Kein Spaß mehr am Endurofahren? Der Umbau zur Supermoto ist möglich!
Kein Spaß mehr am Endurofahren? Der Umbau zur Supermoto ist möglich!

Der Umbau einer Enduro zur Supermoto zählt zu den beliebtesten Projekten in der Offroad-Szene. Aus einer geländetauglichen Basis wie KTM EXC, Husqvarna FE oder Beta RR wird mit geringem Aufwand ein handliches Kurvengerät für Landstraße und Kartbahn. Wer den Umbau plant sollte die technischen Voraussetzungen, eintragungsrelevanten Punkte nach § 19 StVZO und ein realistisches Budget kennen.

Radsätze, Bremsen und Übersetzung als Kern des Umbaus

Das zentrale Bauteil ist der 17-Zoll-Radsatz. Statt der klassischen 21 Zoll vorn und 18 Zoll hinten kommen zwei 17-Zoll-Felgen zum Einsatz, meist in den Breiten 3.50 vorn und 4.25 oder 5.00 hinten. Komplettradsätze mit eloxierten Alu-Felgen, Edelstahlspeichen und CNC-gefrästen Naben werden unter anderem von Kineo, Haan, Alpina und deutschen Spezialisten wie Diller Powerparts angeboten. Die Preise bewegen sich je nach Ausführung zwischen etwa 900 und 2.400 Euro für einen kompletten Satz inklusive Bremsscheibe und Kettenrad.

Mit dem kleineren Vorderrad ändert sich die Bremsanlage. Serienmäßige Enduro-Bremsscheiben mit 260 mm reichen für den Straßeneinsatz nicht aus. Üblich sind 310 bis 320 mm Wave-Scheiben, montiert über einen Bremssattel-Adapter. Die Beläge werden häufig auf Sinter-Metall gewechselt, um die höheren Temperaturen auf Asphalt zu verkraften. Für die Eintragung ist eine ABE oder ein Teilegutachten erforderlich, andernfalls muss die Kombination einzeln abgenommen werden.

Die Übersetzung wird meist um zwei bis vier Zähne am Kettenrad verlängert, typisch sind 15/45 statt 14/48. Damit sinkt die Drehzahl auf der Landstraße und die Endgeschwindigkeit steigt spürbar.

Fahrwerk, Bereifung und Anbauteile

Das Serienfahrwerk einer Enduro ist auf grobe Schläge im Gelände abgestimmt und damit auf Asphalt zu weich. Empfehlenswert ist ein Umbau auf härtere Federn, angepasste Ventil-Shims oder ein komplettes Supermoto-Setup von WP, Öhlins oder K-Tech. Kosten für ein professionelles Revidieren und Anpassen liegen zwischen 400 und 900 Euro. Die Gabel wird oft um 10 bis 20 mm in der Gabelbrücke nach oben gezogen, um den Lenkwinkel steiler zu stellen.

Bei den Reifen dominieren Straßenmischungen wie Michelin Power Supermoto, Metzeler Racetec RR oder Dunlop D212 GP Pro. Wer ausschließlich auf der Kartbahn fährt, greift zu Slicks mit Reifenwärmern. Ein Straßensatz kostet rund 300 bis 400 Euro.

Weitere Bauteile, die für die StVZO-Konformität benötigt werden, sind ein zugelassener Kennzeichenhalter, eventuell ein kürzerer Kotflügel hinten und funktionierende Blinker. Wer optisch nachschärfen will, ergänzt Lenkerarmaturen, Fußrastenanlagen und Handhebel aus CNC-gefrästem Aluminium.

Kostenrahmen und Eintragung

Ein Basis-Umbau mit gebrauchten 17-Zoll-Rädern, neuer Bremsscheibe und Straßenreifen ist ab etwa 1.500 Euro realisierbar. Ein solider Umbau mit neuen Kineo- oder Haan-Rädern, angepasstem Fahrwerk und Sinterbelägen liegt bei 3.500 bis 4.500 Euro. Ein High-End-Setup mit Öhlins-Fahrwerk, geschmiedeten Felgen und Radialbremspumpe kann 6.000 Euro überschreiten.

Für die Eintragung beim TÜV oder der DEKRA sind Gutachten oder Unbedenklichkeitsbescheinigungen der Hersteller entscheidend. Ohne diese wird jedes Bauteil einzeln geprüft, was Zeit und Geld kostet. Nach § 19 Absatz 3 StVZO erlischt die Betriebserlaubnis, sobald wesentliche Bauteile ohne Nachweis verändert werden. Prüfstellen verlangen in der Regel eine Fahrzeugvorführung inklusive Bremsprüfung und Geräuschmessung. Die reine Abnahme kostet je nach Umfang zwischen 80 und 250 Euro.

Wer den Umbau plant, sollte vor dem Kauf einzelner Teile klären, ob eine ABE vorliegt und ob die gewählte Radkombination mit dem eigenen Modell freigegeben ist. Ein Blick in die Datenblätter der Anbieter und ein Gespräch mit der örtlichen Prüfstelle ersparen später teure Nacharbeiten.