Copyright-Marcus-Lacroix-2018_28-11-2018_91962

Editorial 12/18 – Frohe Retro-Weihnachten

Vorwort der Kradblatt-Ausgabe 12/18 von Marcus Lacroix

Etwas Besinnliches zum Fest

Copyright Marcus Lacroix 2018

Wenn man an der Dezember-Ausgabe des Kradblatts arbeitet, ist das immer ein etwas seltsames Gefühl. Das hat sich in all den Jahren nicht geändert. Einerseits ist doch erst November, andererseits hat man mit dem Jahr schon abgeschlossen, denn im Dezember arbeiten wir ja schon an der Januar-Ausgabe, die vor Weihnachten in Druck gehen muss, damit sie pünktlich zwischen den Feiertagen ausgeliefert werden kann. Und so gehen einem allerhand Gedanken durch den Kopf, während man das Jahr Revue passieren lässt. 

Etwas gewundert hat es mich, dass der Retro-Trend bei Motorrädern und Zubehör und die damit verbundenen Veranstaltungen offenbar nichts an Schwung verlieren. Das Angebot wächst in jeder Hubraumklasse beständig. Liegt es daran, dass es einfach noch nichts neues Hippes gibt, oder daran, dass Menschen sich in gefühlt unsicheren Zeiten einfach nach etwas Vertautem sehnen? Und sei es nur die Optik ihrer Motorräder, denn technisch sind die mit Elektronik reichlich versehenen Retro-Bikes von heute, weit entfernt von „der guten alten Zeit“ – da kann eine Einspritzanlage noch so gut als Vergaser getarnt sein. 

Ist mir aber auch egal, Hauptsache der Fahrspaß stimmt. Und Fahrspaß hatten wir 2018 reichlich. Was war das wettertechnisch doch für ein Ausnahmejahr (zumindest bisher). Manchem war es schon zu viel und ich persönlich bin noch nie so viele Kilometer in Jeans Motorrad gefahren (kevlarverstärkt natürlich, bevor es wieder Mecker gibt) wie 2018. Dazu eine luftige Jacke und perforierte Handschuhe – also mein Motorradsommer war definitiv klasse. 

Meinem Schutzengel darf ich in diesem Jahr auch dankbar sein. Kleinere Blessuren Offroad und ein dämlicher Quasi-Umfaller Onroad, das war’s. Nichts gebrochen, keine nennenswerten Schäden – Danke! Wobei mich mein Schutzengel aber doch bisweilen ermahnen musste, wenn ich den Hahn weiter spannte als potentiell gut für mich war: „Du sollst den HERRN, deinen Gott, nicht herausfordern“ klang es dann in meinem Hirn. Genau, steht in Matthäus 4,7. Findet ihr seltsam? Macht nichts, immerhin hat es gewirkt. 

Womit wir auch schon bei Weihnachten sind, das Fest, bei dem es ursprünglich nicht um möglichst viele Geschenke und reichlich Essen ging, auch wenn man seit einigen Jahren den Eindruck nicht los wird. Genau genommen sogar seit ziemlich vielen Jahren, wenn ich so an meine Kindheit zurückdenke. Hier könnte man sich doch auch mal so rein retromäßig besinnen und Weihnachten als das feiern, was es mal war: den Geburtstag von Jesus Christus. Der hat da zwar bekanntlich keinen Wert drauf gelegt, aber wenn manche heutzutage glauben, unser Abendland und unsere christlichen Werte gegen wen auch immer verteidigen zu müssen, wäre ein friedvolles Weihnachtsfest doch ein guter Anfang. Manch einer kommt dabei evtl. wirklich zur Besinnung und stellt fest, dass früher nicht alles besser war – dass man aber durchaus die guten Sachen von damals ins hier und heute retten sollte. Die Guten, wohlgemerkt! 

In diesem Sinn wünschen wir all unseren Lesern, unseren Kunden, Freunden und Familien frohe und gesegnete Festtage und einen guten Rutsch ins neue Jahr.

Weihnachtskarten oder Werbegeschenke werden wir auch in diesem Jahr nicht verschicken. Fühlt euch einfach so geknuddelt. Das Geld spenden wir an den Biker Brummi Hilfe e.V. (www.bb-hilfe.eu), der bereits den nächsten Spenden-Sammeltransport für den Balkan organisiert sowie an Open Doors (www.opendoors.de) und Ärzte ohne Grenzen (www.aerzte-ohne-grenzen.de). 


Kommentare

Kommentar hinzufügen

* Pflichtfelder

Ein Kommentar zu :
“Editorial 12/18 – Frohe Retro-Weihnachten”


  • Roland sagt:

    Ja, es stimmt, dass die Retrowelle läuft und läuft und … Retro heißt doch so viel wie “rückwärts gewandt”, oder? Und schlägt sich das nicht auch politisch im Wahlverhalten nieder? Retro = “Wir wollen unsern alten Kaiser Wilhelm wieder haben!” Da wundert es mich nicht, dass sich Piaggio auf der EICMA traut, den Kumpanstand räumen zu lassen und so versucht die “teutonische” Konkurrenz zu beseitigen. Dass die italienischen Behörden mitziehen, wundert mich bei der jetzt dort gewählten Regierung nicht, von deren Rückendeckung ausgegangen werden kann. Nach “America first” nun also auch “Prima l’Italia”?