aus Kradblatt-Ausgabe 8/26 von Marcus Lacroix

Voll überzeugt …

Der Dunlop SportSmart Mk4 überzeugte bei jeder Witterung
Der Dunlop SportSmart Mk4 überzeugte bei jeder Witterung

Mit Reifenempfehlungen ist das ja immer so ein Ding, speziell dann, wenn man von einem abgefahrenen auf einen neuen Reifen wechselt – der Neue läuft natürlich um Welten besser, die Erinnerungen an den Alten im Neuzustand sind längst verblasst.

Eine ganz gute Orientierung bieten die aufwendigen Reifen-Vergleichstests der Zeitschrift MOTORRAD. Dort werden Reifen nicht nur bei Verschleißfahrten mit gleichen Motorrädern zur gleichen Zeit getestet sondern z.B. beim Nasstest auch unter kontrolliert gleichen Bedingungen. Solche Möglichkeiten hat kaum jemand. Nichtsdestotrotz bleibt aber auch hier ein entscheidender Punkt offen: Reifen, die auf einem Testmotorrad super funktionieren, müssen nicht zwingend auch auf der eigenen Maschine die erste Wahl sein. Dazu kommen dann noch die persönlichen Präferenzen des Fahrers bzw. der Fahrerin. 

Links im Bild der Dunlop Qualifier Core. Er hat in der Mitte der Lauffläche die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm unterschritten.
Links im Bild der Dunlop Qualifier Core. Er hat in der Mitte der Lauffläche die gesetzliche Mindestprofiltiefe von 1,6 mm unterschritten.

2025 stand ich mal wieder vor der Qual der Wahl – welches Gummi darf’s denn sein? Nachdem ich in meinen frühen Motorrad-Jahren, wo über 30.000 km p.a. normal waren, vor allem auf lange Haltbarkeit geachtet habe, lege ich heutzutage mehr Wert auf ordentlich Grip. Mal ehrlich: viele von uns fahren doch kaum noch 5 oder 10 tkm im Jahr. Wenn der Reifensatz dann eine Saison hält, evtl. auch zwei, dabei aber top Leistung bringt, ist doch alles in Butter. Mehr Grip, mehr Sicherheit.

Für meine recht schwere Energica EsseEsse9+ RS (260 kg) bieten sich Reifen an, die auf leistungsstarken Sporttourern, wie z.B. Kawasaki ZZR 1400, verwendet werden. Das Drehmoment des Elektromotors, 200 Nm aus dem Stand, ist ja auch nicht ohne. Nachdem mir der Dunlop Qualifier Core recht gut gefallen hatte – allzeit super Grip, von der Handlichkeit her aber fast schon ein wenig zu nervös auf der EsseEsse – entschied ich mich für den Dunlop SportSmart Mk4. Der Qualifier Core hatte über 8.300 km gehalten, vorne wäre sicher noch ein Tausender mehr drin gewesen. Ich wechsele aber gerne den kompletten Satz, wenn das Restprofil vorne nicht mehr lange zu reichen scheint. 

Der Dunlop SportSmart Mk4 ist wie der Qualifier Core bei Dunlop unter „Hypersport“ gelistet, beide aber lt. Dunlop Einschätzung mit deutlicher Tendenz Richtung Straße statt Renne. Das entspricht auch der Dunlop-Presseinfo: „Der neue Hypersportreifen SportSmart Mk4 wurde für den anspruchsvollen Einsatz auf kurvigen Landstraßen entwickelt und bietet gegenüber dem Vorgänger deutliche Fortschritte bei Präzision, Feedback und Nass-Haftung.“

Der Dunlop SportSmart Mk4 nach 2.700 km, da dürften noch locker drei Tausender drin sein.
Der Dunlop SportSmart Mk4 nach 2.700 km, da dürften noch locker drei Tausender drin sein.

Tja, was soll ich sagen? Der Dunlop Sportsmark Mk4 gefällt mir ausgesprochen gut. Er harmoniert deutlich besser mit der EsseEsse9+ als der Qualifier Core. Der Mk4 lenkt neutral ein, läuft zielgenauer und stabiler. Beim Grip merke ich keinen Unterschied, ich bin auf der Landstraße allerdings auch nicht mit dem Knie auf dem Boden unterwegs. Auf der Renne konnte ich beide nicht fahren. 

Dass der SportSmart Mk4 beim großen Reifen-Vergleichstest der Zeitschrift MOTORRAD, Ausgabe 6/26, zum Testsieger gekürt wurde, wundert mich nicht. Fazit dort im Artikel: „Der Dunlop SportSmart Mk4 kommt der Quadratur des Kreises schon sehr nahe. Top auf der Landstraße, top bei Nässe, top im Verschleiß“.

Infos zur Haltbarkeit kann ich euch im Vergleich zum Qualifier Core leider nicht liefern, meine Energica EsseEsse9+ RS ist verkauft. Da meine Energica Experia demnächst aber auch neue Pellen braucht, werde ich wohl erneut zum Mk4 greifen und hoffen, dass er auf ihr genauso gut funktioniert. 

Mehr Infos zum Dunlop-Sortiment gibt es unter www.dunlop-moto.com, aktuelle Preise bei allen Reifenhändlern und Motorradwerkstätten. Erfahrungsberichte sind zudem in Markenforen und Facebook-Gruppen zu finden – die Bandbreite der Meinungen ist dort allerdings, wie bei allen Themen, beachtlich …