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Ausprobiert: X-lite X-803 Ultra Carbon

aus Kradblatt 5/18
von Daniel Meyer

X-lite X-803 Ultra Carbon

Bereits im Herbst des letzten Jahres wurde er offiziell vorgestellt, jetzt ist er, pünktlich zur neuen Motorradsaison, im Handel verfügbar. Die Rede ist vom X-lite X-803.

Die italienischen Helmdesigner aus Bergamo haben den X-803 von Grund auf neu entwickelt und die Ultra Carbon MotoGP Edition hat es mir dabei besonders angetan.

Mit seinen Vorgängern X-802R und X-802RR hat der X-803 fast nur noch den Name gemein. Zum ersten Mal hat X-lite einen Helm vollständig im Windkanal getestet. Ergebnis sind diverse Formänderungen an der Helmschale sowie aerodynamische Anpassungen mit ausziehbarem „Heckspoiler“. Die Schale wirkt etwas höher und weiter nach vorne gezogen.

Dass der Eindruck nicht täuscht, merkt man beim ersten Aufsetzen sofort, wenn man den Vorgänger kennt. Deutlich mehr Platz im Kinnbereich verhindert nun ein Anstoßen des Kinns oder der Lippen am Frontteil, was beim X-802 häufiger der Fall war. Auch ist das nochmals erweiterte Gesichtsfeld rechts und links sofort wahrzunehmen. Zwar ist das Blickfeld von der Größe her noch nicht ganz auf dem Niveau z.B. des Shoei NXR, der Fortschritt ist trotzdem deutlich und sehr angenehm.

Auch die Helmöffnung wurde überarbeitet, sie ist etwas enger geworden, sodass man nicht mehr ganz so lockerleicht hineinschlüpfen kann. Um den Helm im Falle des Falles trotzdem einfach und schnell vom Kopf abziehen zu können, wurde dem 803er das neue Nolan Emergency Release System – kurz NERS – bei dem die Wangenpolster an zwei kleinen roten Riemen einzeln herausgezogen werden können, verpasst. NERS wurde im Motorsport zusammen mit den Fahrern der MotoGP und SBK entwickelt, wo ein solches System Pflicht ist.

X-lite verspricht bei seinem neuen Flaggschiff, den es wie immer in vielen Dekors und Race-Replicas und ausschließlich mit Doppel-D Verschluss gibt, eine deutlich verbesserte Aerodynamik. Neben dem bereits erwähnten, ausziehbaren Heckspoiler, der auf schnellen Geraden zur Stabilisierung des Kopfes beiträgt, wurde auch der Luftstrom, der in den Helm gelangt, optimiert – keine Paradedisziplin des Vorgängers.

Nun wird der Kinnbereich angenehm mit frischer Luft versorgt und gleichzeitig der gesamte Kopf bei geöffneten Klappen gekühlt. Da die Lufteinlässe, die sich auch während der Fahrt einfach verstellen lassen, so gut in die Aerodynamik integriert wurden, bleibt es trotz der deutlich besseren Belüftung angenehm ruhig in der Mütze. Auch die Visier-Mechanik und die Verwendung von Pinlock, gegen das Beschlagen, sind weiterhin auf Top Niveau. Im Zubehör bietet X-lite auch eine 2D-Visier-Version für die Anwendung von Abreißvisieren an. 

Neben den äußeren Optimierungen haben die Italiener auch beim Innenleben Hand angelegt. Das Innenfutter ist deutlich weicher und optisch ansprechender geworden. Weiterhin setzt man auf die exklusive „Carbon Fitting“-Technologie. Die verarbeiteten Aktivkohlefasern, die ohne weitere Behandlung besonders atmungsaktiv, vollkommen natürlich, antibakteriell und antistatisch sind, tragen sich selbst bei starker Schweißbildung sehr angenehm.

Für Biker, die den Helm zum Großteil auf der Straße fahren möchten und hier ggf. auf ein Bluetooth oder Mesh-Headset setzen, wie z.B. das Sena 30K, das ich hier schon mal vorgestellt hatte, sei gesagt, dass der X-803 leider keine Aussparungen für Lautsprecher hat, sodass diese nicht verbaut werden können. Der Helm ist für Sportler gedacht.

Insgesamt ist der X-803 ein würdiger Nachfolger, der insbesondere in puncto Belüftung, Geräuschentwicklung und Passform punkten kann. Optisch bietet X-Lite ihn in vielen Varianten an, sodass hier für jeden Geschmack etwas dabei sein sollte. Ab 459,99 Euro bekommt man einen Premium-Helm für den harten Rennstreckeneinsatz aber auch für gemütliche Runden auf der Landstraße. Wer 70 Euro mehr ausgeben möchte, kann dadurch 65 Gramm in der Ultra-Carbon-Variante einsparen (1150 g statt 1215 g in Größe M) und sich einen optischen Leckerbissen aufsetzten.


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