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Ausprobiert: Cruisy Evo – einfacher „Tempomat“

Ausprobiert in Kradblatt 5/19, von Marcus Lacroix

In Deutschland nicht legal, trotzdem praktisch …

Cruisy Evo LieferumfangVor vielen Jahren hatte ich mal eine Honda VF750S – ich glaube es war ein Re-Import. Und die hatte ein praktisches Feature, das ich so aber nie wieder irgendwo gesehen habe: mit einem kleinen, daumenbetätigten Hebel konnte man das Gas festklemmen. Auf längeren Strecken war das sehr angenehm, da so die Gashand entlastet wurde. Beim kurvigen Angasen machte es natürlich keinen Sinn. Irgendwann erfuhr ich mal, dass das Gasfestklemmen bei uns gar nicht erlaubt ist …

Etwas Ähnliches habe ich zufällig im Internet gefunden: den „Cruisy Evo“ von den Weltreisenden Bea und Helmut, den sie über ihre insgesamt interessante und besuchenswerte Website www.timetoride.de vertreiben. 

Beim Cruisy Evo handelt es sich um einen schmalen Silikonring, der über den Gasgriff gezogenen wird und um eine Kunststoffklemme, die auf diesem Ring „gleitet“. Das Ganze wird in einem nach ISO 9001 QM-zertifizierten Fachbetrieb in Deutschland produziert und kostet überschaubare 21,90 €. Lieferbar ist der Cruisy Evo für Griffdurchmesser von 27–32 mm und von 33–38 mm. Legal ist die Benutzung in Deutschland auch in diesem Fall nicht, für andere Länder gelten teils andere Vorschriften. Da unsere Leser erwachsene Menschen sind, sollte diese Info ausreichen (hier käme online jetzt das Zwinkersmiley) …

Tempomat Cruisy Evo einsatzbereitAn der Funktion des Cruisy Evo gibt es nichts zu meckern. Hat man seine gewünschte Geschwindigkeit erreicht, schiebt man die Klemme mit dem Zeigefinger nach vorne und diese stützt sich auf dem Bremshebel ab. Durch die Bauform der Klemme wird das Gas in der Position gehalten und die Gashand entlastet. Da der Silikonring keinen massiven Grip bietet, lässt sich der Gasgriff zum Verzögern ganz einfach wieder zudrehen. Gibt man nun wieder Gas, wird die Klemme mitgedreht und man muss sie erneut mit dem Zeigefinger in Position schieben – klingt aufgeschrieben viel komplizierter, als es in der Praxis ist. 

Da der Silikonring irgendwann verschleißt, kann man ihn für 1,50 € separat nachbestellen. Auch wenn man mehrere Bikes besitzt, empfiehlt sich der Ersatzring, die Klemme kann man ohne nennenswerten Aufwand zwischen den Motorrädern wechseln. Eine Montage- sowie Bedienungsanleitung und Sicherheitshinweise findet man ebenfalls online auf der Website von Bea und Helmut. Schaut es euch mal an.

Im Alltagsbetrieb konnte ich keine Beeinträchtigung der Sicherheit feststellen. Dass man vom Motorrad fällt und dieses alleine weiter fährt ist arg konstruiert. Einzig bei einem Sturz könnte theoretisch der Motor Schaden nehmen, wenn man ihn nicht rechtzeitig abstellt. Das kann mit einem sturzgeschädigten Gasgriff aber auch passieren. Und ein „echter“ Tempomat regelt natürlich bei Steigungen und Gefällen automatisch die Geschwindigkeit und schaltet sich beim Bremsen oder Kuppeln ab. Den gibt’s aber nicht für so kleines Geld und nicht für jede Maschine …


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