BMW No Limit Fighter
BMW kann auch richtig cool sein – das beweist diese R 1100 S von No Limit Fighters.

aus bma 5/09

von Sabine Welte

BMW R 1100 S No Limit Fighter„Habe die Ehre!“ Fritschi benutzt höfische Grußformeln, wenn er mit uns spricht. Die sind trotz seiner Jugendlichkeit völlig seriös und glaubhaft. Aber als absoluter Querdenker handelt der 29-jĂ€hrige Bayer aus Nabburg bei Regensburg losgelöst von jeglichen Konventionen. Sogar frei von denen aus seiner angestammten Passion, dem Streetfightertum. „FĂŒr mich muss es dabei endlich in eine neue Richtung gehen. Die Ära mit dem hohen Heck und dem mörderischen Aussehen ist doch lĂ€ngst passĂ©.“ Markus Fritsch, wie der agile Motorrad-Modifizierer im bĂŒrgerlichen Leben genannt wird, macht seine eigene Trendwendung auch lokal sichtbar. Weg vom alten aber bereits gediegenen Schuppen am GĂŒterbahnhof am Rande seiner kleinen Heimat-Gemeinde hat er erst kĂŒrzlich die alte Feuerwache mitten im Dorf kĂ€uflich erstanden. Die baut er gerade mit seiner hĂŒbschen Rosel und seinen guten Freunden komplett in eine piekfeine Werkstatt mit Ausstellungsraum nebst privatem Wohnbereich anbei um. Wohl bemerkt, mitten im Dorf. Was die Mitbewohner dazu sagen, wenn revolutionĂ€re Zellen in Form von extravagant umgebauten MotorrĂ€dern vor ihren Wohnzimmerfenstern geparkt werden? „Kein Problem, die kennen mich ja hier lange genug als Junge aus dem Dorf, der ernsthafter und handwerklich solider Arbeit nachgeht. Denn bereits seit drei Jahren arbeite ich als SelbststĂ€ndiger hier vor Ort.“ Die Kameradschaft, der Fritschi inne wohnt, kommt auch bei unserer Fotosession zum Ausdruck. Wenn bei uns die GrĂŒn-Weißen plötzlich auflaufen, sobald ein paar Aufsehen erregende Mopeds die Kurve im Dorf kratzen und dann mitten auf der Straße fotografiert werden, dann gibt’s mindestens den Druck aus dem Ordnungswidrigkeits-Gesetz, wenn nicht gar die volle Kelle aus der Straßenverkehrsordnung. Dass uns die uniformierten Jungs nicht noch Kaffee kredenzten, fehlte gerade noch. So freundlich interessiert und jovial neugierig brachten sich die OrdnungshĂŒter nur kurz Schulter klopfend ins Geschehen ein. Das lag bestimmt nicht nur am edlen Perlmutt-weiß der schnieken Fireblade und auch nicht an der abgöttisch veredelten Bajuwarischen, deretwegen wir diesen Aufstand inszenierten. Denn Fritschi ist nicht nur höflich und galant, er weiß auch neue Trends im Motorradbau ganz legal und alle ĂŒberzeugend in die Welt zu setzen.
Keine Grenzen bei seinen Fightern steht ja bereits im Namen seiner kleinen Firma: „No-Limit-Fighters“ setzt sich ebenso darĂŒber hinweg, welches Aggregat denn da gerade neuen Weihen unterworfen wird.<

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BMW R 1100 S No Limit FighterDer sogar bis 2005 zum Boxer-Cup avancierte Zwei-Zylinder-Viertakt-Boxer der Bayrischen Motorenwerke gibt zumindest schon mal sportlich orientierte Haltungsnoten vor. Daraus nun die Lehren zu ziehen fĂŒr ein veredelndes StraßenkĂ€mpfer-Prozedere, da gehört schon eine Menge Querdenker-FĂ€higkeit zu. Und Fritschi hat sich wahrlich nicht die Finger verbrannt, als er sich zunĂ€chst mal den Körperbau des TuttelbĂ€ren vornahm, wie der Flat-Twin ob der seitlich ausladenden Zylinder liebevoll im Österreichischen genannt wird.
Ob Kuh oder TuttelbĂ€r – die eher in der Spießer-Fraktion agierende BMW sollte nun weder im gemĂŒtlich altvĂ€terischen Auftreten verbleiben noch in blindem Aktionismus ein gewollt aggressives Styling verpasst bekommen. Deshalb huldigte Fritschi dennoch der einschlĂ€gigen Formensprache der BMWler, benutzte dazu den Tank einer R 1150 R, dem er einen integrierten Tacho, den eleganten Pop-up-Tankdeckel und im fast französischen Chic anmutende Blinker angedeihen ließ. Das Heck entspricht dann komplett der Formensprache des rĂŒhrigen Bayern, schmiegt es sich gewandt zum einen dem Tank an, reckt es sich zum anderen nur ganz verhalten in die Höhe. Noch dazu mit einem profilierten Design und einem lamellenartig geformten Underseat-Styling, dass es eine homogene Wonne ist. Ebenso spannt sich die Vorderrad-Abdeckung knapp und markant geformt um den Reifen, mit extrem lang ausgeformten SeitenflĂŒgeln, extrem spitz zu laufend bis knapp unter die Radnabe.

BMW R 1100 S No Limit FighterAls wollten sie wie mit ausgestreckten Zeigefingern auf die aparte Schönheit der Spiegler-Acht-Kolben-Bremsanlage an der Braking-Wave-Scheibe hinweisen. Über allem thront das vom KĂŒnstler selbst entworfene, knapp geschnittene Scheinwerfer-Ensemble, das sich umsichtig zwischen den prallen Gabelcovern einfĂŒgt. Der breite Superbike-Lenker, verziert mit seinen metallischen Griffen, trĂ€gt stolz die aparten ISR-Kupplungs- und Bremspumpen mit integrierten BehĂ€ltern. Die wĂŒrdige Motorisierung des Boxers aus 1999 peppte der Fritsch Markus nur per offenen Luftfilter und einem maßgerechten Powercommander auf. Thermisch korrekt ĂŒber zusĂ€tzliche ÖlkĂŒhler abgesichert. FĂŒr die Beschallung des bayrischen Sektors sorgen unter dem Motorraum angebrachte Klangkörper, die im ersten Anfahren erst brav sĂ€uselnd Zahmheit vorgaukeln, aber im Beschleunigungsmodus ihre wahre Liebhaberei hörbar zu sonoren Klangteppichen ausbreiten. Nicht wie’s Gewitter, eher wie die Blaskapelle gestandener Mannsbilder beim MĂŒnchner Oktoberfest. Maskuline PrĂ€senz verleiht zudem der mĂ€chtige 210er Gummi der No-Limit-Fighters-Felge, die sich dreiteilig mit 7,5 Zoll in den KFZ-Papieren ganz legal Platz verschafft. Als bayrisches Manifest geht auch locker die zĂŒnftige Lackierung vom Schedl Andy durch, was wunder, dass es sich um die traditionelle Beflaggung der  Bajuwaren handelt. SelbstverstĂ€ndlich neuzeitlich bis fighteresk interpretiert. Der Fritschi hat damit voll den Nerv der an extravaganten MotorrĂ€dern interessierten Menschen getroffen, denn so was gab es zuvor noch nicht.

BMW R 1100 S No Limit Fighter– MODELL: BMW R 1100 S Bj. 99
– ERBAUER/BESITZER: No-Limit-Fighters (NLF)  Mirko HĂ€gler
– MOTOR: R 1100 S, offene Luftfilter, Powercommander
– RAHMEN: R 1100 S komplett poliert
– FRONT: 2 Scheinwerfer (NLF)
– HECK: NLF
– BODYWORK: Tank von R 1150 R mit integr. Digi. Tacho, Pop up Tankdeckel und integr. Blinkern. Höcker by NLF an Tank angepasst mit integr. Blinkern und RĂŒcklicht
– ELEKTRIK: Minimal-Elektrik, ABS  und Griffheizung entfernt, alles ĂŒber Tastschalter.
– LACKIERUNG: Schedl Andy (NLF)
– SONSTIGES: No-Limit-Custom Felgen( 3-teilig) in 3,5 und 7,5×17 mit 120/60-17 und 210/50-17,  Radiale ISR-Kupplungs-Bremspumpen mit integr. BehĂ€ltern, Gabelcover, Spiegler 8-KolbensĂ€ttel Braking Wave Bremsscheiben vorne und hinten, Auspuff unter Motor verlegt. GSX-R 1000 Zubehör Fußrasten,  ÖlkĂŒhler. Das Motorrad ist zugelassen und wird, so wie es hier steht, auch in Deutschland gefahren.

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