Reisen mit Wohnmobil und Motorrad – Welche Lösungen gibt es?

Reisen mit Wohnmobil und Motorrad – Welche Lösungen gibt es?

Sie möchten mit dem Wohnmobil in den Urlaub fahren, Ihr Motorrad aber nicht zu Hause lassen? Für eine Kombinationslösung sprechen tatsächlich mehrere gute Gründe. Zum einen wollen viele Motorradfahrer zwar die anspruchsvollen Serpentinen in den Bergen oder Fahrten durch traumhaft schöne Landschaften genießen, doch die Fahrt auf der Autobahn in Richtung des besagten Ziels ist zunächst oft eher trist. Wer nicht gerade mit einer Rennmaschine unterwegs ist, hat häufig nach wenigen Stunden auf der Autobahn die Nase voll vom ewigen Geradeaus.

Zum anderen bietet die Mitnahme Ihres Bikes im Wohnmobil die größtmögliche Flexibilität. Der Urlaub mit der Familie, Freunden, dem Partner oder der Partnerin kann wie geplant stattfinden und vor Ort ist dennoch immer wieder ein Ausflug drin – im Übrigen ganz ohne schweres Gepäck, da dieses ja im Wohnmobil zurückbleibt. Unbeschwerten Fahrten an den schönsten Orten Ihrer Reise steht damit nichts mehr im Wege. Doch welche Möglichkeiten haben Sie, Ihr Motorrad mit Ihrem Wohnmobil zu transportieren? Diese Frage möchten wir Ihnen im folgenden Artikel beantworten.

Mitnahme des Motorrads im Innenraum

Vor allem in sehr großen und nur minimal ausgebauten Wohnmobilen und Campervans haben Sie häufig die Möglichkeit, Ihr Motorrad während der Fahrt direkt im Innenraum zu verstauen. Dazu benötigen Sie lediglich eine Rampe, Bohle oder Platte, die Sie sicher anlegen und über die Sie Ihr Bike in den Innenraum befördern können. Vor allem in neueren und vollausgestatteten Reisemobilen ist diese Lösung hingegen eher unpraktikabel.

Planen Sie eine Mitnahme im Innenraum, prüfen Sie vorab unbedingt, welche Sicherungsmöglichkeiten Ihnen zur Verfügung stehen. Mithilfe von Zurrschienen, -ösen und -gurten sollten Sie Ihr Bike so sichern können, dass keine Gefahr für Sie oder die Ausstattung Ihres Wohnmobils von dem Motorrad ausgeht. Bedenken Sie außerdem, dass das zulässige Gesamtgewicht Ihres Fahrzeugs nicht überschritten werden darf.

Das Motorrad in der Heckgarage

Insbesondere größere Wohnmobile verfügen über Heckgaragen, die so dimensioniert sind, dass sie auch ein Motorrad fassen können. Anders als bei der Mitnahme im Innenraum besteht keine Gefahr für verbaute Möbel oder den Boden. Zudem entsteht keine Überlänge, die Sie beim Rangieren beeinträchtigt, wie beispielsweise bei der Verwendung eines Anhängers. Außerdem steht Ihr Bike in einer Heckgarage sicher und trocken.

Bei der Befestigung Ihres Motorrads sollten Sie auch in diesem Fall auf Zurrschienen, -ösen und -gurte setzen. Alternativ bieten sich spezielle Schienen-Systeme an, die Ihr Bike besonders stabil und in einer optimalen Position halten. Zudem benötigen Sie ebenfalls eine geeignete Rampe. Wer sich das Aufladen erleichtern möchte, kann auch zu einem System mit einer (bestenfalls elektrischen) Winde greifen, die einen von außen beladbaren Schlitten in die Heckgarage hineinzieht.

Neben der korrekten Sicherung sollten Sie die gleichmäßige Verteilung des Gewichts auf der Hinterachse sowie die maximal zulässige Nutzlast der Heckgarage im Auge behalten. Messen Sie den verfügbaren Platz zudem unbedingt vorab aus, um nicht kurz vor dem Start in den Urlaub eine böse Überraschung zu erleben und umdisponieren zu müssen.

Wohnmobil mit Motorrad-Anhänger

Eine ebenfalls beliebte Variante, um sein Motorrad mit dem Wohnmobil zu transportieren, ist die Nutzung eines Anhängers. Da dieser an eine Anhängerkupplung angeschlossen werden muss, ist gegebenenfalls die Nachrüstung einer individuell kürzbare Rahmenverlängerung nötig. Außerdem müssen Sie zwingend die zulässige Stützlast beachten und bedenken, dass schwere Anhänger ab 750 Kilogramm nicht mit einem herkömmlichen B-Führerschein geführt werden dürfen. Vor allem spezielle Zweirad-Anhänger sind jedoch in der Regel nicht besonders schwer und damit zur Mitnahme geeignet.

Der große Vorteil eines separaten Motorradanhängers besteht darin, dass kein Platz im Wohnmobilinnenraum oder der Heckgarage benötigt wird. Auch die korrekte Gewichtsverteilung und die Maximalzuladung muss nicht beachtet werden. Dafür sollte Ihnen bewusst sein, dass das Rangieren und Finden eines geeigneten Parkplatzes etwas schwieriger wird. Auch für den Anhänger können Sie stabile und fixierbare Auffahrrampen sowie Winden-Unterstützungssysteme nutzen.

Weniger gut zum Motorradtransport geeignet sind Heck(tür)träger und Kupplungsträger. Diese sind üblicherweise für deutlich geringere Gewichte und damit für Fahrräder, maximal aber für E-Bikes oder kleine Roller ausgelegt.