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Editorial 04/17 – Gefahren beim Privatverkauf

Vorwort der Kradblatt-Ausgabe 4/17
von Marcus Lacroix

Gefahren beim Privatverkauf

Viele von uns haben sicher schon von/an privat Motorräder ge- und verkauft. Über das Kradblatt oder auch andere Kanäle. Das macht i.d.R. Spaß und bringt oft auch ein paar Taler mehr, als das Inzahlunggeben beim Händler. Ohne Gefahren ist der private Handel aber nicht und auch als Käufer kann man unverschuldet schnell in ein schlechtes Licht geraten, wie der Vorfall zeigt, von dem uns Kradblatt-Leser Hubert Arnke berichtet:

„Ich habe letzte Woche mein Rennmotorrad, eine Aprilia, über Ebay-Kleinanzeigen verkauft. Der Käufer war ein netter und freundlicher Motorradfahrer aus Papenburg.

Heute bekam ich einen Anruf auf dem Handy, es meldete sich total aufgebracht ein Mann und schrie, dass ich das Motorrad zurücknehmen muss, da es einen nicht angegeben Unfallschaden hat. Er habe das gerade festgestellt und er wäre aber bei seinen Cousin in Potsdam. Ich sollte sofort zur Bank fahren und das Geld bei Unicel Kredit (er sagte mir sogar die Adresse ) überweisen und er würde das Motorrad noch heute mit der Spedition zu mir senden. Wenn ich es nicht machen würde, würden sein Bruder und Cousin (die schon im Knast waren) vorbeikommen und mich zusammenschlagen und mein Haus anzünden!

Danach der nächste Anruf – er wieder am Schreien, ich sollte zumindest 1000 € Anzahlung senden. Ich habe aufgelegt und den Käufer angerufen. Der wusste von nichts und ist mit dem Motorrad zufrieden. Dann habe ich erst gesehen, dass die Handynummer eine 0096 als Vorwahl hatte: Moldawiern.

Es folgte der nächste Anruf: wieder Drohungen und Geschreie. Ich habe dann den Anrufer nach dem Tag gefragt, wann er das Motorrad bei mir abgeholt hat und schon wurde aufgelegt.

Ich hatte bei Ebay-Kleinanzeigen meine Telefonnummer drin, habe mir sogar extra dafür eine Sim-Karte besorgt. Bei der Polizei hier in Bremerhaven habe ich es gemeldet und der Beamte sagte, dass er schon so einen Fall hatte.“
Liebe Leser, Hubert hat auf jeden Fall richtig reagiert, hat sich nicht einschüchtern lassen und den Vorfall der Polizei gemeldet. Aufklären lassen wird sich der Einzelfall wohl kaum, wichtig ist aber, dass auch Betrugsversuche erfasst werden – und sei es für die Statistiken, die dann ggfs. wiederum politische Entscheidungen beeinflussen.

Einen lesenswerten Ratgeber zur Sicherheit beim Fahrzeugkauf und -verkauf mit Fallbeispielen findet man im Magazin auf der Website von www.mobile.de.

Ehrlich gesagt halte ich mich aber auch nicht immer an alle Sicherheitsratschläge. Grundsätzlich glaube ich weiterhin an das Gute im Menschen. Durch Medienberichte bin ich allerdings vorsichtiger geworden, speziell wenn es um Bargeld geht. Der Check mit der UV-Lampe ist beim Verkauf obligatorisch. Beim Kauf meiner letzten Gebrauchten gegen bar fuhr der Verkäufer sogar mit mir zu seiner Bank, nachdem wir den Kaufvertrag klar gemacht hatten.

Beim Kauf und Verkauf über größere Distanzen kann ich den Treuhandservice von www.Mototransporter.de aus Bremen empfehlen, den ich schon mehrfach genutzt habe.

Achtet außerdem auf euer Bauchgefühl. Wenn euch etwas komisch (oder zu schön um wahr zu sein) erscheint, brecht den Kauf oder Verkauf lieber ab. Oder verzichtet einfach auf ein paar Taler und macht das Geschäft mit dem Händler eures Vertrauens …

Habt ihr selbst Betrugs-Erlebnisse beim Fahrzeugkauf/-verkauf? Kommentiert diesen Artikel hier oder auf unserer Facebook-Seite.


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