aus Kradblatt 7/26 von Rafael Rapp

Mit 160 ccm und 15 PS auf der Rennstrecke

Rafael Rapp (12) aus Weyhe fuhr im Alter von 10 Jahren schon mit 35 ccm mehr Hubraum, als 16-jährige mit ihren Leichtkrafträdern auf dem Weg zur Schule.

Rafael Rapp fährt Motorradrennen
Rafael Rapp fährt Motorradrennen

Papa, ich will das machen – das waren damals meine Worte, hinten drauf auf der BMW meines Vaters als wir vom Hof fuhren. Ich will Straßenrennen fahren.

Ich bin Rafael Rapp, wohne in Weyhe / Niedersachsen in der Nähe von Bremen und bin 12 Jahre alt. Seit zwei Jahren besuche ich das Gymnasium in Syke. Es hatte sich wohl damalig durch einen ersten Zeitungsbericht in der Kreiszeitung (www.kreiszeitung.de) herumgesprochen, dass ich in einer internationalen Nachwuchsrennserie der FIM und des ADAC Straßenrennen fahre. Scheinbar haben einige Mitschüler da wohl vorher nicht genau gelesen und haben mich, dann doch etwas belustigend, gefragt: „Wie groß ist denn dein Motor? Wieviel ccm hast du denn?“ Etwas überrascht habe ich daraufhin gefragt: „Wieviel ccm hast du denn?“ Der Rest ist klar …

Neben meinem großen Hobby, dem Motorrad-Straßenrennsport habe ich mich noch für den Segelsport interessiert und konnte die Segelscheine für die 420er Jolle sowie den Jugendsegelschein erlangen. Auch unseren Familienhund Matze, ein Rhodesian Ridgeback, „ärgere“ ich gerne wenn ich mal ausnahmsweise Langeweile habe.

Doch der Motorradrennsport ist für mich seit fast fünf Jahren das, was mir richtig Spaß macht. Die Dynamik, der Wettkampf, die Community … alles das finde ich richtig klasse. 

Die Hayabusa fährt aktuell noch der Papa
Die Hayabusa fährt aktuell noch der Papa

Durch einen ehemaligen IDM-Superbikefahrer aus unserer Region bin ich vor ungefähr fünf Jahren an den Straßenrennsport gekommen und fing auf einem Betriebsparkplatz in Barenburg bei Sulingen mit den ersten Fahrübungen auf einem Pitbike mit 140 ccm und 7 PS an.

Es folgte das „Schnuppertraining“ der Road Racing Academy des ADAC mit einem Minibike, Honda NSF 100 ccm – schon damalig bei meinem heutigen Motorsportverein, dem MSC Harsewinkel (www.msc-harsewinkel.de) in der Nähe von Münster, bei dem ich mittlerweile seit ca. drei Jahren über meinen Vater Mitglied bin und regelmäßig trainiere.

Da wir uns gemeinsam mit dem IDM-Fahrer aus Sulingen damals nicht genau über diese dann doch schon professionellen (internationalen) Nachwuchsrennserien der FIM und des ADAC informiert haben und einige Verantwortliche des ADAC uns vielleicht auch etwas zu viel zugetraut haben, starteten wir als Familienteam mit meiner Mutter, die auch heute noch für meine Ausrüstung zuständig ist, sowie meinem Vater in der Saison 2024 in der FIM MiniGP sowie dem ADAC Mini Bike Cup. Wir wussten nicht sehr viel über das sehr starke Fahrerfeld beim Nachwuchs und dass die meisten Fahrer höhere Ziele hatten. 

Die FIM MINI GP beinhaltet zwei Rennserien, die Ohvale 190 ccm mit 12 Zoll Rädern und 24 PS sowie die 160er mit 10 Zoll Rädern und 15 PS. Die zwei besten Fahrer jedes teilnehmenden Landes sind dann für das Weltfinale in Spanien vorgesehen. Es werden von allen die gleichen Motorräder gefahren, so dass es ausschließlich auf fahrerisches Können ankommt. Pocketbikes sowie die Ohvale mit 110 ccm runden die jeweiligen Wochenenden im Rahmen des ADAC Mini / Pocketbike Cups ab. So traten wir mit unserem Bike, der Ohvale GP0 160 ccm, welche ich auch aktuell noch fahre, gegen ein vorwiegend aus Ostdeutschland (Hier ist Deutschlands „Wiege“ des Motorrad-Straßenrennsportes) stammendes und traditionell starkes Starterfeld als Außenseiter in diesen Meisterschaften an.

Motorradrennen zu erfordert Disziplin - auch beim Training
Motorradrennen zu erfordert Disziplin – auch beim Training

Gleich bei unserem ersten Rennen in der Motorsportarena Oschersleben stürzte ich per Highsider und landete im Krankenwagen im vor Ort befindlichen Medical Center. Eine Röntgenuntersuchung folgte und bis auf ein paar blaue Flecken war nichts zu sehen.

Dennoch gelang uns in der FIM Mini GP in unserer Rookie-Saison der 13. Platz von 15 Startern trotz des ein oder anderen Ausfalls. Das war für uns natürlich ein großer Erfolg auch wenn wir im parallel laufenden ADAC Mini Bike Cup aufgrund weiterer Ausfälle lediglich den letzten Platz erreicht hatten.

Freundin Nala ist auch gerne mit dabei
Freundin Nala ist auch gerne mit dabei

In unserer zweiten Saison im vergangenen Jahr 2025 warf mich dann ganz zu Beginn der Saison ein etwas schwererer Sturz – erneut per Highsider – zurück, so dass wir als Team beschlossen, die Meisterschaft vorzeitig abzubrechen um in Ruhe zu überlegen, wie es mit meinem Sport für mich weitergeht.

Schnell war für mich persönlich klar, dass ich auch weiterhin auf der Rennstrecke fahren möchte und so saß ich gegen Ende der Saison bereits wieder auf meinem Bike und trainierte mit den „großen Jungs“ auf ihren Pitbikes über den Winter bei „Timmot Rennstreckentraining“ (www.timmot.de) in einer Karthalle. Hier werde ich den kommenden Winter 2026 bereits zum vierten Mal verbringen.

Meine Familie als Team unterstützt mich hier weiterhin und ohne diese tolle Unterstützung meiner Familie und auch der Rennsport-Community, die einem immer wieder über den Weg läuft wäre das Ganze nicht möglich.

Aktuell trainiere ich im Ausdauerbereich mit dem aktuellen deutschen Meister im Marathon der Klasse M50, Carsten Hülss vom ATS Buntentor Bremen (www.atsbuntentor.de) e.V., Gleichgewichtsübungen. Sehr leichtes Krafttraining aufgrund meines Alters gehören ebenfalls zu meinem 5 Tage/Woche umfassenden Trainingsprogramm. Der Umstieg auf eine große Rennmaschine mit 17 Zoll Rädern begann nun im vergangenen Jahr, weil wir als Fernziel derzeit den Kawasaki Ninja ZX-4 RR Cup ins Auge gefasst haben.

Im Moment sind allenfalls Gaststarts bei jetzt laufenden Rennserien vorgesehen. Neben den Trainings beim MSC Harsewinkel habe ich dann vor, Rennstreckentrainings in Deutschland und Spanien zu machen um meinem großen Ziel, dem Ninja-Cup, näher zu kommen.

Hier kenne ich bereits einige Fahrer aus unserer Community und fahre mit einigen auch im Winter Pit- bzw. Minibike um die Kurventechniken weiter zu verbessern.

Wenn ihr Interesse an einer bundesweiten und zu Teilen europaweiten Sichtbarkeit für euch oder eure Firma habt, freuen wir uns natürlich sehr auf eure Zuschriften per E-Mail trapp1@gmx.net oder über Instagram @rapp.rafael und hoffen, euch einen kurzen Einblick in unseren Sport gegeben zu haben.