aus Kradblatt 6/26 von Catrin Jacobsen, Instagram: @tigercat800
App, App hurra . . .

Die Digitalisierung schreitet voran. Neben Navigationsapps finden wir immer mehr sinnige und unsinnige Apps in den Stores. Hier möchte ich zwei dieser Apps vorstellen, die durchaus einen Mehrwert bieten.
Findest du den Tankstopp lästig? Kennst du die Ryd-App?

Wenn ich mit dem Motorrad unterwegs bin, mache ich schon gerne auch ein Kaffeepäuschen, aber nicht zwingend immer an einer Tanke – nur, weil man da eh absteigt, Helm absetzt und rein muss. Mit Ryd kann ich ganz bequem auf dem Motorrad sitzen bleiben (oder auch absteigen und im Stehen tanken), meinen Tankvorgang durchführen, einen Moment warten bis die Zahlung per App abgewickelt wurde und fahre dann einfach weiter – zu meinem Lieblingsplatz bzw. der Entdeckung neuer Lieblingsplätze.
Ab und an gibt es auch Rabatt-codes – in der App oder via Socialmedia. So kann man sogar mal ein bisschen was sparen!
Natürlich ist Ryd auch zum Betanken des Autos gedacht. Mittlerweile funktioniert auch Strom tanken. Waschkarten kann man in der App kaufen und verwalten – das habe ich bisher noch nicht probiert.
Nach dem Download der App (sowohl für Android als auch iOS erhältlich) wird man durch die Registrierung geleitet. Es stehen verschiedene Zahlungsmöglichkeiten zur Verfügung wie z.B. PayPal, GooglePay, ApplePay, AmazonPay, Kreditkarten wie VISA oder Mastercard.
Teilnehmende Tankstellen kann man sich auf einer Karte anzeigen lassen – gefiltert nach verschiedenen Kriterien, z.B. „jetzt geöffnet“, Kraftstoffart usw. Der aktuelle Preis wird angezeigt.
Noch ein kleines nice-to-know: Ryd ist in über 10 europäischen Ländern verfügbar. Ich bin schon sehr gespannt – es steht in Kürze ein Urlaub in Spanien an. Auf jeden Fall testen wir, wie gut es dort funktioniert mit der Kombination Tanken & Ryd!
Auch gut zu wissen: der Support funktioniert tipptopp! Irgendwann letztes Jahr war ich mit meiner (erwachsenen) Tochter mit dem Auto unterwegs. Wir haben – wie schon oft zuvor – mit Ryd an der Tanke um die Ecke getankt. Ca. zehn Tage danach bekam ich einen Anruf von der Polizei (meine Nummer war da aus anderen Gründen noch hinterlegt). Es gäbe Videoaufnahmen, aus denen man schließen könne, ich hätte getankt ohne zu bezahlen. Ich habe dem Beamten die App erklärt und habe auch mit der Betreiberin der Tankstelle Kontakt aufgenommen. Der Support von Ryd ist super und es wurde alles schnell geklärt! Als Wiedergutmachung habe ich einmal die „Diamant-Wäsche“ bekommen.
Wenn du die App ausprobieren möchtest, gib gerne folgenden Code ein – da kannst du gleich ein bisschen sparen: RYDAJS3NAY YXZ1U7A. Und wenn du genug getankt hast (zur Zeit 100 Liter) bekommen wir beide nochmal einen Rabatt!
Ich möchte die Ryd-App nicht mehr missen! Ich habe noch nie zuvor so einfach und unkompliziert getankt! Zudem wird Ryd ständig weiterentwickelt und hat schon einige Features bekommen, die es noch einfacher machen.
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Eine weitere innovative App ist die i-Kfz-App mit dem digitalen Fahrzeugschein.
Gerade für uns Motorradfahrer ist das eine wirklich feine Sache! Denn wer kennt es nicht: in welcher Jacke steckt jetzt der Fahrzeugschein? Oh, die war gerade in der Wäsche … Neulich noch wegen Teilen etwas nachgeschaut, aber wo habe ich ihn hingelegt? Mist, heute den Tankrucksack nicht mit, da ist er drin! Ach, doch nicht – aaargh, Schein verloren !!! Die einzigen Dinge, die heute wohl wirklich jeder immer dabei hat, sind Schlüssel, Portemonnaie und – das Smartphone.
Eben fix die App „i-Kfz“ laden. Ganz einfach per online lesbarem Personalausweis (das sind alle im Umlauf befindlichen Ausweise! Eventuell muss man sich das in seinem Einwohnermeldeamt/Bürgerbüro freischalten lassen) identifizieren und das Fahrzeug oder den Fuhrpark hochladen. Das geht wirklich ganz easy und fix.
Eigene Erfahrungen: ich musste kurzfristig einen Anhänger zulassen. Wir waren noch nicht vom Parkplatz der Zulassungsstelle gefahren, da konnte ich den digitalen Fahrzeugschein schon in die App laden! Außerdem bekommt man in der App zwei Monate vor Ablauf der Hauptuntersuchung eine gelbe Meldung. Gelb bedeutet wie überall im Straßenverkehr „Achtung! Aufmerksamkeit erforderlich!“ Sobald man dann „drüber“ ist, verfärbt die gelbe Anzeige sich in ein noch mehr Aufmerksamkeit heischendes rot! Der Text bekommt auch einen anderen Tonfall: war es bei „gelb“ noch ein halbwegs freundlicher Hinweiston, so ist die rote Meldung unüberlesbar „STOPP! Abgelaufen“! Ich kann mich nicht mehr ganz genau an den Wortlaut erinnern, aber die rote Meldung hat mir doch schon ein wenig mehr ein schlechtes Gewissen bereitet. Nachdem das betreffende Fahrzeug dann die Hauptuntersuchung bestanden hatte, war die Meldung ruckzuck verschwunden. Die App aktualisiert die Daten bei jedem Öffnen automatisch. D.h. also, technische Änderungen werden genauso aktuell angezeigt wie die Änderung der Halterdaten. Und bevor jetzt jemand aufzeigt: die Zulassungsbehörden bekommen keinen automatischen Hinweis auf eine abgelaufene Hauptuntersuchung – auch nicht beim Nutzen der App!
Alle Fahrzeugdaten werden über Kacheln angezeigt. Das finde ich persönlich etwas ungewohnt. Ich arbeite im Zulassungswesen und gucke eben anders, schlussendlich hat man aber alle Daten immer dabei.
Du möchtest unterwegs schauen, ob ein bestimmtes Teil an dein Fahrzeug passt? Schau in dein Smartphone. Welche Reifengröße darf ich noch fahren? Schau in dein Smartphone. Du möchtest wissen, ob es eine günstigere Versicherung gibt? Schau in dein Smartphone.
Weiteres praktisches Feature: ich „teile“ mein Auto mit meiner Tochter. Sie musste nun direkt Versuchskaninchen für das Teilen vom digitalen Fahrzeugschein sein. Töchterchen wurde also verdonnert, die i-Kfz-App zu installieren. Ich habe in meiner App den Fahrzeugschein geteilt. Auch hier wird man ganz simpel durch die einzelnen Schritte geführt. Ich vergebe einen Namen für den geteilten Schein – dieser ist frei wählbar. Dann lege ich noch fest, wie lange der Schein geteilt werden soll. Bei meiner Tochter habe ich es unbefristet gemacht. Aber wenn ich mein Fahrzeug verleihe, kann ich auch einen Tag einstellen, eine Woche oder eben so lange, wie eine andere Person (oder mehrere) Zugriff haben sollen. Geteilte Fahrzeugscheine können vom Inhaber jederzeit gelöscht werden. Die andere Person hat dann keinen Zugriff mehr.
Und was ist, wenn ich in eine Kontrolle komme? Dann zückst du dein Smartphone, öffnest die i-Kfz-App und zeigst den Beamten deinen digitalen Fahrzeugschein. Du wirst wahrscheinlich aufgefordert, verschiedene Kacheln zu öffnen. So wollen die Beamten sicher gehen, dass du nicht nur einen Screenshot vorzeigst. Die Beamten wollen, dass du ihnen das Smartphone übergibst? Nein. Das dürfen sie nicht fordern und du musst es nicht aus der Hand geben!
Leider ist der digitale Fahrzeugschein nur in Deutschland gültig. Aber immerhin! Ich finde es ist schon ein Vorteil, wenn der originale Schein zu Hause bleiben darf. So kann er im Ordner beim Brief wohnen und muss nur rausgeholt werden, wenn es ins Ausland geht, die Hauptuntersuchung ansteht oder technische bzw. Halterdaten auf der Zulassungsbehörde geändert werden müssen.
Ich finde die i-Kfz-App sehr gut – einfach, übersichtlich, funktional. Beschränkt auf das Nötigste ohne Schnickschnack. Ausnahmsweise mal Applaus an das Verkehrsministerium und das Kraftfahrtbundesamt!
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