Previous Next

Ausprobiert: Schuberth S2 Sport mit SRCS auf 47403 km

aus Kradblatt 03/17
von Roger Förster, www.curva-biketravel.com
Fotos: Förster, Lacroix, Schuberth

Die Saison 2016: 47.403 Kilometer.
Der Helm: Schuberth S2 mit SRC-System Kommunikationskragen.

Als Motorradreiseveranstalter bin ich relativ viel auf zwei Rädern unterwegs und Anfang der Saison 2016 war es so weit, ein neuer Helm war fällig. Die Auswahlkriterien: ein Höchstmaß an Sicherheit, gute Belüftung, ein Doppel-D-Verschluss, Visier mit Pinlock, ein Sonnenschutz und leise sollte er sein. Neu für die Auswahl war, dass ich von der Navi-Kabelverbindung auf ein kabelloses System wechseln wollte. Alle diese Punkte erfüllte der S2 Sport von Schuberth.

Gewählt habe ich der Helm in der Farbkombination Weiß/Rot (Elite Red) und das Ganze in matt. Separat kam der Kommunikationskragen, den ich selbst montierte. Da ich es nicht so mit Anleitungen habe, hab ich mir ein Einbauvideo bei YouTube angesehen und ruckzuck war der Kragen eingebaut. Beim Einbau habe ich festgestellt, dass Schuberth alles sehr gut auf Passform gebracht hat und der Helm bereits mit verlegter Antenne, inklusive Stecker, vorbereitet ist.

Jetzt war ich natürlich gespannt, also Navi nach Anleitung mit dem SRC-System verbunden und ab auf Probefahrt.

Der Helm sitzt wie angegossen, am rechten Ohr drückt es noch ein wenig. Also ein bisschen nachjustieren, der Lautsprecher musste etwas verrückt werden und auf ein Neues. Jetzt war es besser. Tour am Navi starten und da ist sie, die Ansage. Klar und deutlich bei ca. 50 km/h, genauso bei 70 und auch 100, weil sich die Lautstärke automatisch anpasst. Auch bei höheren Geschwindigkeit von 160 und bei voller Lautstärke auch noch bei 180 km/h.

Da mich unsere Reisen quer durch Europa führen, haben wir einen inte­res­santen Temperaturmix. In Norwegen hatten wir auf einem Pass einen Temperaturabfall bis -2 °C und in Kroatien stieg das Thermometer an zwei Tagen bis auf 36 °C. Das Schöne: Mein Kopf hat sich unter dem S2 Sport immer wohl gefühlt. Wenn es heißer wurde, habe ich die obere Lüftung, die sehr effektiv ist, ergänzend geöffnet.

Das Visier ist beschlagfrei. Beim Schließen lasse ich gerne die vorletzte Einstellung stehen, dann hat man an warmen Tagen einen angenehmen Luftzug. Die kratzfeste Oberfläche ist top, nach 47.403 km kaum Kratzer, muss für die nächste Saison also nicht ausgetauscht werden.

Für mich ist eine zuverlässige Akkulaufzeit sehr wichtig, auf unseren Reisen verlasse ich mich Jahr für Jahr immer mehr auf elektronische Bauteile und ich kann sagen, dass im reinen Navigationsbetrieb (ohne Musik/Handy) der Akku gute 3,5 Tage hält und sich bei niedrigem Ladezustand rechtzeitig mit einer Ansage meldet. Man hat dann ausreichend Zeit zum Nachladen.

Ich habe das zur Verfügung stehende Radio wenig genutzt, in einigen Teilen Europas funktioniert es gut in anderen Teilen weniger gut bis gar nicht.

Genossen habe ich den sehr niedrigen Geräuschpegel. Wenn man etwas häufiger, als Helmträger unterwegs ist, weiß man einen leisen Helm sehr zu schätzen. Die Aerodynamik stabilisiert die Kopfhaltung auch bei höheren Geschwindigkeiten sehr gut und das auch auf unterschiedlichen Motorrädern (mit/ohne Verkleidung) . Ein Pluspunkt, da ich auf unterschiedlichen Motorrädern unterwegs bin.

Der vordere Belüftungsbereich funktioniert sehr gut. Auch an nebeligen Tagen mit hoher Luftfeuchtigkeit hat man eine gute Belüftung – gerade für Brillenträger wichtig. Ich würde mir allerdings eine etwas größere Lüftungs-Einstellklappe wünschen. Mit dünnen Sommerhandschuhen ist alles ok, aber sobald man etwas dickere Handschuhe trägt, kann man den Öffnungszustand nicht genau lokalisieren. Wenn man im Stadtbetrieb das Visier öfter mal öffnet und schließt, verändert man ungewollt die Einstellung der Lüfterklappe.

Den Zustand des S2 nach der Saison bzw. nach 47.403 km würde ich als sehr gut bezeichnen. Einzig der Kinnriemen, den man durch den Doppel-D-Verschluss zieht, ist sehr ausgefranst. Wenn man sich einen Helm in dieser Preisklasse zulegt möchte man nicht mit einem Einwegfeuerzeug die Kante neu verschweißen müssen. Das Helminnenleben ist sehr angenehm auf der Haut und nach der Kilometerleistung in einem sehr guten Zustand. Man kann es jederzeit herausnehmen und waschen. Genossen habe ich auch die Sonnenblende, die ich in meinem relativ langen Motorradleben zum ersten Mal hatte und ich muss sagen: eine echt gute Erfindung.

Ich kann den Schuberth S2 mit SRCS guten Gewissens empfehlen, da ich von seinen Fahreigenschaften überzeugt bin. Da aber jeder ein anderes Empfinden hat sollte man einen Helm immer bei einer ausgiebigen Probefahrt testen.


Kommentare

Kommentar hinzufügen

* Pflichtfelder

Keine Kommentare zu :
“Ausprobiert: Schuberth S2 Sport mit SRCS auf 47403 km”