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Ausprobiert: Kurventraining auf dem Heidbergring

aus Kradblatt 9/17
Text: penta-media.de / Tine, Fotos: Jogi

Der Angststreifen schmilzt beim Kurventraining …


Bereits 1952 übernahm der MSC Gees­thacht das Gelände südöstlich von Hamburg, das früher einmal eine Müllhalde war und richtete es als Moto-­Cross-Strecke her.

Mit dem Einsatz von vielen ehrenamtlichen Helfern wurde 1979 der Ring zu einer Straßenrennstrecke umgebaut und ist aktuell 850 m lang, ca. 9 m breit und beinhaltet zwei Linkskurven, sowie fünf Rechtskurven, je nach Fahrtrichtung. Die Strecke wird von 2,50 m hohen Erdwällen eingefasst, die für Sicherheit und Lärmschutz sorgen. Darum kümmert sich auch Fiete, der mit seinem Schallmessgerät rigoros jeden der Strecke verweist, der meint mit seiner Maschine mehr als 93 dB Lärm verursachen zu müssen. Das ist der Betreiber, die Heidbergring Betriebsgesellschaft mbH, der Umwelt und der Nachbarschaft seit 2001 schuldig.

Der Heidbergring steht nicht jedem frei zum Fahren zur Verfügung, sondern muss von Gruppen oder Personen gemietet werden. Er ist der ideale Ort für Clubveranstaltungen, Sicherheitstrainings und Firmenpräsentationen. Zum Ring gehört außerdem ein Bistro, das bis zu 80 Personen bewirten kann, sowie eine Innenfläche von 4.000 qm und eine Außenfläche von 30.000 qm, die als Parkplatz dient.

Wir haben ein Kurventraining besucht, das über unseren Suzuki- und Yamaha-Händler Dumke und Lütt in Duvenstedt angeboten wurde. Ausgeführt wurde das Training von Mot-Coach Trainer Jürgen Lerbs und drei seiner Kollegen.

Die rund 30 Teilnehmer wurden nach Selbsteinschätzung in vier, nach Geschwindigkeit und Fahrfähigkeit sortierte, Gruppen eingeteilt, so dass immer maximal 8 Fahrer gleichzeitig auf der Strecke waren.

Die Fahrzeit von 20 Minuten pro Übungseinheit forderte von allen höchste Konzentration. In den Pausen wurde nicht nur der Flüssigkeitshaushalt ausgeglichen, sondern auch die physikalischen Hintergründe des Kurventrainings erläutert. Vom Lenkimpuls über ideale Fahrlinien und Bremsmanövern in der Kurve, wurde alles durchgekaut, was man für eine flotte und sichere Kurvenfahrt wissen sollte. Einige Teilnehmer wurden schnell mit der Strecke warm und setzten in erstaunlicher Geschwindigkeit das Erlernte in die Praxis um, so dass sie schon nach wenigen Blöcken in eine schnellere Gruppe wechseln konnten.

Der Angststreifen schmilzt mit zunehmender ÜbungKurventraining ist jedoch kein Renntraining. Hier geht es um Fahrtechnik und Blickführung. Dass sich die Geschwindigkeit auf der Ringstrecke dabei trotzdem erhöht, liegt in der Natur der Sache.

Nach der Mittagspause wurde die Fahrtrichtung geändert, damit das Profil der Reifen nicht zu einseitig abgefahren wird. Es dauerte jedoch nur zwei Runden, bis die ersten kratzenden Fußrasten wieder zu hören waren. Das ist fast allen passiert, egal wie sicher oder unsicher sie das Kurventraining begonnen hatten.

Jürgen erklärte zu Beginn des Kurses die Ziele des Kurventrainings.  Die Priorität liegt in der Sicherheit. Keiner soll so an seine Limits gehen, dass er stürzt, sich verletzt oder materiellen Schaden erleidet.

An der zweiten Stelle steht, dass alle dabei möglichst viel Spaß haben. Erst dann kommt die Herausforderung das persönliche Fahrkönnen zu steigern und Sicherheit in den Kurven zu erlangen. Am Ende des Kurses hatte jeder Teilnehmer genau das erreicht. Klar, einige haben auch Fehler gemacht. Sie haben sie jedoch selber schnell bemerkt und in der nächsten Runde abgestellt. Das war gar nicht schwer.

Natürlich war auch der altbekannte Angststreifen am Hinterreifen wieder einmal ein Thema. Bei den meisten Teilnehmern war er hinterher, zur eigenen Überraschung, nahezu verschwunden. Der Streifen zeigt uns unsere Reserven, meinte Jürgen. Diese Reserven zu kennen ist nicht falsch, sie im Straßenverkehr jedoch ohne Gefahr ständig nutzen zu wollen schon. Über den Angststreifen gab es schon seitenlange Abhandlungen. Wir wollen es hier nicht weiter ausführen.

Wir möchten jedoch jeden animieren einmal ein Kurven- oder Sicherheitstraining zu absolvieren. Es macht Sinn und jede Menge Spaß! Euer Motorradhändler hilft euch auf der Suche nach dem richtigen Trainer und einer naheliegenden Strecke bestimmt weiter.

Info-Links:
www.heidbergring.de
www.mot-coatch.de


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