Wenn die Papiere fliegen gehen
aus Kradblatt 8/25 von Ralf Tausche

Ich war an einen sonnigen, warmen Sonntag mit meinem Motorrad auf der Autobahn A1 unterwegs und befand mich so im Bereich Wildeshausen Richtung Hamburg.
Bei Autobahnrichtgeschwindigkeit bemerkte ich, wie meine Mappe mit den darin befindlichen Papieren langsam aus der seitlich zugänglichen und wohl versehentlich nicht verschlossenen Brusttasche rutschten. In der Mappe befanden sich 3 Fahrzeugscheine, Personalausweis, Führerschein, Sozialversicherungsausweis sowie ein Werksausweis. Der Fahrwind erfasste die Mappe, weg war sie und der Schreck sowie der Ärger immens.
Ich bremste und stellte mein Bike auf den Standstreifen ab und lief einige 50 Meter zurück. Auf der linken Fahrspur sah ich dann meine Mappe mit den Papieren liegend, wie sie von den darauffolgenden Fahrzeugen überrollt wurde und sich der Inhalt über die Autobahn verteilte. Führerschein und Werksausweis wurden auf den Standstreifen „katapultiert“. Aber der Rest lag in Sichtweite in der Grasnarbe neben der linken Spur verstreut und der Windsog der Fahrzeuge sorgte dafür, dass sich die Dokumente noch weiter verteilten.
Was tun? Rüber laufen und einsammeln, nee das geht gar nicht, viel zu gefährlich. Also rief ich die Polizei über den Notruf an. Der freundliche Beamte am Telefon sicherte mir Hilfe von einem in der Nähe befindlichen Streifenwagen zu und nach kurzer Zeit waren die Kollegen vor Ort, eine weibliche Beamtin und ein männlicher Beamter. Sichtlich peinlich berührt von der eigenen Dusseligkeit schilderte ich die Situation wobei die Polizisten einen aber die Gewissheit vermittelten zum Helfen da zu sein.
Gott sei Dank gestaltete sich die Verkehrslage recht überschaubar – Güterverkehr war wegen dem Sonntagsfahrverbot nicht unterwegs – und so schnappte sich der Polizist seine Warnweste, lief zur Mittelleitplanke, während seine Kollegin die Fahrspuren fest im Blick hatte. Im Bereich der linken Fahrspur sammelte er dann die Papiere ein und kehrte zum Pannenstreifen zurück. Es fehlte aber noch ein Dokument, so dass er nochmals den Bereich der linken Spur absuchte und den fehlenden Fahrzeugschein dann auch fand. Ich war echt happy und bedankte mich überschwänglich bei den Polizisten. Glück gehabt, an einem normalen Werktag mit entsprechendem Verkehrsaufkommen wäre das Sichern meiner Papiere so nicht möglich gewesen.
Vielen Dank an die Dienststelle der Autobahnpolizei Ahlhorn: „Die Polizei, dein Freund und Helfer“ kann ich hier nur bestätigen! Das Foto haben wir übrigens später extra fürs KRADblatt nachgeholt. Auch dafür vielen Dank!
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