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Editorial 6/21 – Und weiter harren und hoffen …

Vorwort der Kradblatt-Ausgabe 6/21 von Marcus Lacroix

Die 2021er Saison kommt nur zäh in Gang …

Ducati Desert Sled

Das nächste Editorial und so richtig in Schwung ist die neue Saison ja noch nicht gekommen. Gut, ein paar hundert oder tausend Kilometer und die ersten schönen Touren dürften die meisten von uns hinter sich haben. Auch die Fahrtrainings – On- wie Offroad – verschiedenster Anbieter sind gut besucht. Die dürfen zum Glück ja stattfinden. Arg durchwachsenes Wetter und der weiterhin anhaltende Corona-Mist zerren aber doch an den Nerven. Dazu kommen mittlerweile auch noch diverse Engpässe, die sich nicht nur in Impfzen­tren oder im Bauhandwerk bemerkbar machen, auch der Motorradhandel spürt die globalen Auswirkungen. Verschiedene Ersatzteile sind nicht immer sofort verfügbar und wer bisher selbst im Ausland bestellt hat, kann sich auch auf lange Lieferzeiten gefasst machen. Die Seecontainer sind knapp, der Preis für Importeure innerhalb weniger Monate um das 10-fache gestiegen! Statt 1.300 € werden jetzt schnell mal 13.000 € aufgerufen – bei gleichem Inhalt! Das können die Händler einfach nicht mehr kompensieren. Aber immerhin hat sich der Handelskrieg mit den USA erst mal etwas beruhigt (siehe Pan America Artikel).
Lichter wird es trotzdem in den Verkaufsräumen der Händler – der Nachschub an Fahrzeugen stockt, die Nachfrage ist hoch. Vorteil für die Händler: Preisdiskussionen fallen sehr kurz aus und auch die Gebrauchtpreise bleiben stabil. Nachteil: Händler können die Nachfrage nicht bei jedem Modell bedienen.

Aber das sind Klagen auf relativ hohem Niveau, die Reisebranche, Hotels und Gastronomie haben ganz andere Sorgen. Der Tourismus läuft zwar mittlerweile wieder vorsichtig an, die Bedingungen sind aber bisweilen etwas unverständlich und vor allem der aktuellen Pandemieentwicklung unterworfen. Langfristige Planungen sind schwer möglich.

Das hat in diesem Jahr auch unsere beiden Leserreisen getroffen, die wir im letzten Jahr mit nur leichten Einschränkungen durchziehen konnten. Am Stufenplan in Mecklenburg Vorpommern schlittern wir mit der Offroadreise gerade mal um zwei Tage vorbei. Aber das Jammern hilft ja nichts, unsere Reiseveranstalter Endurofun Tours und Curva Biketravel haben direkt Ausweichtermine für den September klar gemacht. 

Als Individualreisender ist man da flexibler, bucht aber auch hier möglichst frühzeitig eure Übernachtungen. Gerade die Küste und die deutschen Mittelgebirge werden sicher gut besucht sein. Ein paar Hoteliers und Gastro-Betriebe haben das Kradblatt trotz aller Unwägbarkeiten bisher die ganze Pandemie hindurch weiter unterstützt, wofür wir sehr dankbar sind!

Wir wünschen uns alle unser altes Leben zurück und ich persönlich bin auch weiterhin positiv gestimmt, dass wir das in absehbarer Zeit weitestgehend erreichen.  Für wichtig erachte ich dabei, dass wir uns alle zurücknehmen, unser Ego nicht über alles stellen und nicht über jedes Stöckchen springen, das uns jemand hinhält. Egal ob es der Nachbar, die Politik, die Medien oder sonst wer ist. In diesem Rahmen sehe ich auch die anstehenden Demos gegen Fahrverbote (siehe Seite 70–73). Ein reines WIR GEGEN DIE wird keine Einigung bringen. Das ganze Leben in einer Gesellschaft ist ein Kompromiss, in einem dicht besiedelten Land noch viel mehr. In diesem Sinne: bleibt gesund und bedächtig und genießt trotz allem euer Leben! 


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