
Wer sich etwas genauer mit den Materialien auseinandersetzt, die bei Motorrädern und der dazugehörigen Ausrüstung immer wieder zum Einsatz kommen, stößt schnell auf Carbon. Dieses Material fällt definitiv nicht nur aufgrund seiner typischen Optik auf. Vielmehr ist es auch das Verhältnis zwischen einem niedrigen Gewicht und einer hohen Belastbarkeit, das den Werkstoff für unterschiedliche Einsatzbereiche interessant macht.
Aber: Bei Carbon handelt es sich nur um ein Beispiel für sogenannte „Composites“, die bei der Herstellung moderner Bikes eine zunehmend wichtige Rolle spielen. Bei besagten Composites handelt es sich um Verbundwerkstoffe, die verschiedene Materialien miteinander kombinieren. Das Ziel, das sich hierhinter verbirgt, ist klar: Es geht darum, die positiven Eigenschaften unterschiedlicher Materialien miteinander zu verbinden. Vor allem in Bereichen, in denen wenig Gewicht UND viel Stabilität gefragt sind, ergeben sich aus ihnen spannende Möglichkeiten.
Was sind Composites genau?
So unterschiedlich Composites auch sind, haben sie einiges gemeinsam. Sie bestehen immer aus mindestens zwei unterschiedlichen Materialien, die eine Verbindung miteinander eingehen. Im Zusammenhang mit faserverstärkten Kunststoffen sorgen die Fasern für ein robustes Gesamtkonstrukt, während die Kunststoffmatrix besagte Fasern umgibt und zusammenhält.
Zu den bekanntesten Varianten gehören carbonfaserverstärkter Kunststoff und glasfaserverstärkte Kunststoffe. Welche Composites sich genau für einen bestimmten Zweck eignen, ist davon abhängig, welche Eigenschaften das jeweilige Bauteil mit sich bringen soll.
Weniger Gewicht bietet oft mehr Vorteile
Egal, ob Gelegenheitsfahrer oder passionierter Biker: Viele Motorradfans wissen, dass das Gewicht das Fahrgefühl in vielerlei Hinsicht beeinflussen kann. Sowohl positiv als auch negativ. Je nachdem, in welchem Bereich die leichteren Bauteile eingesetzt werden, können sich Vorteile für das Handling der Maschine ergeben.
Und genau an dieser Stelle kommen Composites ins Spiel. Bei ihnen treffen das bereits beschriebene, niedrige Gewicht und überzeugende, mechanische Eigenschaften aufeinander. Aus diesem Grund werden die entsprechenden Materialien häufig für die Verkleidung eines Bikes, die Kotflügel oder bei der Herstellung verschiedener Abdeckungen eingesetzt.
Der Blick über den Tellerrand: Composites werden auch für Helme verwendet
Die modernen Verbundwerkstoffe sind nicht nur im Zusammenhang mit dem Bike selbst interessant. Sie werden auch für die Herstellung von Motorradhelmen eingesetzt.
Bei sogenannten Composite-Helmen kann die Außenschale aus einer Kombination unterschiedlicher Fasermaterialien bestehen. Und genau an dieser Stelle zeigt sich einmal mehr, warum es falsch wäre, bei Verbundwerkstoffen ausschließlich an Carbon zu denken. Leichte Helme, die natürlich auch in Bezug auf den Schutz ihrer Träger keine Kompromisse eingehen, unterstützen den Fahrkomfort zusätzlich.
Worauf sollte man beim Umbau achten?
Biker, die sich vorgenommen haben, ihr Motorrad nicht nur selbst zu warten, sondern auch selbst umzubauen, werden mittlerweile mit einer großen Auswahl an Teilen aus Composites konfrontiert. Doch unabhängig davon, ob es darum geht, Verkleidungselemente, Abdeckungen oder Kotflügel auszutauschen, ist es wichtig, einen Blick auf die jeweiligen Bauteile zu werfen.
Nicht alles, was optisch zum eigenen Bike passt, darf ohne Weiteres montiert und im Straßenverkehr genutzt werden. Daher gilt es, herauszufinden, ob für das jeweilige Teil Nachweise beziehungsweise Genehmigungen erforderlich sind. Vor allem im Zusammenhang mit sicherheitsrelevanten Umbauten ist es wichtig, frühzeitig Klarheit zu schaffen.
Ergänzend hierzu lohnt es sich, sich mit der Verarbeitung auseinanderzusetzen. Ob Composites qualitativ überzeugen, lässt sich nicht allein anhand der sichtbaren Oberfläche beurteilen. Auch weitere Faktoren, wie:
- die Passgenauigkeit
- die vorgesehenen Befestigungspunkte
- der konkrete Einsatzzweck
sind relevant. Wer all das berücksichtigt, schafft eine gute Grundlage dafür, dass sein Motorrad in Zukunft nicht nur leichter, sondern auch gesetzeskonform und sicher unterwegs ist.
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