Von 0 auf 100 zum Gymkhana-Star?
aus Kradblatt 9/25 von Marcus Lacroix

Zugegeben, die Werbung des ADAC Fahrsicherheitszentrum Hansa (Embsen/Lüneburg) für das neue Training reizt: „Handling Parcours – like Gymkhana“. Gymkhana? Während einige Leser jetzt ein Fragezeichen im Kopf haben, dürfte bei anderen ein YouTube-Kopfkino ablaufen.

Kurz erklärt: Gymkhana-Veranstaltungen sind im weitesten Sinn Geschicklichkeitsturniere. Im Motorrad-Bereich geht es dabei durch pylonengespickte Parcours mit schnellen und langsamen Slaloms, engsten Kreisen und Kehren usw. Oft sieht man in den Videos schwere Polizeimaschinen am Start, die mit scheinbarer Leichtigkeit quasi auf der Fußraste wenden.
Nun dürfte jedem klar sein, dass der Weg zu solchen Fahrkünsten ein weiter ist und man nicht in einem Nachmittagstraining beim ADAC zum Gymkhana-Star wird. Da all die Fahrtechniken einem aber auch das Leben im Motorrad-Alltag sehr erleichtern, war die Nachfrage groß. Mal eben z.B. auf der Landstraße in einem Zug wenden? Nach dem Training kein Problem.
14 Teilnehmer waren wir Anfang August – darunter vier Frauen – und so richtig konnte sich keiner vorstellen, was uns erwartet. Das Wetter war durchwachsen, die Bandbreite der Maschinen reichte vom wendigen Scrambler über Reise-
enduros bis zum fetten Fulldresser. Die Parcours waren so gesteckt, dass alle damit klarkommen konnten.
Schnell stellte sich heraus, dass konzentriertes Langsamfahren nicht nur psychisch sondern auch körperlich anstrengend ist. Als Ganztagestraining hätte das Training Einsteiger vermutlich überfordert und das wussten unsere Instruktoren Roman und Frederik natürlich. Immer wieder erinnerten sie uns ans Trinken – da waren die paar Regentropfen besser als Hochsommerhitze.

Schön war es, die Lernkurven vieler Teilnehmer/innen zu beobachten. Vom zögerlichen Start über die ersten Erfolge, der Knick bei der darauf folgenden Übermotivation und die Freude, wenn zum Abschluss Übungen doch gelingen – hier speziell das Aufnehmen und Ablegen einer Kette auf einer Kreisbahn. Wichtig war auch hier – wie bei allen Trainings – das Vertrauen zu den Instruktoren und der Willen, deren Tipps auch umzusetzen. Ein Punkt, der nicht jedem leicht fällt. Aus eigener Erfahrung bei unterschiedlichsten Trainings kann ich aber nur dazu raten: springt über euren Schatten und vertraut den Profis! Wenn die eure Sitzhaltung oder eure Blickführung korrigieren, geschieht das nicht ohne Grund!
Unser Training begann um 15.45 Uhr mit der Vorstellungsrunde und um 19.45 Uhr rollte ich nach Abschlussbesprechung und kurzem Smalltalk vom Hof. Beim Fazit zeigten sich alle Teilnehmer zufrieden bis begeistert. Einzig die Gruppengröße sollte der ADAC nicht weiter ausreizen, die wurde als „noch ok“ eingestuft. Es kam an den Stationen immer wieder mal zu kurzen Staus, die sich aufgrund der unterschiedlichen Fahrlevel der Teilnehmer aber auch nicht verhindern lassen. Von (Wieder-)Einsteigern bis Vielfahrern war alles dabei. Es bestand aber auch jederzeit die Möglichkeit, neben den aufgebauten Stationen zusätzliche Übungen zu fahren – Langeweile kam so bei niemandem auf.
Wer das empfehlenswerte Training selbst testen möchte, findet online unter www.fsz-hansa.de Termine und Buchungsmöglichkeiten. Infos gibt es zudem unter Telefon 04134-9070. Gruppen (Firmen, MF, IG, MC usw.) können zudem geschlossene Trainings buchen. ADAC Mitglieder zahlen 129 €, Nicht-Mitglieder 139 €.
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PS: Gymkhana mit sehr viel Übung kann dann so aussehen (mehr Videos findet ihr auf YouTube). Bis dahin ist es aber ein weiter Weg …
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Kommentare
Ein Kommentar zu “Handling-Training „Like Gymkhana“ beim ADAC Hansa”
Der Artikel hatte mich neugierig gemacht und so habe ich mich spontan beim ADAC zum Handlingtraining im September angemeldet. Ich kann Marcus‘ Eindrücke nur bestätigen: Es war ein lohnendes Training, um das Geschick im Umgang mit dem eigenen Motorrad zu schulen und hat obendrein viel Spaß gemacht!