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Editorial 05/18 – Quo Vadis Navigation & Co?

Vorwort der Kradblatt-Ausgabe 5/18
von Marcus Lacroix

Garmin stellt Navigon ein – wohin geht der Navi-Weg?

HJC RPHA 90

Recht überraschend kam im April die Meldung rein, dass der Navigationsgeräte-Anbieter Garmin „aus strategischen Gründen“ seine Smartphone-Software Navigon einstellt. Betroffen sind alle Garmin Navigations-Apps, darunter Navigon, Navigon Regions und Navigon Cruiser. Nur Telekom-Kunden können Navigon Select weiter runterladen und mit InApp-Käufen erweitern. 

In sozialen Medien zeigten sich Navigon-Nutzer erwartungsgemäß wenig erfreut und Mitbewerber Calimoto aus Berlin schob direkt an das Garmin-Aus eine PR-Aktion nach: Navigon-Cruiser Nutzer bekommen Calimoto quasi zum halben Preis, Kaufbeleg für Cruiser reicht. 

Man stellt sich natürlich die Frage, warum Garmin die Software einstampft. Sind Smartphones mittlerweile zu leistungsfähig und man möchte sich nicht seinen Markt für die eigenen Navigationsgeräte kaputt machen?

Doch dann werden sicher andere den App-Markt übernehmen. Und ob in unabhängigen Navigationsgeräten die mobile Zukunft steckt, darf ernsthaft bezweifelt werden. Im Automobilbereich ist die automatische Kopplung ans Smartphone und der Zugriff auf diverse Apps schon Alltag. Und im Motorradbereich geht das ja auch los. KTMs „my Ride“ ist da nur ein Beispiel, auch wenn es derzeit auf die 2018er Straßenmodelle beschränkt ist. BMW hat etwas ähnliches als Sonderausstattung „Connectivity“ im Sortiment. „Turn-by-turn“ Navigation mit Pfeildarstellung ist nur eines der Features im TFT-Display (ehem. Tacho & Drehzahlmesser). Und eine coole Sache ist beim Elektromotorrad Energica die Funktion, dass bei sinkender Ladung eine Straßenkarte mit den nächsten Strom-Zapfsäulen ins Cockpit eingeblendet wird. Das alles funktioniert aber nur in Verbindung mit einem Smartphone und entsprechenden Apps.

Ehrlich gesagt gehöre ich persönlich immer noch zu den Motorradfahrern, die kein Navigationsgerät besitzen (ok, im Auto ist es fest ab Werk verbaut). Mal abgesehen davon, dass ich es meistens einfach nicht brauche wenn ich mit dem Motorrad in der Gegend herumgondele, nervt mich das ganze Getüdel am Lenker mit einem Zusatzgerät. In Ausnahmefällen, wenn ich mich z.B. bei einer Lustfahrt mal voll verfahren habe, greife ich auf mein Smartphone zurück, das mir dann meinen Standort zeigt. Und wenn ich mal zu einem unbekannten Ort muss, führt es mich dank Bluetooth im Helm auch zuverlässig. Meistens habe ich das Handy in der Jackentasche dabei, bei Bedarf kann ich es aber auch am Lenker montieren. Dafür nutze ich immer noch ein Biologic-Case, das wir in KB 5/15 vorgestellt haben. 

Bei zukünftigen Motorrädern im heimischen Stall würde ich aber auch lieber auf kombinierte Lösungen setzen. Nicht nur, weil die App- und Hardware-Entwicklung bei Smartphones deutlich schneller voranschreitet, man ist auch einfach flexibler bei der Auswahl der Anwendungen. Und man spart sich das Zusatzgerät. Bleibt die Frage, warum Garmin hier aussteigt … 


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