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Besser sitzen mit der MotoSkiveez Adventure?

aus Kradblatt 8/17
von Daniel Meyer

Was im Radsport weit verbreitet ist, gibt es jetzt auch speziell angepasst für Motorradfahrer: Gepolsterte Funktionsunterwäsche. Ich habe das Modell „Adventure“ der MotoSkiveez Unterwäscheserie in den französischen Alpen ausführlich testen können.

Shawn Lupcho ist ein begeisterter Mountainbiker und auch häufig auf dem Motorrad unterwegs. Doch der Amerikaner konnte auf dem Fahrrad deutlich unbeschwerter seine Kilometer/Meilen abreißen als auf seiner vermeintlich komfortableren BMW GS. Auf Grund der speziellen Sitzpositionen auf einem Motorradsattel passte keine der angebotenen Radler Hosen mit Schaumstoff oder Gelkissen, so dass Lupcho kurzerhand selbst Hand anlegte und speziell gepolsterte Funktionsshorts für Motorradfahrer entwickelte. Das Ergebnis sind die MotoSkiveez, die in den Varianten Sport, Adventure, Cruiser und Lady (speziell für Frauen) angeboten werden.

Die Adventure Skiveez ist für alle Motorradfahrer geeignet, die ihr Fahrzeug in einer aufrecht sitzenden Position bewegen. Dies ist der Fall, wenn sich die Knie unterhalb der Sitzfläche und der Hüftgelenke befinden. Bei langen Motorradfahrten liegt die Belastung bei Reiseenduros, Naked Bikes sowie den meisten Sporttourern auf den Innenseiten der Oberschenkel, dem oberen Teil der Leiste sowie Teilen des Beckens. Durch seine speziell an die Körperergonomie angepasste Form reduziert das Polster der Adventure Skiveez den Druck auf die Sitzfläche und schützt zusätzlich an Leiste sowie den inneren Oberschenkeln vor Scheuern. Soweit die Theorie.

In der Praxis hatte ich schon nach dem ersten Auspacken meine Bedenken ob das so funktioniert. Die Qualität sowie die Verarbeitung sind hochwertig, das Design ist modern, jedoch erscheint das Schaumstoffpolster in der Shorts mit 3 mm an den Beinen und 6 mm an der Sitzfläche (lt. Herstellerangabe) sehr dünn.

Die Skiveez sitzt bequem und das Polster macht sich auch beim Laufen kaum bemerkbar. Eine Sitzprobe mit Kombi auf dem Motorrad machte auf den ersten Eindruck keinen Unterschied. Zwar spürt man das Polster leicht beim Sitzen, merklich bequemer oder anders war das Sitzgefühl jedoch nicht.

Auf meiner BMW S 1000 R war ich dann Anfang Juli zwei Wochen in den französischen Alpen unterwegs und habe dabei auf mehr als 2000 Kilometern die Adventure-Variante getestet. Mein erster Eindruck bestätigte sich hier jedoch komplett. Ich konnte keinerlei Unterschied zwischen dem Fahren mit der Skiveez und dem Fahren ohne feststellen. Das Fahrprofil waren Tagestouren durch die Provence und der Côte d’Azur, Pass- und Landstraßen, guter und schlechter Asphalt auf den Nebenstraßen und Stadtfahrten durch das Verkehrschaos von Monaco. Egal wo es auch langging, nach den Ausfahrten die etwa 300 km pro Tag lang waren, merkte ich mein Gesäß und meine Oberschenkel genauso wie zuvor ohne die Shorts.

Für mich hat die MotoSkiveez, die mit etwa 75 Euro zu Buche schlägt, leider nicht den gewünschten Effekt erzielt. Sicherlich spielen auch die Form und die Härte des Sitzes eine Rolle. Möglicherweise ist dies mit einem anderen MotoSkiveez-Modell oder auf einem anderen Motorrad anders, denn diverse Erfahrungsberichte im Internet, die ich zuvor gelesen hatte, bezeugen der Shorts ihre Funktion. Bei mir war das leider nicht so.

Da die MotoSkiveez durch ihre Herkunft auf dem amerikanischen Markt bereits weiter verbreitet sind, findet man auf der englischsprachigen Website RevZilla.com weitere Usererfahrungen. Auch dort bietet sich ein breites Bild an verschiedensten Erfahrungen – sehr positive wie auch solche, die keine Wirkung spürten.

Wer bei langen Tourenfahren häufiger mal das Hinterteil spürt, sollte daher am besten selbst einen Test wagen. MotoSkiveez sind in Deutschland über den Shop auf www.motourmedia.de erhältlich.

Fotos: Meyer, MotoSkiveez


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