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Editorial 7/21 – „Rennbericht“ der Rennleitung …

Vorwort der Kradblatt-Ausgabe 7/21 von Kreispolizeibehörde Mettmann

Raser, Rennen, Risiko …

Polizei NRW Wappen

Nach kurzer Sommerpause ist sie wieder zurück – die Rennleitung Ihres Vertrauens! Diesmal melden wir uns vom GrandPrix in Velbert-Langenberg, wo am späten Dienstagabend (8.6.2021) auf dem so genannten „Thunder-Speedway“ ein Rennen der besonderen Art stattfand. Augenscheinlich wollten die beteiligten Kontrahenten folgende Frage klären: Was ist schneller? Ein Motorrad aus dem MotoGP oder ein Bolide der DTM?

Anders können es sich unsere Rennkommissare nicht erklären, weshalb sich am späten Dienstagabend ein junger Motorradfahrer aus dem Rennstall Yamaha sowie ein junger BMW-Fahrer auf der Donnerstraße ein illegales Nachtrennen lieferten.

Mit deutlich überhöhter Geschwindigkeit waren die beiden 19- und 18-jährigen Kontrahenten laut eines Zeugen dabei gegen 22:15 Uhr in Richtung Wuppertal gerast, als ihnen ein Taxifahrer entgegen kam. Die beiden „Möchtegern-Rennfahrer“ mussten dem Wagen ausweichen, wobei der 19-jährige Motorradfahrer die Kontrolle über seine Maschine verlor und in die Böschung rutschte.

Hier hatte der junge Mann augenscheinlich etliche Schutzengel auf seiner Seite: Obwohl bei dem Unfall ein Leitpfosten sowie das Motorrad, der Helm und die Schutzkleidung des jungen Mannes erheblich beschädigt wurden, kam der „Nachwuchsrennfahrer“ laut eigenen Angaben unverletzt davon.

Doch damit nicht genug: Anstatt sich um seinen spektakulär gestürzten Rennkollegen zu kümmern, raste der BMW-Fahrer der Ziellinie entgegen. Doch er hatte die Rechnung ohne den Taxifahrer gemacht. Über Bordfunk alarmierte der Mann die Stewards, welche umgehend mehrere SafetyCars auf die Strecke brachten. Während einige von ihnen an der Unfallstelle die Gelbe Flagge schwenkten, setzten sich die anderen daran, den flüchtigen BMW-Fahrer zu stellen, was ihnen schlussendlich auch gelang.

So blickte der 18-Jährige wenig später in die erbosten Augen eines Rennkommissars, der dem BMW-Fahrer auch gleich die schwarze Flagge zeigte: Disqualifikation!

Jetzt fing der Ärger für die beiden Nachwuchsrennfahrer erst so richtig an: So hatte der Autofahrer vor der Fahrt Marihuana geraucht, was einen Verstoß gegen die internationalen Doping-Regeln der FIA darstellt. Die beiden Boliden wurden an den Haken gehangen, abgeschleppt und ins ParcFermé gebracht, wo die Wettbewerbsfahrzeuge erst einmal unter Aufsicht und Zugriff der Rennleitung verbleiben.

Auch ihre Rennlizenzen sind die beiden jungen Männer erst einmal los, was gleichzeitig auch bedeutet, dass die diesjährige Rennsaison für beide schon beendet ist. Nun blicken sie mehreren Strafverfahren entgegen.

Ihre Rennleitung weist auf Folgendes hin: Der Gesetzgeber hat bereits im Jahr 2017 die Strafen für illegale Fahrzeugrennen deutlich verschärft. Der dazu neu geschaffene § 315d des Strafgesetzbuches (StGB) stellt bereits die Teilnahme an einem nicht erlaubten Kraftfahrzeugrennen unter Strafe. Die Strafe kann bis zu zwei Jahren Haft betragen. Wenn Menschen bei einem solchen „Rennen“ schwer verletzt werden oder gar tödlich verunglücken, drohen bis zu zehn Jahre Haft. Zusätzlich können beteiligte Kraftfahrzeuge nach § 315f StGB zur Enteignung eingezogen werden, ggf. selbst dann, wenn sie dem Fahrer nicht gehören. Regelmäßig werden nach solchen Rennen auch Fahrerlaubnisse entzogen. Die Polizei leitet schon bei einem Anfangsverdacht der Teilnahme an illegalen Rennen im Straßenverkehr Strafverfahren ein.

<Hier> geht es zum offiziellen Rennbericht im Blaulicht-Presseportal.

Stoppt iIllegale Auto und Motoradrennen
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