Adventure-TravelIch kann es mit meinem Verstand nicht erfassen, was diese Menschen empfinden, wenn, ich weiß nicht in welchen Abständen, Motorräder hier lang knattern und ein großes Geländefahrzeug Staub aufwirbelnd kommt und wieder im Staub verschwindet? Großzügig verteilen wir, solange der Vorrat reicht, „Glasperlen“ in Form von Kugelschreibern und Süßigkeiten oder anderen „Wohlstandsmüll“! Die kleinsten Kinder lernen hier von den größeren, schnell zur Piste zu laufen, zu winken und Geschenke zu erbetteln. Innerhalb von Sekunden ist die Chance verpasst und das Prozedere wiederholt sich für uns in der nächsten besiedelten Gegend.

Es bleiben Gesichter im Gedächtnis von schmutzigen kleinen Händen, von zerzausten schwarzen Locken, die riesige, dunkle Augen umrahmen, von bittenden Frauen, auf dem Rücken ein Neugeborenes, an der Hand ein vielleicht eineinhalbjähriges Kind. Meist sind es allerdings Jungs jeglichen Alters, die fordernd ihre Hände vorstrecken, neben dem Auto herlaufen und laut und gestikulierend ihre Forderungen schreien.

Trotz Stress und Konzentration, die die Streckenführung erfordert, kann ich auch meinen Gedanken nachhängen und ich stelle mir manchmal vor, was wäre, wenn ich hier leben müsste, wenn die vielen kleinen Kinder meine Enkel wären …? Wie weit liegen doch unsere Welten auseinander!

Geführte Endurotour Marokko mit Motorrad-Adventure-TravelDiese für uns fast unerträgliche Armut auf der einen Seite und dieser Größenwahn und Überfluss zuhause! Und nur weil wir das Glück hatten, in Deutschland geboren zu sein! Und die meisten Deutschen, einschließlich die meisten meiner Bekannten, Freunden und Verwandten können sich gar nicht vorstellen, wie man hier lebt.

Durch mein „Beifahrerdasein“ und bedingt dadurch, dass wir nicht in die großen, klimatisierten Hotels gehen, die es freilich im Hinterland auch gar nicht gibt, bekommt man so ziemlich 1:1 mit, wie die Einheimischen leben. In ihren Lehmhäusern und -hütten gibt es größtenteils nicht den „Luxus“ der uns zur Verfügung gestellten Unterkünfte mit fließendem Wasser aus der Wand, warmer Dusche und Wasserklosett. Was für uns Folklore ist, ist für die meisten Marokkaner eine Ausstattung, die sie selbst nicht haben.

Die Zimmer darf man sich nicht mit unseren Bildern im Kopf vorstellen. Im „Bad“ kommt aus der Wand ein dünnes Rohr mit einem einfachen Absperrhahn, das Wasser in eine gemauerte Mulde laufen lässt. Wenn man die Dusche benutzt, kann keiner zur gleichen Zeit auf der Toilette sitzen, es sei denn, er will auch geduscht werden. Das warme Wasser wird in Behältern auf dem Dach erhitzt und kommt auch schon mal fast kochend heiß herunter. Im Schlafraum gibt es gemauerte Podeste, auf denen die landestypischen, brettharten Matratzen liegen. Man deckt sich mit einem Laken zu, darüber eine knallbunte Polyesterwolldecke.

Geführte Endurotour Marokko mit Motorrad-Adventure-Travel Ich musste schmunzeln, als ich auf dem Bett unsere Handtücher sah. Sie waren noch original verpackt, mit Preisschild. „Für die Gäste nur das Beste“ kam mir in den Sinn. Die Betreiber einer solchen Auberge sind sehr dienstbeflissen und freundlich, trotzdem nicht aufdringlich. Wenn man in Marokko um 8 Uhr das Essen bestellt, kann man getrost mindestens eine halbe Stunde zugeben. Die Wartezeit wird mit jeder Menge stark gesüßtem „Berberwisky“ (Pfefferminztee) und Erdnüssen oder Gebäck verkürzt. Und wenn einem das alles so widerfährt, dann ist das nicht etwa einen Asbach Uralt wert, sondern ich stelle mir die Frage, wo geht die Entwicklung hin?

Geführte Endurotour Marokko mit Motorrad-Adventure-TravelGibt es einen begehbaren Weg, diese liebenswerten Menschen in eine moderne Welt zu führen, wollen sie das überhaupt? Oder werden durch die neuen Medien Bedürfnisse geweckt, deren Befriedigung der jungen Generation nicht schnell genug geht, die sie verführen, ihr Heil im europäischen Paradies zu suchen, indem sie ihr Land verlassen, oder was viel schwerer wiegt, indem sie extremistisch werden? Abhilfe könnte auch eine bessere Schulbildung ermöglichen. Es gibt eine Schulpflicht in Marokko. Aber wie kommen die Kinder in die Schulen?

Der Brunnen, der das lebensnotwendige Wasser liefert und ermöglicht, dass sich hier Familien niederlassen, ist eben kilometerweit von größeren Ortschaften entfernt. Und so hüten die Kinder halt die Ziegen oder die Schafe, lernen weder schreiben noch lesen und leben das Leben ihrer Vorfahren. In Marokko sind ungefähr 50 Prozent der Bevölkerung Analphabeten. Gleichzeitig sind ungefähr 50 Prozent jünger als 25 Jahre.

Während man in den großen Städten, wie z.B. Marrakesch, in den letzten fünf Jahren eine Weiterentwicklung deutlich wahrnehmen kann, bleibt jenseits des Hohen Atlas die Zeit scheinbar stehen und das wird wohl auch noch eine ganze Weile so sein. Das Tragische ist eben, dass das Satellitenfernsehen auch hier Einzug hält, man lernt eine Welt kennen, die schön, glitzernd und verführerisch ist.

Geführte Endurotour Marokko mit Motorrad-Adventure-TravelAuch die Handymanie hat längst Einzug in Marokko gehalten. An der Hand angewachsen, bedienen sie sich dieser Technik auf Schritt und Tritt. Besonders merkwürdig mutet es an, wenn total verschleierte Frauen das Handy am Ohr haben und über die Märkte schlendern. Im Souk vertreiben sich die meist jungen Händler ihre Zeit mit dem Wunderwerk der Technik und fallen somit nicht sofort über die Touristen her, die dann auch mal in Ruhe alles in Augenschein nehmen können.

In einer Teppichknüpferei saß ich neben einer jungen Frau, die mir einerseits versuchte beizubringen, wie man die Fäden knüpft, anderseits schaute sie ununterbrochen auf ihr Handy und amüsierte sich über ein Filmchen bei YouTube.

Insoweit unterscheiden sie sich kaum von der Jugend in anderen Ländern, wieder mit dem großen Unterschied, dass die Jugend in Deutschland z.B. alle Möglichkeiten hat.

Ich hoffe, dass in Marokko die Entwicklung genug Zeit bekommt, alle mitzunehmen und dass die Schere zwischen arm und reich nicht immer weiter auseinander klafft. Allein mir fehlt der Glaube!

Petra und Rainer - Geführte Endurotour Marokko mit Motorrad-Adventure-Travel Wären die Möglichkeiten des Endurofahrens in Marokko nicht so vielfältig, würden wohl viele Tourteilnehmer gar nicht auf die Idee kommen, dieses Land zu bereisen. Und obwohl sie natürlich in erster Linie die sportlichen Herausforderungen schätzen, lernen sie auch das Land etwas lieben, denn wie sagte Manfred so richtig: Man fliegt in die entlegensten Gegenden der Welt, angelockt durch bunte Bilder in Hochglanzprospekten. Und dabei hat man atemberaubende Aus- und Ansichten in Hülle und Fülle, wenn man sich nur vier Stunden in den Flieger setzt und dann ein Abenteuer auf dem Motorrad oder in einem geländetauglichen Fahrzeug in Richtung Hoher Atlas beginnt. Man wird belohnt mit grandiosen Landschaften, mit einem satten Grün an den Nordhängen der Gebirgszüge, mit den mannigfaltigsten Farben und Formen der Gesteinsformationen, von tiefen Schluchten, die Wasserläufe schufen, von beeindruckenden Sanddünen oder von wunderschönen Oasen, die nur über halsbrecherische Abfahrten zu erreichen sind. Schafe und Ziegen versuchen, über große Flächen verteilt, auf kargem Boden etwas Fressbares zu finden, und auf Hochebenen tauchen immer wieder Kamele aus der staubschwangeren Luft auf, um majestätisch und erhaben unsere Wege zu kreuzen.

Während ich beim Schreiben alles Revue passieren lasse, merke ich freilich, dass mir Marokko sehr ans Herz gewachsen ist. Jeder unserer Protagonisten wird diese Tour etwas anders in Erinnerung behalten. Und vieles bleibt unerwähnt in meiner persönlich gehaltenen Niederschrift. Aber ich hoffe, dass sie eine kleine Gedankenstütze für euch ist und euch auch ein wenig unterhalten hat.

Alle aktuellen Termine des Motorrad-Adventure-Teams,
mehr Infos und Bilder gibt’s online unter www.motorrad-adventure-travel.de.

Weitere Fragen beantwortet Rainer Ernst auch gerne per E-Mail unter: hard-enduro@genial.ms


Kommentare

Kommentar hinzufügen

* Pflichtfelder

Keine Kommentare zu :
“Endurotour Marokko – aus einer anderen Perspektive”


KRADBLATT APP

Kostenfrei
Ansehen